22
Mai 2013
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von RA Florian Hitzelberger

Die Internet-Verwaltung ICANN geht davon aus, dass von den ursprünglich 1.930 Bewerbungen um eine neue globale Top Level Domain 646 zurückgezogen werden. Dies enthüllt ein Blick auf den ICANN-Budgetplan für das Haushaltsjahr 2014, das im Juli 2013 beginnt.

Insgesamt 66 zurückgezogene Bewerbungen um eine neue Domain-Endung meldet die ICANN-Website aktuell, und offenbar wird sich diese Zahl noch drastisch erhöhen. Darauf deutet zumindest die Haushaltsplanung von ICANN hin. Die Internet-Verwaltung spekuliert damit, dass sich 105 Bewerber noch vor dem Abschluss der »initial evaluation phase« aus dem Rennen verabschieden; in diesem Fall erhalten sie 70 Prozent der Bewerbungsgebühr von US$ 185.000,– rückerstattet. Weitere 390 Bewerber könnten sich nach der »initial evaluation phase« verabschieden, aber noch bevor weitere Prüfungsphasen wie »extended evaluation«, »dispute resolution« oder »string contention resolutions« ihr Ende gefunden haben; sie bekommen immerhin noch 35 Prozent ihrer Bewerbungsgebühr zurück. Wer dagegen erst nach diesen weiteren Prüfungsphasen aussteigt, erhält lediglich 20 Prozent zurück; für diese Gruppe rechnet ICANN mit nochmals 150 Bewerbern. Allen Anlass zur Freude hat schließlich ein Bewerber, der sich schon im Rahmen einer GAC Early Warning zum Ausstieg entschieden hat und dafür mit einer Erstattung von 80 Prozent der Bewerbungsgebühren belohnt wurde.

Dass ICANN mit 646 Rückziehern nicht in Blaue hinein plant, belegt der Umstand, dass der Budgetplan im letzten Jahr noch 545 Rückzieher vorsah; ICANN hat diese Zahl also nach Beginn des Prüfungsverfahrens deutlich nach oben korrigiert. Die Gründe für den Rückzug liegen dabei weniger daran, dass Bewerber die Lust verloren haben, sondern meist daran, dass es in vielen Fällen Mehrfach-Bewerbungen um die selbe Zeichenkette gibt. Daher geht ICANN davon aus, dass sich die Bewerber entweder untereinander einigen, Kooperationen schließen oder letztlich eine Auktion über den Zuschlag entscheidet.

Das ICANN mit der Annahme von 646 Rückziehern nicht ganz falsch liegen könnte, deutet eine Vielzahl von Statusmeldungen an, die in den letzten Tagen veröffentlicht wurden. So hat die holländische C.V. TLDcare von ihren Plänen zur Einführung von .inc und .ltd verabschiedet; in beiden Fällen gibt es aber noch zahlreiche weitere Bewerber. Zum Rückzug fast genötigt sieht sich Afilias bei .mail, da es zu viele Mitbewerber gibt, darunter Google, Amazon und Donuts; auch das angekündigte Einschreiten von United States Postal Service und Universal Postal Union dürften ihr übriges getan haben. Welche Gründe die American Heart Association Inc. veranlasst haben, die Bewerbung um .stroke zurückzunehmen, wurde bisher nicht bekannt. Im Fall des Rückzugs von NU DOTCO LLC um .book hat die Muttergesellschaft STRAAT Investments dagegen mitgeteilt, dass man eine strategische Kooperation mit einem anderen Bewerber plane; wer das ist, ließ man allerdings offen.

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22
Mai 2013
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von RA Florian Hitzelberger

DNS-LU, offizielle Verwalterin des luxemburgischen Länderkürzels .lu, führt eine neue »Freeze«-Funktion ein.

Mit Wirkung ab dem 11. Juni 2013 kann jedermann einen Dispute-Eintrag beantragen, sofern er glaubhaft macht, dass er ein Recht an der Domain hat oder durch die Domain in eigenen Rechten verletzt wird. Der Antrag kann über ein Formular gestellt werden, das die Registry bereithält; zur Glaubhaftmachung genügen Dokumente in französischer, deutscher oder englischer Sprache. Eine Domain, die mit einem Dispute-Eintrag versehen ist, kann von ihrem Inhaber zwar weiter genutzt, jedoch nicht auf einen Dritten übertragen werden. Der Dispute hat eine Gültigkeit von einem Jahr, und erlischt dann ohne weitere Nachricht; eine Verlängerung ist möglich. Ein ganz ähnliches Blocking-Instrument gibt es übrigens auch für .de; dort hat die Registry DENIC eG schon vor vielen Jahren ebenfalls einen Dispute-Eintrag eingeführt.

