28
Jan 2015
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von RA Florian Hitzelberger

Was hat das Jahr 2015 zum Dauerbrenner »Internet Governance« zu bieten? Wolfgang Kleinwächter, Professor Emeritus für Internetpolitik und -Regulierung an der Universität Aarhus in Dänemark, Mitglied im ICANN-Direktorium und Sonderbotschafter der NetMundial Initiative, schafft einen Überblick.

Seit die US-Regierung im März 2014 bekanntgab, Schlüsselfunktionen des Domain Name Systems (DNS) auf eine globale Multistakeholder-Community übertragen zu wollen, ist rund um den Globus eine Diskussion zur Zukunft der Netzverwaltung entbrannt. In einem Artikel für das renommierte Magazin Telepolis fasst Prof. Kleinwächter den aktuellen Stand dieser Diskussionen zusammen und verschafft auch Einsteigern einen Überblick zum Thema. Dabei differenziert er zwischen einem Internet-Mikrokosmos (der Verwaltung von Domain-Namen und IP-Adressen) und einem Internet-Makrokosmos (Ausbau des Ansatzes der Multi-Stakeholder-Governance). Dies trägt dem Umstand Rechnung, dass mit der Verwaltung des Netzes nicht nur technische Fragen verbunden sind, sondern inzwischen auch zunehmend politische, wirtschaftliche, soziale, kulturelle und rechtliche Probleme.

In Sachen Übertragung der IANA-Funktionen weist Kleinwächter darauf hin, dass mit der »IANA Stewardship Transition Coordination Group« (ICG), die mit 30 Experten verschiedenster Interessensgruppen besetzt ist, ein strukturierter Prozess in Gang gesetzt wurde. Die ICG soll ein Modell der Netz-Verwaltung entwickeln, das den Vorgaben der US-Regierung entspricht und einen Konsens der Internet-Community repräsentiert. Dabei besteht grundsätzlich Anlass zur Eile, da der aktuelle IANA-Vertrag im September 2015 endet; die US-Regierung hat aber schon signalisiert, diesen Vertrag bei Bedarf zu verlängern. Allerdings sieht Kleinwächter das Risiko, dass im Fall einer Vertragsverlängerung einige Staaten den UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS 10+) zum neuen »Schlachtfeld« rund um das Thema »Internet Governance« küren könnten. Und da gibt es ja noch das Internet Governance Forum (IGF), dessen Mandat 2015 ebenfalls endet. Dort hat die Idee der gleichberechtigten Beteiligung von nichtgouvermentalen Stakeholdern an der Internet-Politikentwicklung viele Befürworter; mit diesem Gedanken können sich viele Staaten aber weniger anfreunden.

Als eines der neuen innovativen Politik-Instrumente begrüsst Prof. Kleinwächter die NetMundial Initiative, die maßgeblich von ICANN-CEO Fadi Chehadé vorangetrieben wird. Mit ihr betrat man Neuland, weil erstmalig eine Weltkonferenz, an der alle Stakeholder von Regierungen, der Wirtschaft, der Zivilgesellschaft und der technischen Community gleichberechtigt teilnahmen, eine allgemeine Erklärung von Governance-Grundsätzen annahm und ausserdem eine Roadmap für die Zukunft vereinbarte. Ihre Allgemeingültigkeit, Autorität und hohe Akzeptanz bei allen Stakeholdergruppen wird sie nach Einschätzung von Kleinwächter zu einem bedeutenden Referenzdokument werden lassen. Alles in allem verspricht 2015, ein spannendes Jahr für »Internet Governance« zu werden. Und das Thema »Internet Governance« geht uns alle an – das macht Kleinwächter klar.

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27
Jan 2015
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von RA Florian Hitzelberger

Eine der begehrtesten neuen Domain-Endungen hat ihre künftige Registry gefunden: Afilias Limited hat sich den Zuschlag für .bet gesichert.

