27
Feb 2015
von RA Florian Hitzelberger

Der an der Westküste zum Atlantik gelegene afrikanische Staat Guinea-Bissau startet mit seiner offiziellen Länderendung .gw neu durch.

Am 13. Februar 2015 gab man bekannt, dass die portugiesische Registry DNS.PT mit dem Management, der Pflege sowie der Registrierung von .gw betraut wurde. Dies soll dazu führen, dass der gesamte Registrierungsprozess wesentlich beschleunigt wird. Der erste Eindruck ist positiv: die Registry-Website ist generalüberholt und bietet mit wenigen Klicks alle notwendigen Informationen, um .gw-Domains zu registrieren. Mit einem Preis von umgerechnet etwa EUR 46,– für zwei Jahre halten sich auch die Gebühren in einem üblichen Rahmen. Da Domains unterhalb von .gw weltweit ohne Einschränkung registriert werden können, sind sie auch im deutschsprachigen Raum interessant. Laut Wikipedia zählt Guinea-Bissau zu den am geringsten entwickelten Ländern der Welt; zumindest in Sachen Domains präsentiert man sich ganz fortschrittlich.

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26
Feb 2015
von RA Florian Hitzelberger

Über 500 neue Top Level Domains von ursprünglich 1.930 Bewerbungen sind inzwischen delegiert. Trotz aller Euphorie zeigt sich allerdings der US-amerikanische Suchmaschinengigant Google Inc. bei seinen Wunsch-Endungen auffällig zurückhaltend.

Mit 101 Bewerbungen um eine neue globale Domain-Endung, eingereicht über die Tochtergesellschaft Charleston Road Registry Inc., zählt Google zu den eifrigsten Teilnehmern des nTLD-Programms von ICANN. Allein an Bewerbungsgebühren musste Google hierfür knapp US$ 18,7 Mio. an ICANN zahlen. Für Dave Thomas, Leiter von Sedo UK, war das Google-Engagement ein »PR-Traum« für ICANN, konnte die Internet-Verwaltung doch darauf verweisen, dass sich eine der »Super-Marken« des Internets rege für die eigene Domain interessiert. Nicht wenige gingen sogar davon aus, dass Google aufgrund seiner Finanzkraft praktisch jede TLD bekommen werde, um die man sich beworben hat. Die Praxis widerlegt diese Behauptungen jedoch: mit .and, .are sowie .est zog Google praktisch mit der Veröffentlichung gleich drei Bewerbungen wieder freiwillig zurück.

Somit verblieben 98 Bewerbungen, wovon 39 Bewerbungen »uncontested« waren, also ohne Konkurrenz. Besonders eilig hat es Google aber trotzdem nicht, sie auf den Markt zu bringen: bisher stehen lediglich .how, .soy sowie eine internationalisierte Endung in den Regalen der Registrare. Dagegen harren so attraktive Endungen wie .day, .fly, .gmail, .google, .kid, .new oder .youtube noch ihrer Bestimmung. Bei 34 Bewerbungen musste Google mit anderen Bewerbern in den Ring steigen; trotz eines Milliardenvermögens hat sich Google aber bisher lediglich bei fünf Endungen durchgesetzt, nämlich .play, .dev, .drive, .docs und .moto. Dabei war der Widerstand bei vier dieser Endungen überschaubar – es gab nur einen einzigen Konkurrenten. Bei 28 Endungen hat Google hingegen (zumeist freiwillig) den Kürzeren gezogen, darunter so Schwergewichte wie .blog, .buy, .earth, .cloud, .book, .movie und .store. Da sowohl »Blogger« als auch »Google Earth« zu den Kernprodukten des Unternehmens zählen, hat der Rückzug bei .blog und .earth selbst Brancheninsider überrascht.

Für ein endgültiges Fazit ist es aber noch zu früh. Mit .app, .game, .gmbh, .inc, .llp, .music, .search, .shop oder .tube hat Google noch etliche äusserst begehrte Endungen im Wettrennen, bei denen voraussichtlich erst eine Auktion entscheidet, wer sie künftig verwalten darf. Sollte Google durch die Rückzüge die Kriegskasse gefüllt haben, um bei diesen Endungen an die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren zu gehen, hätte man alles richtig gemacht. Und zur Not bleibt ja noch das Geschäft als Registrar, bei dem Google ebenfalls den Markt von hinten aufrollen könnte.