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21
Mai 2013
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von RA Daniel Dingeldey

Unter dem Titel »Neue Top Level Domains – Was Unternehmen jetzt wissen müssen« lädt der Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. (eco) im Juni eine Informationsveranstaltungstour durch die Republik und Österreich.

Mit dieser Workshopreihe will eco Unternehmen in Deutschland und Österreich einen konkreten Praxisleitfaden an die Hand geben, anhand dessen sie im Hinblick auf die Einführung der neuen Domain-Endungen (gTLDs) jetzt aktiv werden können, um ihre Marken optimal vor Mißbrauch schützen zu können. Experten klären die wichtigsten Fragen, zeigen Chancen und Risiken der neuen gTLDs auf. Dabei werden sowohl die juristische Seite wie auch das Thema Online-Marketing berücksichtigt.

Die Workshops richten sich an Markeninhaber, Verantwortliche im Unternehmen im Bereich Markenführung und Online-Marketing und natürlich an Juristen. Die Termine stehen fest. Die Workshopreihe beginnt am 06. Juni in Berlin und endet am 26. Juni in Hamburg. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur kostenfreien Anmeldung finden sich hinter dem jeweiligen Veranstaltungsort:

Termine Orte
06. Juni 2013 Berlin
07. Juni 2013 Frankfurt am Main
20. Juni 2013 Wien
24. Juni 2013 Köln
25. Juni 2013 München
26. Juni 2013 Hamburg

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21
Mai 2013
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von RA Daniel Dingeldey

Die alte Frage bleibt: wie, wann und wo bekomme ich meine Domain zu einem guten Preis an den Mann? Während wir immer wieder beobachten, dass die meisten Geschäfte von Domain-Investor zu Domain-Investor erfolgen, ist das wirklich lukrative Geschäft bei Verkäufen an den Endnutzer zu machen.

Das Thema vom Domain-Verkauf hat zuletzt Katherine Theroux in einem Blogpost auf afternic.com angeschnitten. Sie gibt dabei drei Tipps: Warten, bis der Markt für eine Domain reif ist. Erst wenn zum Domain-Namen relevante Informationen auftauchen und sich Trends dahin entwickeln, wird sich Interesse für den Domain-Namen bilden. Der Wunsch, die Domain zu verkaufen, trifft dann auf den eines Käufers, sie zu erwerben. Wenn es soweit ist, sollte die Domain sichtbar zum Verkauf stehen, etwa über eine Parking-Seite, der man auch die Daten des Verkäufers entnehmen kann. Im besten Falle bringt man Dritte dazu, über das Verkaufsangebot zu schreiben. Doch letztlich stellt sich wieder die Preisfrage: was ist die Domain wirklich wert? Der Preis der Domain und ihr Wert sollten sich decken, um ein Geschäft zum Abschluss zu bringen. Während der Verkäufer nach Ansicht von Theroux in der Regel nur das Geld und den Profit sieht, habe die Domain für den Käufer weit mehr Bedeutung: Wert, Popularität und Entwicklungsmöglichkeiten. Der Preis der Domain sollte diese Werte widerspiegeln. Theroux hält es für sinnvoll, den Preis der Domain auch dranzuschreiben; das gäbe dem zukünftige Inhaber der Domain mehr Zuversicht, um in die Verhandlungen einzusteigen.

Das Geheimnis bleibt: der Käufer sollte auf den Verkäufer zugehen. Das bestätigen Domain-Investoren wie Rick Schwartz und Frank Schilling immer wieder. Nicht umsonst kommt Rick Schwartz in seiner über 15-jährigen Laufbahn als Domainer auf lediglich gut zwei Hände voll Verkäufe, bei denen er in der Regel auch gleich noch die Gewinnbeteiligung bei dem Geschäft des Käufers mit vereinbart. Als Domain-Investor kann man natürlich Domains auch ständig kaufen und wiederverkaufen. Doch ob man dabei die Möglichkeiten einer Domain ausreizt ist die Frage. Domainer sein heißt, geduldig sein. Denn es sind nur wenige Käufer, die genau diese eine Domain wirklich wollen – und bereit sind, den korrekten Preis dafür zu zahlen.