Den Ausschlag gab offenbar eine private Auktion, in der sich Afilias gegen die Konkurrenz aus dot Bet Limited, Ladbrokes International plc und der Donuts-Tochter Foggy Way LLC durchgesetzt hat; sie alle werden bereits mit dem offiziellen Status »Withdrawn« in der ICANN-Bewerberdatenbank geführt. Details wurden – wie üblich – nicht bekannt. Wie der Name schon verrät, zielt .bet auf den Markt von Online-Wetten ab. Auch wenn das Angebot von Online- und insbesondere Sportwetten in Deutschland rechtlich kompliziert ist, ist der europaweite Markt riesig: allein der in Gibraltar ansässige Anbieter bwin.party digital Entertainment hat im Jahr 2012 an die 770 Millionen Euro umgesetzt. Demgemäß rechnet Afilias mit bis zu 21.100 .bet-Domains innerhalb der ersten drei Jahre. Aktuell ist eine Registrierung allerdings noch nicht möglich, auch in die Root Zone ist .bet noch nicht eingetragen.

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27
Jan 2015
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von RA Florian Hitzelberger

Die Konsolidierung in der Domain Name Industry hält an: die in Manchester ansässige NCC Group PLC, die sich auf Software-Escrow, Verifikations- und Domain-Dienste spezialisiert hat, hat die in Belgien und Luxemburg beheimatete Open Registry Group übernommen.

Die Open Registry Group bietet umfassende Dienstleistungen im Domain-Bereich. Zu ihr gehören der Registry Service Provider Open Registry S.A., der Service Provider Clearinghouse for Intellectual Property S.A. (CHIP) sowie der mit etwa 8.000 verwalteten Domains eher kleine Registrar Nexperteam CVB. Per 31. Dezember 2014 sollen sich die Erlöse der Gruppe auf EUR 3,7 Millionen belaufen haben; das EBITDA (also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) belief sich auf EUR 15.000,–. Wie NCC in einer Pressemitteilung bekanntgab, beläuft sich der Kaufpreis auf bis zu EUR 19,5 Millionen, verteilt auf die kommenden 36 Monate. Zunächst fliessen EUR 10,3 Millionen, die sich in den kommenden Jahren um zwei weitere Zahlungen in Höhe von EUR 9,2 Millionen erweitern können.

Berichten, dass NCC mit diesem Erwerb auch Teile des Trademark Clearinghouse (TMCH) übernommen hat, wurde inzwischen ausdrücklich widersprochen. Zum Hintergrund muss man wissen, wie die Internet-Verwaltung ICANN das TMCH organisiert hat. So wurde das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte für fünf Jahre mit dem Betrieb des »Front-Ends« des TMCH beauftragt; das IT-Unternehmen IBM ist dagegen für die darunter liegende Datenbank zuständig, deren Rechte allein bei ICANN liegen. Für die Rechnungsabwicklung des TMCH wiederum ist die Luxemburger CHIP zuständig, die ihrerseits zu Open Registry gehört. Damit ist CHIP zwar künftig Teil der NCC Group, hat jedoch selbst keine Anteile am TMCH.

In der Welt der Domain-Namen ist die NCC Group kein Unbekannter. Im Februar 2014 erwarb sie die Rechte an der neuen Top Level Domain .trust von der Deutschen Post AG, noch bevor der Registry-Vertrag mit ICANN abgeschlossen war. Zudem hatte sie sich über das kalifornische Tochterunternehmen Artemis Internet Inc. um .secure beworben, die Bewerbung aber später freiwillig zurückgezogen. Die Endung .trust ist inzwischen in die Root Zone eingetragen; seit dem 16. Dezember 2014 läuft die Sunrise Period.

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26
Jan 2015
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von RA Daniel Dingeldey

Ende Februar ist es wieder so weit: Die Domain pulse, bedeutendste Veranstaltung für aktuelle Themen, Tendenzen und Trends rund um Domain-Namen im deutschsprachigen Raum, findet wieder statt. Diesmal in Berlin unter dem Motto »Netz in Bewegung«.

