30
Okt 2014
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von RA Florian Hitzelberger

Neustar Inc., Registry der US-amerikanischen Länderendung .us, hat die 16 Mitglieder des neuen »multi-stakeholder council« bekanntgegeben.

Es liest sich wie das »Who is who« der an Domain-Namen interessierten Organisationen: Bobby Flaim (FBI), Chris Mondini (ICANN), Elisa Cooper (MarkMonitor), James Bladel (GoDaddy), Karen Rose (Internet Society), Linda Kinney (Motion Picture Association of America), Peter Roman (Department of Justice) oder Scott Blake Harris (Harris, Wiltshire & Grannis LLP). Sie alle sollen künftig bei allen Regelungen, welche das Management, die Sicherheit sowie die Stabilität von .us betreffen, Einfluss nehmen können. Neustar betont, dass das Stakeholder Council als unabhängiges Forum diene. Neben der Einführung eines Councils zählt zu den Neuerungen bei .us auch die Wiederbelebung des Namensraums unter .kids.us; weitere Informationen gibt es hierzu bisher aber nicht.

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30
Okt 2014
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von RA Daniel Dingeldey

Die britische NGO Homeless International firmiert sich in Reall um und wechselt dabei von homelessinternational.org zur Domain reall.xyz. Ob das eine weise Entscheidung ist?

Den Domain-Umstieg und die Namensänderung hatte die 1989 gegründete Charity-Organisation mit Sitz in Coventry (UK) schon am 17. September 2014 bekannt gegeben. Damit verbunden ist auch eine Strategieänderung. Reall (Real Equity for All) will in stärkerem Maße ihr Urbanisierungsprojekt für Slums im Wege eines Franchisings umsetzen. Hintergrund für diesen Schritt sind höhere zur Verfügung stehende finanzielle Mittel. Um das Netzwerk, welches Reall mit dem Franchise aufbauen will, besser zu unterstützen, entschied man sich für die Umbenennung. Homeless International ist nicht mehr unter homelessinternational.org, sondern als Reall unter reall.xyz zu finden. Warum ausgerechnet die Endung .xyz gewählt und nicht auf .ngo oder eine andere, gegebenenfalls traditionelle Endung gesetzt wird, geht aus der Erklärung von Reall nicht hervor.

Dieser Umstieg kann so oder so als Zeichen für die neuen Domain-Endungen gewertet werden. Aber ob die Abkehr von .org wirklich sinnvoll ist, bezweifeln wir. Die Vergangenheit belegt, dass solche kühnen Schritte in kürzester Zeit bereut werden. Bestes Beispiel ist der Schritt von Overstock 2011 von der Domain overstock.com auf overstock.co und o.co umzusteigen. Nach kurzer Zeit stellten sich Einbußen von 61 Prozent ein, weshalb Overstock alsbald auf die .com-Domain zurückkehrte. Auch die im Januar diesen Jahres gestartet v.me-Kampagne von Visa wurde nach sechs Monaten Mitte des Jahres eingestampft und durch Visa Checkout (checkout.visa.com) ersetzt. Visa wollte eine sichere Onlinezahlungsplattform über v.me etablieren, rückte aber, trotz des großen Erfolges, wie Greg Storey, Chef von Visa Checkout, im Juli gegenüber zdnet.com erklärte, davon ab, weil der Name »Visa Checkout« besser vermittle, worum es bei dem Produkt gehe. Schließlich gibt es das Beispiel von wantable.co, die im Mai 2012 registriert wurde und alsbald recht erfolgreich Modetrends kommunizierte. Im April 2013 kaufte Wantable die Domain wantable.com für US$ 47.000,–, was zumindest von Michael Berkins von thedomains.com als großer Erfolg für .co gewertet wurde, zumal die .com-Domain auf die .co-Domain weiterleitete. Domain-King Rick Schwartz nahm eine andere Perspektive ein: hier werde deutlich, dass ohne .com nichts geht. Mittlerweile hat sich das Blatt bei Wantable gedreht: die .co-Domain leitet auf die .com weiter. Offenbar geht ohne das .com-Pendant tatsächlich nicht viel – im US-amerikanischen Raum.

Unter diesem Gesichtspunkt, weil die traditionellen Endungen noch immer und auf lange Sicht noch maßgebend sind, ist der Schritt von Reall, wie positiv dieser Umstieg als Signal für nTLDs auch sein mag, gewagt. Das gilt allemal, da .xyz inhaltlich nicht spezifisch zugeordnet werden kann. Kommentatoren auf thedomains.com zum Artikel vom 22. Oktober 2014 hatten recht schnell Domain-Alternativen für Reall zur Hand, wie etwa realequityforall.co.uk, reall.co.uk und reall.org.uk; und die erste Wahl reall.uk war zumindest bis zum 23. Oktober 2014, also 35 Tage nach der offiziellen Ankündigung zum Rebranding, noch zu haben. Wie der bereits vorgestellte Domain Name Association (DNA)-Report zeigt, muss nicht alles .com-zentriert sein: die eigene Länderendung ist – außer in den USA – nahezu überall beliebter als .com. Die sich bietenden Reall-Alternativen unter .uk wären daher wahrscheinlich die bessere Wahl gewesen. Im besten Falle hätte Reall sie ergänzend zu reall.xyz registrieren sollen.

