16
Mai 2012
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von RA Florian Hitzelberger

Strafverfolgungsbehörden aus aller Welt drängen darauf, Domain-Registrare zur Vorratsdatenspeicherung ihrer Kundendaten zu verpflichten. Das geht aus einem Forderungskatalog hervor, der dem Online-Magazin heise.de exklusiv vorliegt.

Seit Jahren fordern Strafverfolger, darunter zum Beispiel das US-amerikanische FBI, die Internet-Verwaltung ICANN auf, Änderungen in den Akkreditierungsverträgen mit den Domain-Registraren aufzunehmen, die ihnen künftig mehr Einblick sowohl in die Bestands- als auch in die Verkehrsdaten gibt. Dieses Verlangen hat man nun in einem Forderungskatalog konkretisiert, aus dem heise.de zitiert. Gesammelt werden sollen mindestens diese Daten: der volle Namen, Postadresse sowie Kontaktmöglichkeiten des Domain-Inhabers, sämtliche WHOIS-Daten (also auch derer, die – wie zum Beispiel Rechtsanwälte – auf die WHOIS-Daten zugreifen), Zahlungsmodalitäten und Zahlungsquellen, Quell- und Zieladdressen zu allen Kommunikationsvorgängen, Daten, Zeiten und Zeitzonen der Kommunikation und Sessions einschließlich der ersten Registrierung, genutzte Dienste und jegliche andere Daten, die ICANN verlangt, um Veränderungen der Anforderungen zur Sammlung von Registrierkundendaten festzuhalten. Praktisch kaum eine Information bliebe, die vor den Strafverfolgern verborgen ist.

Ganz neu sind diese Forderungen nicht. Bereits im März 2010 verlangten die Strafverfolger eine Pflicht zur »due dilligence« für alle Registries und Registrare sowohl bei der erstmaligen Akkreditierung als auch für die Folgezeit, um mehr Fehlerfreiheit in die WHOIS-Daten zu bringen. Mit anderen Worten: die Registrare sollten die WHOIS-Daten ihrer Kunden regelmäßig auf Echtheit überprüfen. Zugleich sollten die Registrare verpflichtet werden, die WHOIS-Daten ihrer Kunden zu sammeln, um sie im Bedarfsfall weiterleiten zu können. Besonderer Dorn im Auge der Justiz waren schon damals Proxy-Dienste, die eine anonyme Registrierung erlauben; sie sollen künftig nur noch von natürlichen Personen zu nichtkommerziellen Zwecken genutzt werden dürfen, wobei sich jeder Proxy-Dienst eigens akkreditieren lassen muss. Im Fall eines Verstoßes gegen derartige WHOIS-Regeln soll die Domain aus dem Netz genommen werden dürfen. Ob sich ICANN diesen Vorschlägen widersetzt oder deren Implementierung folgen lässt, ist derzeit offen; strengere WHOIS-Regeln gelten allerdings für die Zukunft als gesichert.

Im Fall der klassischen Vorratsdatenspeicherung darf zumindest die Bundesregierung etwas aufatmen. Zwar gab ein Leiter der Direktion »Innere Sicherheit« bei EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström an, dass man Deutschland aufgrund der fehlenden Umsetzung der EU-Richtlinie beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagen werde; zunächst wolle man sich aber darauf beschränken, ein Zwangsgeld zu beantragen. Möglicherweise trägt man damit dem Umstand Rechnung, dass der EuGH aktuell prüft, ob die von der Bundesregierung umzusetzende EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung überhaupt mit der EU-Grundrechtecharta vereinbar ist – wäre dies nicht der Fall, droht das gesamte Projekt der Vorratsdatenspeicherung noch zu kippen.

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14
Mai 2012
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von RA Daniel Dingeldey

Henry Cooke trat mit einem Artikel in stuff.co.nz eine kleine Lawine los. Für ihn sind generische Domain-Namen wie camera.com überbewertet, wenn nicht gar tot. Jeder vernünftige Internetnutzer greife doch zur Suchmaschine.

Der 19jährige Cooke wandte sich in seinem Artikel nicht gegen Unternehmensnamen als Domains, doch die Diffamierung von generischen Domains war ein Tritt in ein Fettnäpfchen, den man einem Jungen, der den Aufstieg von Domain-Namen Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gar nicht hat mitbekommen können, gleichwohl nur schwerlich nachsieht. Seine eigentliche Botschaft in dem Artikel – so wie wir sie verstehen – läuft letztlich auf eine Beschwerde hinaus, dass Domain-Investoren auf den guten generischen Domain-Namen sitzen, diese aber nicht für die eigentlichen, Domain-Namen immanente Zwecke nutzen, sondern sie schlichtweg parken und warten, bis ein Endkunde kommt und sie ihm für Abermillionen US-Dollar abkauft. Zieht man diesen Umstand als Resümee, so lässt sich nichts gegen Cooks Artikel mehr sagen, denn er hat Recht.

