31
Okt 2014
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von RA Florian Hitzelberger

Die in Manchester ansässige NCC Group PLC, Registry der neuen Top Level Domain .trust, hat ein Handbuch für alle Inhaber einer .trust-Domain veröffentlicht.

Die 124seitige ».trust Technical Policy« regelt im Detail, welche technischen und inhaltlichen Anforderungen ein Webseitenbetreiber erfüllen muss. Allein die »Abuse Policy« enthält eine Vielzahl von Verboten, so etwa »Do not Link or Redirect to Malicious Sites», »Do not Appear on Domain Blacklists« oder »Do not Host Dangerous Content Types«. Zu solch gefährlichen Inhalten zählen unter anderem Dateien mit den weit verbreiteten Endungen .com, .jar oder .scr. Eine Nutzung von DNSSEC ist ohnehin verpflichtend. Damit nicht genug: auch für eMail-Adressen mit .trust-Domain gibt es Vorgaben der Registry. Und die sollte man einhalten, da die NCC Group angekündigt hat, die Einhaltung der Policy automatisiert zu überwachen; bei Verletzung droht der sofortige Verlust der Domain. Die Vielzahl der Vorgaben macht .trust-Domains damit praktisch zur Domain für Netzspezialisten, Privatanwender dürften an den vielen Hürden häufig scheitern. Ganz billig ist eine Registrierung aber ohnehin nicht: die Rede ist sowohl von einer jährlichen Gebühr von US$ 150.000,– als auch einer Einmalgebühr von US$ 25.000,– für die Implementierung des neuen Angebots.

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31
Okt 2014
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von RA Daniel Dingeldey

Im Januar 2015 findet in Las Vegas die »NamesCon« statt. Diese Technologiekonferenz thematisiert auch Domain-Namen und digitales Marketing, und ist mittlerweile für die gesamte Domain-Industrie von Interesse.

Die Konferenz NamesCon findet 2015 zum zweiten Male statt. Bereits im Januar 2014 war sie unter Kennern ein großer Erfolg. Diesmal treffen sich Fachleute der Domain-Industrie wieder in Las Vegas, vom 11. bis 14. Januar 2015, zwischen der CES International vom 06. bis 09. Januar 2015 und der Affiliate Summit vom 18. bis 20. Januar 2015, die beide ebenfalls in Las Vegas stattfinden. Erwartet werden mit 800 Teilnehmern deutlich mehr als die knapp 600 aus 37 Ländern der ersten NamesCon 2014. Neben Internet- und Markenrechtsanwälten kommen Fachleute der Registries, von Registraren, Webseitenentwickler und Domain-Händler, um Informationen und Erfahrungen auszutauschen.

Kernthema werden auf jeden Fall die neuen Domain-Endungen sein. Geplant sind sieben Keynotes. Die Liste der Referenten/Diskussionsteilnehmern ist lang und umfasst unter anderem Kurt Pritz (Domain Name Association), Michael Berkens (u.a. RightoftheDot.com), Paul Keating (law.es), Ray King (Top Level Design LLC), Andrew Allemann (domainnamewire.com), Roland LaPlante, Monica Kirchner (.luxury), Paul Twomey (ex ICANN-CEO), Lauren Price (Public Interest Registry), Kelly Hardy (Domain-Beraterin), Ari Goldberger (Rechtsanwalt, md.com), Amanda Waltz (igloo.com) und viele andere mehr.

Die NamesCon 2015 findet vom 11. bis 14. Januar 2015 in Las Vegas (Nevada, USA) im »The Tropicana Las Vegas«, 3801 Las Vegas Blvd. South, Las Vegas, NV 89109, statt. Die Teilnahmegebühren belaufen sich aktuell bis Ende Oktober 2014 auf US$ 399,– nebst US$ 21,92 Gebühr. Ab November wird es teurer.

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30
Okt 2014
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von RA Florian Hitzelberger

Neustar Inc., Registry der US-amerikanischen Länderendung .us, hat die 16 Mitglieder des neuen »multi-stakeholder council« bekanntgegeben.