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29
Okt 2014
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von RA Florian Hitzelberger

Die im Oktober 2013 ins Leben gerufene Domain Name Association (DNA) hat die erste Ausgabe ihres neuen »State of the Domains«-Report veröffentlicht. Die Erstauflage weiss vor allem mit statistischen Informationen zu glänzen.

Die DNA bildet eine Non-Profit-Organisation, die in keiner formalen Verbindung zur Internet-Verwaltung ICANN steht. Sie versteht sich als Sprachrohr der Domain Name Industry, in der unter anderem die Registries als auch Registrare vertreten sind. Zu ihren Mitgliedern gehören zum Beispiel GoDaddy, Afilias, Donuts, Google, Amazon, Neustar und Nominet; VeriSign dagegen ist trotz seiner Stellung als weltweit wichtigste Domain-Registry kein Mitglied der DNA. An ihrer Spitze steht als »Chair of the Board« der Australier Adrian Kinderis. Weitaus prominenter ist jedoch Executive Director Kurt Pritz; der US-Amerikaner, vormals auch bei Walt Disney tätig, fungierte bis November 2012 als »Chief of Strategy« von ICANN und war das öffentliche Gesicht des gesamten nTLD-Programms. Mit den finanzkräftigen Mitgliedern im Rücken, verleiht er der DNA in der Öffentlichkeit eine starke, viel beachtete Stimme.

Zu einer solch starken Stimme soll sich auch der »State of the Domains«-Report entwickeln. Die erste Ausgabe, die ab sofort zum kostenlosen Download zur Verfügung steht, befasst sich auf 28 Seiten intensiv mit den neu eingeführten Domain-Endungen. Besonderen Wert legt der Report darauf, seine Ausführungen mit statistischen Werten zu untermauern. In der »DNA Global Awareness Survey« ging man beispielsweise der Frage nach, ob es in den verschiedenen Ländern eine Vorliebe für ausgewählte Top Level Domains gibt. So bevorzugt man etwa in den USA bei der Bezahlung von Rechnungen die Domain onlinepayments.com, für die sich 48 Prozent der Befragten entschieden; onlinepayments.us würden nur 5 Prozent bevorzugen, onlinepayments.finance sogar nur 1 Prozent. Für onlinepayments.secure würden sich immerhin 35 Prozent entscheiden. Stellt man diese Frage in Australien, würden 47 Prozent für onlinepayments.com.au votieren; die .com-Variante ist dort mit 8 Prozent dagegen kaum gefragt, auch die neue onlinepayments.secure stößt mit 26 Prozent auf deutlich weniger Interesse. Damit ist belegt, dass die Bevölkerung eines Landes »ihrer« Länderendung hohes Vertrauen schenkt. Das gleiche Bild ergibt sich beim Online-Kauf von Schuhen: in den USA ist shoes.com mit 83 Prozent am stärksten gefragt, während shoes.us mit 3 Prozent fast zu vernachlässigen ist; in Australien setzen dagegen nur 7 Prozent auf shoes.com, und immerhin 43 Prozent auf shoes.com.au. Neue Endungen wie etwa shoes.shop oder shoes.buy sind in beiden Ländern noch kaum von Interesse.

Einer der Hauptkritikpunkte am nTLD-Programm von ICANN war die ungeklärte Frage, ob überhaupt Bedarf an neuen Domain-Endungen besteht. Vor allem die US-Regierung hatte darauf gedrängt, Fakten zu liefern. Mit dem »State of the Domains«-Report versucht die DNA, dieser Frage durchaus kritisch nachzugehen, auch wenn man es nicht versäumt, zahlreiche neue Endungen positiv zu porträtieren – ein fundiertes Hintergrundbild der bunten Domain Name Industry liefert der Report in jedem Fall.

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29
Okt 2014
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von RA Florian Hitzelberger

Die schwedische Domain-Verwaltung Internet Infrastructure Foundation hat damit begonnen, eine Vielzahl äusserst attraktiver, bisher gesperrter .se-Domains zu versteigern.