Weil Domain-Investoren generische Domains überwiegend lediglich parken, werden diese Domains für den Nutzen des Internet irrelevant. Sie können auch noch so gute Keyword-Begriffe transportieren, solange sie keine – und hier kommt der SEO-Aspekt ins Spiel – vernünftigen Inhalte aufweisen, werden sie auch von Google vernünftiger Weise nicht wirklich beachtet. Domain-Fachmann Andrew Alleman hingegen entnimmt dem Artikel von Cooke, dass es sowas wie »direct traffic« praktisch nicht gibt. Diese Einschätzung Allemans geht indes am Thema vorbei. Sicher gibt es solchen »direct traffic«, doch wenn der Internetnutzer immer wieder von den nicht vorhandenen Inhalten geparkter Domains enttäuscht ist, wird dieser Faktor relativ zur Anzahl der Internetnutzer immer geringer.

Davon aber abgesehen ist klar: gute und sehr gute generische Domain-Namen sind berechtigter Weise wertvoller denn je. Dass aber die Domain-Branche in den vergangenen zwanzig Jahren den Wert von Domains und die Bedeutung der richtigen generischen Domain für das zukünftige Überleben von Unternehmen nicht vermitteln und diese zum Kauf bewegen konnte, das ist der eigentliche Skandal.

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14
Mai 2012
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von RA Daniel Dingeldey

INTA lädt zusammen mit united-domains im Juni zum Vortrag »Neue Domain-Endungen – Legal Rights Objections für Markeninhaber«. Gastredner ist Erik Wilbers, Direktor des WIPO Arbitration and Mediation Centers.

Die Einführung der neuen Domain-Endungen (new gTLDs) ist die größte Herausforderung, mit der sich Markeninhaber derzeit auseinandersetzen müssen. Über 1.200 Bewerber haben sich bei der ICANN registriert und mehr als 2.000 Bewerbungen für neue Domain-Endungen eingereicht. Im Juni möchte die ICANN eine Liste aller eingegangenen New-gTLD-Bewerbungen veröffentlichen. Anschließend haben Markeninhaber im Rahmen des Legal-Rights-Objections-Verfahrens voraussichtlich sieben Monate lang die Chance, New-gTLD-Bewerbungen zu widersprechen, die ihre Markenrechte verletzen könnten. Grund genug für die International Trademark Association (INTA), den Informationsbedarf zu diesem Thema zu decken. Als Redner konnten INTA und united-domains Erik Wilbers, den Direktor des WIPO Arbitration and Mediation Center, das dieses Schlichtungsverfahren für die ICANN verwaltet, gewinnen. Sebastian Ritze, Legal Manager der united-domains AG, moderiert die Veranstaltung.

Termin für die INTA-Roundtable »Neue Domain-Endungen – Legal Rights Objections für Markeninhaber« ist Donnerstag, der 21. Juni 2012, von 14 bis 16 Uhr im Sofitel München Bayerpost. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen und Anmeldung (bis 18.06.2012, 16 Uhr) finden Sie hier.

NB: domain-recht.de ist ein Projekt der united-domains AG.

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14
Mai 2012
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von RA Florian Hitzelberger

Die Erfolgsgeschichte deutscher Domain-Namen reisst nicht ab: unter der Schlagzeile ».de-Domains knacken die 15-MillionenMarke« gab die deutsche Domain-Verwaltung DENIC eG die Registrierung der 15millionsten .de-Domain bekannt. Doch auch bei dotEU hatte man was zu feiern – wenn auch mit einem weinenden Auge.

Man schrieb den 26. November 2010, als mit dem Domain-Namen corangeli-glas-design.de die 14-millionste .de-Domain registriert wurde. Rund eineinhalb Jahre später, am 18. April 2012 um exakt 12.56 Uhr, war die nächste Million fällig: floristennetzwerk.de darf sich als 15millionste .de-Domain in den Geschichtsbüchern der Domain Name Industry feiern lassen. “Mit meiner Webseite möchte ich ein Einkaufsportal schaffen, über das Floristen Blumen und Pflanzen bestellen können – ganz ohne die üblichen Wege über Zwischenhändler” so Alexander Kleerebezem, gelernter Florist und Inhaber der Jubiläumsdomain. Und bei 15 Millionen ist noch lange nicht Schluss; wie die Registry DENIC eG mitteilt, werden monatlich durchschnittlich über 50.000 Domains unterhalb der Endung .de registriert; im April 2012 waren es sogar deutlich über 60.000 Domains.