Es liest sich wie das »Who is who« der an Domain-Namen interessierten Organisationen: Bobby Flaim (FBI), Chris Mondini (ICANN), Elisa Cooper (MarkMonitor), James Bladel (GoDaddy), Karen Rose (Internet Society), Linda Kinney (Motion Picture Association of America), Peter Roman (Department of Justice) oder Scott Blake Harris (Harris, Wiltshire & Grannis LLP). Sie alle sollen künftig bei allen Regelungen, welche das Management, die Sicherheit sowie die Stabilität von .us betreffen, Einfluss nehmen können. Neustar betont, dass das Stakeholder Council als unabhängiges Forum diene. Neben der Einführung eines Councils zählt zu den Neuerungen bei .us auch die Wiederbelebung des Namensraums unter .kids.us; weitere Informationen gibt es hierzu bisher aber nicht.

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30
Okt 2014
0
von RA Daniel Dingeldey

Die britische NGO Homeless International firmiert sich in Reall um und wechselt dabei von homelessinternational.org zur Domain reall.xyz. Ob das eine weise Entscheidung ist?

Den Domain-Umstieg und die Namensänderung hatte die 1989 gegründete Charity-Organisation mit Sitz in Coventry (UK) schon am 17. September 2014 bekannt gegeben. Damit verbunden ist auch eine Strategieänderung. Reall (Real Equity for All) will in stärkerem Maße ihr Urbanisierungsprojekt für Slums im Wege eines Franchisings umsetzen. Hintergrund für diesen Schritt sind höhere zur Verfügung stehende finanzielle Mittel. Um das Netzwerk, welches Reall mit dem Franchise aufbauen will, besser zu unterstützen, entschied man sich für die Umbenennung. Homeless International ist nicht mehr unter homelessinternational.org, sondern als Reall unter reall.xyz zu finden. Warum ausgerechnet die Endung .xyz gewählt und nicht auf .ngo oder eine andere, gegebenenfalls traditionelle Endung gesetzt wird, geht aus der Erklärung von Reall nicht hervor.

Dieser Umstieg kann so oder so als Zeichen für die neuen Domain-Endungen gewertet werden. Aber ob die Abkehr von .org wirklich sinnvoll ist, bezweifeln wir. Die Vergangenheit belegt, dass solche kühnen Schritte in kürzester Zeit bereut werden. Bestes Beispiel ist der Schritt von Overstock 2011 von der Domain overstock.com auf overstock.co und o.co umzusteigen. Nach kurzer Zeit stellten sich Einbußen von 61 Prozent ein, weshalb Overstock alsbald auf die .com-Domain zurückkehrte. Auch die im Januar diesen Jahres gestartet v.me-Kampagne von Visa wurde nach sechs Monaten Mitte des Jahres eingestampft und durch Visa Checkout (checkout.visa.com) ersetzt. Visa wollte eine sichere Onlinezahlungsplattform über v.me etablieren, rückte aber, trotz des großen Erfolges, wie Greg Storey, Chef von Visa Checkout, im Juli gegenüber zdnet.com erklärte, davon ab, weil der Name »Visa Checkout« besser vermittle, worum es bei dem Produkt gehe. Schließlich gibt es das Beispiel von wantable.co, die im Mai 2012 registriert wurde und alsbald recht erfolgreich Modetrends kommunizierte. Im April 2013 kaufte Wantable die Domain wantable.com für US$ 47.000,–, was zumindest von Michael Berkins von thedomains.com als großer Erfolg für .co gewertet wurde, zumal die .com-Domain auf die .co-Domain weiterleitete. Domain-King Rick Schwartz nahm eine andere Perspektive ein: hier werde deutlich, dass ohne .com nichts geht. Mittlerweile hat sich das Blatt bei Wantable gedreht: die .co-Domain leitet auf die .com weiter. Offenbar geht ohne das .com-Pendant tatsächlich nicht viel – im US-amerikanischen Raum.

Unter diesem Gesichtspunkt, weil die traditionellen Endungen noch immer und auf lange Sicht noch maßgebend sind, ist der Schritt von Reall, wie positiv dieser Umstieg als Signal für nTLDs auch sein mag, gewagt. Das gilt allemal, da .xyz inhaltlich nicht spezifisch zugeordnet werden kann. Kommentatoren auf thedomains.com zum Artikel vom 22. Oktober 2014 hatten recht schnell Domain-Alternativen für Reall zur Hand, wie etwa realequityforall.co.uk, reall.co.uk und reall.org.uk; und die erste Wahl reall.uk war zumindest bis zum 23. Oktober 2014, also 35 Tage nach der offiziellen Ankündigung zum Rebranding, noch zu haben. Wie der bereits vorgestellte Domain Name Association (DNA)-Report zeigt, muss nicht alles .com-zentriert sein: die eigene Länderendung ist – außer in den USA – nahezu überall beliebter als .com. Die sich bietenden Reall-Alternativen unter .uk wären daher wahrscheinlich die bessere Wahl gewesen. Im besten Falle hätte Reall sie ergänzend zu reall.xyz registrieren sollen.