Zusammen und alternierend richten die Domain-Registrierungsstellen von Deutschland (DENIC eG), der Schweiz (SWITCH) und Österreich (Nic.at) alljährlich die Fachtagung Domain pulse aus. Nachdem im vergangenen Jahr nic.at für einen furiosen Event in Salzburg sorgte, zeigt in diesem Jahr DENIC eG wie man die Domain-Welt in Bewegung hält. Unter der Moderation von Multitalent Claudia van Veen beginnt am Donnerstag, 26. Februar 2015 um 09:00 Uhr die Domain pulse 2015 in andel’s Hotel Berlin in Friedrichshain. Die Keynote unter dem Titel »Die Zukunft der Reputation: Kontrollverlust und Kontrollversuch im digitalen Zeitalter« hält Prof. Dr. Bernhard Pörksen (Uni Tübingen). Gleich danach findet das Thema nTLDs gebührend Beachtung mit einem Vortrag von Rechtsanwalt Thomas Rieckert (eco, GNSO) und einer Diskussionsrunde mit Oliver Süme (dotHamburg), Alexander Siffrin (Key Systems), Christian Müller (Strato) und weiteren, noch nicht näher benannten Teilnehmern. Es folgen Vorträge und Diskussionen zu Fragen von nTLDs und SEO, Internetkonzerne und Kontrolle mit Peter Schaar, Telematik, Vernetzung der Industrie, Smartphones und Nutzerdaten und Datensicherheit. Der erste Abend endet wie gewohnt mit einer Abendveranstaltung. Am Freitag, 27. Februar geht es dann ab 09:30 Uhr weiter mit Fragen zu Internet Governance mit unter anderem Prof. Dr. Wolfgang Kleinwächter (Uni Aarhus, ICANN Board) und Thomas Schneider (GAC), sowie zur Digitale Agenda in Deutschland und Europa, aktuellen Urteilen und Rechtsfällen der D-A-CH Registries und die Position von DENIC zwischen allen Stühlen. Die Veranstaltung endet gegen 16:00 Uhr.

Die Domain pulse 2015 findet vom 26. bis 27. Februar 2015 im andel’s Hotel Berlin, Landsberger Allee 106, 10369 Berlin statt. Das Check In beginnt bereits am 25. Februar um 16:00 Uhr.

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26
Jan 2015
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von RA Florian Hitzelberger

Die US-amerikanische XYZ.COM LLC, Registry der aufgrund ihrer Marketing-Aktionen umstrittenen neuen Top Level Domain .xyz, hat Berichte dementiert, aktiv für Cybersquatting geworben zu haben.

Im Mittelpunkt der Kritik steht eine Pressemitteilung vom 3. Dezember 2014 mit dem Titel »Over 18,000 “.xyz” Domain Names Released to the Public«. Darin machte die Registry darauf aufmerksam, dass bisher von ICANN gesperrte Domains zur Registrierung frei wurden. Im 2. Absatz der Mitteilung führte XYZ.COM jedoch aus, dass zu den frei werdenden Domains nicht nur kurze, attraktive Adressen zählen, sondern auch zahlreiche markenrechtlich geschützte Begriffe wie »Nike, Hulu, Netflix, Skype, Pepsi, Audi and Deloitte«. Nach Ansicht der Londoner Anwaltskanzlei Lewis Silkin LLP hat die Registry damit praktisch dazu aufgerufen, rechtsverletzende Domains zu registrieren und damit viele Vorurteile über die neuen Endungen zu bestätigen. Wohl nicht zu Unrecht: sechs dieser sieben Begriffe sind nach Angaben des Magazins »World Trademark Review« inzwischen von unberechtigten Dritten registriert worden. XYZ.COM hat die Pressemitteilung mittlerweile löschen lassen. Production Manager Shayan Rostam räumte ein, dass die Meldung geeignet war, einen falschen Eindruck zu vermitteln; zudem werde man den Rechtsverletzungen nachgehen. Inhaber von Markenrechten sollten sich jedoch vorsorglich über eine WHOIS-Anfrage versichern, dass ihre Marke nicht betroffen ist.

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Stand: 01. Januar 2015
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