Zu feiern hatte auch .eu (dotEU). Die Europa-Domain startete am 7. April 2006 die Live-Registrierung und darf sich damit an ihrem sechsten Geburtstag über inzwischen mehr als 3,5 Millionen registrierte Domains freuen. Allerdings blieb sie auch dieses Frühjahr von einem Rückschlag nicht verschont: um 41.546 Domains netto sauste die Registrierungsstatistik in den Keller. Dieser traditionelle Rückgang rührt daher, dass sich alljährlich im April die Domain-Inhaber der ersten Stunde entscheiden, ob sie den Registrierungsvertrag verlängern oder enden lassen. Allerdings stabilisiert sich .eu auch in diesem Wert, denn im April des vergangenen Jahres verzeichnete EURid noch einen Verlust von knapp 60.000 .eu-Domains.

Schon den zweiten Monat in Folge mit Rückschlägen zu kämpfen hat .info, für die es nach einem Verlust von rund 12.000 Domains im März 2012 nun um gleich über 40.000 Domains nach unten ging. Das insgesamt weiterhin hohe Registrierungsniveau spricht jedoch dafür, dass es sich allenfalls um Ausreisser handelt; am Status der bisher erfolgreichsten neuen Top Level Domain ändert dies nichts.

Die aktuellen Domain-Zahlen:

.de	15.017.271	(Vergleich zum Vormonat: + 63.566)
.at	1.132.053	(Vergleich zum Vormonat: + 11.011)
.com	102.884.504	(Vergleich zum Vormonat: + 584.563)
.net	14.738.200	(Vergleich zum Vormonat: + 43.243)
.org	9.953.261	(Vergleich zum Vormonat: + 28.429)
.info	8.262.856	(Vergleich zum Vormonat: - 94.936)
.eu	3.550.696	(Vergleich zum Vormonat: - 41.546)
.biz	2.234.422	(Vergleich zum Vormonat: + 13.129)
.us	1.778.860	(Vergleich zum Vormonat: + 911)

(Stand 1. Mai 2012)

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11
Mai 2012
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von RA Daniel Dingeldey

Die ».nxt« war die erste Konferenz, die sich ganz den neuen Domain-Endungen widmete. Nach zwei Veranstaltungen im Jahr 2011 in den USA findet in diesem Jahr eine weitere Konferenz, diesmal auf europäischem Boden, statt: im Juni in London.

Die ».nxt« ist ein Informationsservice zu Fragen der Verwaltung des Internets, der ein Multi-Stakeholder-Modell, wie es derzeit von ICANN repräsentiert wird, unterstützt. Hinter dem Service stehen unter anderem Kieren McCarthy, der selbst von 2007 bis 2009 als »ICANN’s General Manager for Public Participation« tätig war. Vom 20. bis 22. Juni 2012 veranstaltet ».nxt« nun erstmals eine Konferenz auf europäischem Boden. Der Zeitpunkt für die Veranstaltung ist deutlich nach dem für die Veröffentlichung der Bewerberliste geplanten Termin angesetzt. Doch aufgrund der langwierigen Prüfung des TAS durch ICANN könnte sich die offizielle Bekanntgabe der Bewerber tatsächlich noch hinter den Konferenz-Termin verschieben. Nichtsdestotrotz wird es auf der Konferenz ausreichend andere Themen zu besprechen geben. Die Konferenz verbindet drei Elemente: einerseits bietet man informieren mit Vorträgen und Workshops, andererseits findet man eine Ausstellung von Unternehmen, die an Domain-Name-System Produkten arbeiten, und schließlich gilt es, Kontakte zu knüpfen.

Die ».nxt London« findet vom 20. bis 22. Juni 2012 in London (UK) im Hotel Park Plaza Victoria London, 239 Vauxhall Bridge Road, London SW1V 1EQ, Großbritaninnen, statt. Die Preise für die Teilnahme bewegen sich zwischen GBP 249,– und GBP 599,–.

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Aktuelle Domain-Verkäufe

Der aktuelle Domain-Preisspiegel gibt Ihnen Auskunft ber erziehlte Verkaufspreis einzelner Domains:

Domain-name Jahr Preis
t-shirt.ws201260 EUR
truckscentre.com201260 EUR
dial.in20121500 $US
williamfaulkner.com2012310 $US
politico.me2012110 $US
yofy.com2012230 $US
zyngo.com20122050 $US
Domain Statistiken
.com102.884.504
.de15.017.271
.net14.738.200
.uk10.089.480
.org9.953.261
.info8.262.856
.nl4.938.658
.eu3.550.696
.cnca. 3.360.360
.biz2.234.422
Stand: Ende April 2012
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