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29
Okt 2014
0
von RA Florian Hitzelberger

Die im Oktober 2013 ins Leben gerufene Domain Name Association (DNA) hat die erste Ausgabe ihres neuen »State of the Domains«-Report veröffentlicht. Die Erstauflage weiss vor allem mit statistischen Informationen zu glänzen.

Die DNA bildet eine Non-Profit-Organisation, die in keiner formalen Verbindung zur Internet-Verwaltung ICANN steht. Sie versteht sich als Sprachrohr der Domain Name Industry, in der unter anderem die Registries als auch Registrare vertreten sind. Zu ihren Mitgliedern gehören zum Beispiel GoDaddy, Afilias, Donuts, Google, Amazon, Neustar und Nominet; VeriSign dagegen ist trotz seiner Stellung als weltweit wichtigste Domain-Registry kein Mitglied der DNA. An ihrer Spitze steht als »Chair of the Board« der Australier Adrian Kinderis. Weitaus prominenter ist jedoch Executive Director Kurt Pritz; der US-Amerikaner, vormals auch bei Walt Disney tätig, fungierte bis November 2012 als »Chief of Strategy« von ICANN und war das öffentliche Gesicht des gesamten nTLD-Programms. Mit den finanzkräftigen Mitgliedern im Rücken, verleiht er der DNA in der Öffentlichkeit eine starke, viel beachtete Stimme.

Zu einer solch starken Stimme soll sich auch der »State of the Domains«-Report entwickeln. Die erste Ausgabe, die ab sofort zum kostenlosen Download zur Verfügung steht, befasst sich auf 28 Seiten intensiv mit den neu eingeführten Domain-Endungen. Besonderen Wert legt der Report darauf, seine Ausführungen mit statistischen Werten zu untermauern. In der »DNA Global Awareness Survey« ging man beispielsweise der Frage nach, ob es in den verschiedenen Ländern eine Vorliebe für ausgewählte Top Level Domains gibt. So bevorzugt man etwa in den USA bei der Bezahlung von Rechnungen die Domain onlinepayments.com, für die sich 48 Prozent der Befragten entschieden; onlinepayments.us würden nur 5 Prozent bevorzugen, onlinepayments.finance sogar nur 1 Prozent. Für onlinepayments.secure würden sich immerhin 35 Prozent entscheiden. Stellt man diese Frage in Australien, würden 47 Prozent für onlinepayments.com.au votieren; die .com-Variante ist dort mit 8 Prozent dagegen kaum gefragt, auch die neue onlinepayments.secure stößt mit 26 Prozent auf deutlich weniger Interesse. Damit ist belegt, dass die Bevölkerung eines Landes »ihrer« Länderendung hohes Vertrauen schenkt. Das gleiche Bild ergibt sich beim Online-Kauf von Schuhen: in den USA ist shoes.com mit 83 Prozent am stärksten gefragt, während shoes.us mit 3 Prozent fast zu vernachlässigen ist; in Australien setzen dagegen nur 7 Prozent auf shoes.com, und immerhin 43 Prozent auf shoes.com.au. Neue Endungen wie etwa shoes.shop oder shoes.buy sind in beiden Ländern noch kaum von Interesse.

Einer der Hauptkritikpunkte am nTLD-Programm von ICANN war die ungeklärte Frage, ob überhaupt Bedarf an neuen Domain-Endungen besteht. Vor allem die US-Regierung hatte darauf gedrängt, Fakten zu liefern. Mit dem »State of the Domains«-Report versucht die DNA, dieser Frage durchaus kritisch nachzugehen, auch wenn man es nicht versäumt, zahlreiche neue Endungen positiv zu porträtieren – ein fundiertes Hintergrundbild der bunten Domain Name Industry liefert der Report in jedem Fall.

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Stand: 01. Oktober 2014
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