04
Feb 2005
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Domain-Zukunft

was bleibt, was kommt?

von RA Florian Hitzelberger

Wer heutzutage Domain-Namen registriert oder kauft und dabei nicht selten fünf- und sechsstellige Beträge investiert, für den stellt sich die Frage, ob das System der Domain-Namen (DNS) nicht schon bald technisch überholt und die Investition umsonst gewesen sein könnte.

Letztlich ist ein Adressierungssystem, wie auch immer man es ausgestaltet, unumgänglich: es muss möglich sein, ein ganz bestimmtes Angebot gezielt, rasch und ohne Umwege anzusteuern. Hier verspricht das DNS einige Vorteile. So ist etwa der Weg über Suchmaschinen beschwerlich und zeitintensiv. Selbst die anerkannt beliebteste Suchmaschine Google erfasst nur einen Bruchteil des Internets. Suchmaschinenoptimierer nutzen ausserdem geschickt die Arbeitsweise von Google, um ihre Angebote möglichst optimal zu platzieren – ob dieses Angebot aber auch die gewünschte Information liefert, wird immer häufiger fraglich. Dabei darf man nicht vergessen, dass Google schließlich und endlich auch “nur” auf dem DNS aufbaut. Ein anderer maßgeblicher Faktor ist die Benutzerfreundlichkeit: heute genügt das Eintippen einer kurzen Webadresse in den Browser, um zum Wunschziel zu gelangen. Einfacher geht es kaum. Als ganz bedeutend erweist sich auch die Tatsache, dass das DNS auf eine optimale Infrastruktur mit abertausenden von Servern zurückgreifen kann. Wer hier also eine Alternative anbieten will, muss diesen hohen Grad an Versorgung und zugleich technischer Sicherheit und Stabilität erst einmal erreichen.

Eines der Kernproblem bleibt die Frage, wie man für die wachsende Anzahl an Internet-Nutzern mehr Platz schafft und diesen zugleich effektiv verwaltet. Doch auch hier eröffnet das DNS viel Spielraum, sei es durch neue Top Level Domains, sei es durch bessere Ausnutzung des vorhandenen Namensraumes. Gerade der Bereich der ccTLDs birgt ein gewaltiges Potential, wenn Länder wie China oder aktuell Indien auch nur einen Bruchteil der Domain-Dichte etwa von Deutschland erreichen sollten. Gleiches gilt für dotEU. Angriffe auf das System der Domain-Namen von vermeintlichen Konkurrenten wie RealNames verpufften rasch und dürften mittlerweile nur mehr den historisch interessierten Lesern ein Begriff sein.

Wirkliche Alternativen sind also nicht in Sicht. Natürlich gibt es Weiterentwicklungen wie IPv6 oder ENUM. Das Grundprinzip bleibt aber erhalten, und wird uns noch sehr lange Zeit begleiten.

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