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17
Mai 2013
0
von RA Florian Hitzelberger

Knapp 410 Millionen Domain-Namen bis zum Ende des Jahres 2016, davon etwa 75 Millionen unter einer neuen Domain-Endung – zu dieser Schätzung kommt Pinkard Alan »Pinky« Brand vom Domain-Beratungsunternehmen DomainDiction. Der Blick in die Historie fällt weit ernüchternder aus.

Es dauert zwar noch einige Monate, aber spätestens 2014 erwartet uns eine »kontrollierte Explosion« hunderter neuer globaler Top Level Domains. Pinky Brand, einer der Berater der Gründer und des Board of Directors von .mobi, und von 2006 bis 2012 Director of Global Sales bei dotMobi, hat einen Ausblick gewagt. Er geht davon aus, dass bis Ende 2016 die Zahl der .com-Domains von heute 108 Millionen auf 129,5 Millionen angestiegen ist. Hinzu kommen weitere 41,5 Millionen Domains unter allen anderen generischen Endungen sowie 163,8 Millionen Länderdomains. Für alle neu eingeführten Endungen sieht er ein Potential für einen Marktanteil von 18 Prozent oder umgerechnet 73,6 Millionen Domains. In seinen Berechnungen geht er davon aus, dass nach Abzug internationalisierter Domain-Endungen, den Marken-Endungen und geschlossenen generischen Endungen letztlich 256 Top Level Domains übrig bleiben, die offen und weltweit vermarktet werden können. Im Durchschnitt sieht er so ein Potential von etwa 270.000 Registrierungen für jede dieser 256 neuen Endungen bis ins Jahr 2016.

Doch ob nTLDs halten, was sie versprechen, kann derzeit niemand seriös beantworten. Einen Fingerzeig könnten die Registrierungszahlen jener Domain-Endungen geben, die seit dem Jahr 2000 neu eingeführt wurden und die wir unten zusammengefasst haben. Sämtliche Zahlen stammen aus den »monthly reports«, die jeder Betreiber einer generischen Top Level Domain bei ICANN einreichen muss. Da die Zahlen jedoch stets erst mit mehrmonatiger Verzögerung online verfügbar sind, geben sie hier den Stand Dezember 2012 wider. Das Ergebnis ist ernüchternd: sieht man von .mobi ab, kommt keine Endung auf mehr als einige zehntausend und nur in Ausnahmefällen auf wenige hunderttausend Registrierungen. Selbst die Zahlen für .asia sind enttäuschend: bei einer Bevölkerung von rund 4 Milliarden Menschen in Asien meldet die Registry nur knapp 400.000 Registrierungen. Zum Vergleich: Europa mit seinen gut 750 Millionen Einwohnern kommt auf immerhin 3,7 Millionen .eu-Domains. Die sieben Registrierungen unter .post sind übrigens kein Schreibfehler: über ems.post, postnl.post, posteitaliane.post, postemaroc.post, info.post, ptc.post sowie wnsstamps.post hinaus gibt es derzeit keine Domains unter dieser Endung.

.aero 8.263
.asia 380.945
.cat 61.321
.coop 14.967
.jobs 42.089
.mobi 1.038.217
.museum 435
.name 218.674
.post 7
.pro 156.988
.tel 218.825
.travel 23.388
.xxx 140.121
(Stand Dezember 2012)

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Aktuelle Domain-Verkäufe

Der aktuelle Domain-Preisspiegel gibt Ihnen Auskunft ber erziehlte Verkaufspreis einzelner Domains:

Domain-name Jahr Preis
xn--ko-eka.co201389 EUR
glaced.com201389 $US
haste.net201389 $US
dog.co.uk20131600 EUR
brl.net20131049 $US
upyear.com201389 $US
framecolor.com201389 $US
Domain Statistiken
.com108.374.803
.tk16.814.963
.de15.397.992
.net15.019.501
.uk10.460.115
.org10.287.444
.cn (31.03.2013)7.489.764
.info6.870.938
.nl5.242.073
.au2.658.908
.it2.549.327
.fr2.601.215
.biz2.344.802
.ca2.073.437
.us1.794.481
.ch (31.12.2012)1.752.794
.es1.648.358
.se1.287.907
.at1.211.293
Stand: 01. Mai 2013
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