Insgesamt stehen 349 Domains auf dieser Liste, darunter vor allem Domains mit Bezug zu geographischen Begriffen wie belgien.se, brasilien.se, italien.se, luxemburg.se, monaco.se und usa.se, aber auch zahlreiche .se-Domains mit zwei Zeichen wie de.se, eu.se, gi.se, ke.se und mo.se. Bisher waren diese Domains gesperrt, um sie den jeweiligen Ländern zur Verfügung zu stellen; das Interesse hieran war aber gering. Die Aktion hat bereits am 13. Oktober 2014 begonnen und verläuft bis 12. Januar 2015 in mehreren »batches«; jeder einzelne dieser »batches« dauert zwischen 10 und 12 Tagen. Als Auktionator hat die Registry die Plattform Tradera benannt, die Teilnahme ist sowohl für Einzelpersonen als auch Unternehmen möglich; ein Sitz in Schweden wird nicht verlangt. Der Startpreis für jede Domain liegt bei lediglich SEK 1,–, umgerechnet also etwa EUR 0,11. Sämtliche Erlöse kommen der Registry zu Gute.

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28
Okt 2014
0
von RA Florian Hitzelberger

Die Internet-Verwaltung ICANN hat im Rahmen einer Auktion den Zuschlag für drei weitere neue Top Level Domains erteilt: für .salon, .spot und .reality legten die künftigen Betreiber zusammen knapp US$ 12,9 Mio. auf den Tisch.

Seit dem 4. Juni 2014 entscheidet in all jenen Fällen, in welchen mehr als ein Bewerber übrig geblieben ist, eine vom US-Unternehmen Power Auctions LLC veranstaltete Auktion, wer eine neue TLD verwalten darf. Erster Gewinner einer solchen »auctiof last resort« war die Beijing Tele-info Network Technology Co. Ltd., die sich gegen Zahlung von US$ 600.000,– im Wettbieten um eine internationalisierte chinesische Variante von .info gegen die .info-Registry Afilias Ltd. durchsetzen konnte. Seither wurde eine Vielzahl von Endungen versteigert, zuletzt etwa .buy zu einem Preis von US$ 4.588.888,–, .vip für etwas geringere US$ 3.000.888,- sowie .tech als bisher teuerste neue Top Level für US$ 6,76 Mio.

Am 22. Oktober 2014 setzte sich das Wettbieten fort. Im Wettstreit um .spot traten Dotspot LLC, Amazon EU S.à r.l. sowie die Google-Tochter Charleston Road Registry Inc. gegeneinander an. Bereits nach fünf Bietrunden war der Sieger gefunden: Amazon EU S.à r.l. hatte mit U$ 2,2 Mio. (ca. EUR 1.735.920,–) den höchsten Betrag aufgerufen. Einer der Teilnehmer war bereits bei einem Betrag von US$ 900.000,– ausgestiegen. Doch es geht auch deutlich höher, wie das Wettbieten von Outer Orchard LLC, DaySmart Software Inc., L’Oréal und Aesthetics Practitioners Advisory Network Pty Ltd. um .salon bewies: nach insgesamt 8 Bietrunden konnte sich Outer Orchard LLC mit einem Gebot von US$ 5.100.575,– (ca. EUR 4.024.630,–) durchsetzen. Das in den USA ansässige Unternehmen gehört zu Donuts Inc., was darauf hindeutet, dass eine möglichst offene Registrierung angestrebt wird. Teuerste Endung war dieses Mal aber .realty: aus dem lediglich zwei US-Kandidaten umfassenden Bewerberkreis mit Dash Bloom LLC und Fegistry LLC konnte sich letztere ebenfalls nach acht Bietrunden mit einem Gebot von US$ 5.588.888,– (ca. EUR 4.409.940,–) durchsetzen. Insgesamt hat ICANN damit über US$ 27,8 Mio. aus den bisherigen sieben Auktionen eingenommen.

Auffällig ist, dass Google trotz seiner unbestrittenen Finanzkraft in allen vier Auktionen, an denen man teilgenommen hat, unterlegen ist. Die Zurückhaltung scheint nicht unangebracht: DOT TBA-Gründerin Christa Taylor hat in einem Blog-Post die Registrierungszahlen der ersten neuen Top Level Domains näher unter die Lupe genommen und festgestellt, dass eine neue Top Level Domain bei einem Auktionsgebot von US$ 4 Mio. und einem Verkaufspreis von US$ 20,– pro Domain zwei Jahre und sechs Monate braucht, um das Gebot wieder einzuspielen. Das gilt aber nur, wenn man die Registrierungszahlen aus dem besten bisherigen Quartal einer neuen Endung zu Grunde legt; zieht man das bisher schlechteste Quartal heran, dauert es über zehn Jahre, bis allein das Gebot wieder eingenommen wurde – von den sonstigen Kosten des Betriebs einer Registry ganz abgesehen. Wer ohne Augenmaß bietet, braucht also schon sehr langen Atem, um den Betrieb einer TLD profitabel zu gestalten.

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.org10.406.760
.uk8.736.653
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.fr2.819.217
.it2.705.962
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Stand: 01. Oktober 2014
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