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25
Feb 2015
von RA Florian Hitzelberger

Die französische Domain-Verwaltung AFNIC möchte daran erinnern, dass seit dem 8. Dezember 2014 die Vergabebedingungen liberalisiert wurden.

Demnach können erstmals .fr-Domains bestehend aus lediglich einem oder zwei Zeichen registriert werden. Seit dem 16. Februar 2015 ist dieser Prozess in seine zweite Phase getreten; hatten zunächst Markeninhaber das Erstzugriffsrecht, läuft seit dem 16. Februar 2015 (15.00 Uhr UTC) noch bis zum 17. März 2015 (14.59 Uhr UTC) eine Landrush-Phase. An dieser kann jeder teilnehmen, der zur Registrierung unter .fr berechtigt ist; allerdings gelten erhöhte Preise. Die Live-Phase ohne Sondergebühren beginnt am 17. März 2015 um 15.00 Uhr UTC, sofern dann noch kurze Domains vorhanden sind. Die Freigabe erstreckt sich sowohl auf Buchstaben des Alphabets einschließlich einer Vielzahl von Umlauten und Sonderzeichen, als auch die Ziffern von 0 bis 9; der Bindestrich bleibt jedoch ausgeschlossen. Zudem bleiben Buchstabenkombinationen, welche einer existierenden ccTLD entsprechen (wie in at.fr oder de.fr), von einer Registrierung ausgeschlossen. Die ebenfalls von AFNIC verwalteten Endungen .re, .pm, .tf, .yt und .wf sind von der Liberalisierung nicht betroffen.

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25
Feb 2015
von RA Daniel Dingeldey

Michael Ross, Inhaber der Domain playboy.london, unterlag in einem UDRP-Verfahren dem Medien-Unternehmen Playboy. Nun lässt er die WIPO-Entscheidung vor britischen Zivilgerichten überprüfen.

Am 21. Januar 2015 unterlag Michael Ross, seines Zeichens Londoner Playboy und Inhaber der Domain playboy.london, in einem WIPO-Verfahren, und müsste die Domain jetzt auf die Playboy Enterprises International Inc. in Beverly Hills, Kalifornien (USA) transferieren. Doch er akzeptiert die Entscheidung nicht und will vor dem britischen High Court of Justice, Chancery Division sein Recht an der Domain erstreiten. Die Domain hatte er im April 2014 bei einem weinseligen Abend aus einer Laune heraus registriert. Er sieht sich selbst als berechtigter Inhaber, da er ein Lebemann sei, der die Playboy Mansion in Beverly Hills besucht und eine Playboy-Schönheit gedated habe als er noch zu den begehrtesten Junggesellen Britanniens zählte; ausserdem habe er bereits an sieben Gumball-Rennen teilgenommen. Jetzt sei er verheiratet und seine Frau erwarte ein Kind.

Vor dem WIPO-Panelisten Nicholas Smith kam Ross mit dieser Begründung nicht durch, wobei sich Smith die Entscheidung nicht einfach machte (Case No. D2014-2077). Dennoch problematisierte er bei der Frage von Identität oder Ähnlichkeit von Domain und Marke die Endung .london nicht, die er in diesem Falle nicht einfach als vernachlässigbares Merkmal hätte übergehen dürfen. Hier hinkt die UDRP-Rechtsprechung nun doch der Entwicklung hinterher. Gleichwohl: Smith bestätigte die Identität von Domain und Marke. Er erkannte auch kein Recht oder berechtigte Nutzung der Domain auf Seiten von Ross, weder um unter playboy.london die Kindheit und Jugend seines zukünftigen Kindes aufzuzeichnen, noch dass er ein Playboy sei und unter diesem »Namen« bekannt ist. An dieser Stelle ging Panelist Smith in die Tiefe und prüfte die Belege, die Ross vorgelegt hatte und die ihn als bekannt unter dem Namen »Playboy« ausweisen sollten. Die Bilder von Ross’ Besuch in der Playboy Mansion überzeugten ebenso wenig wie ein Pressebericht über das Date mit einem Playboy-Bunny, noch ein Artikel aus dem Jahr 2008, in dem Ross als einer von Britanniens begehrtesten Junggesellen dargestellt wird. Smith verneinte nach ausführlichem Abwägen schließlich, dass Ross unter dem Namen »Playboy« bekannt sei, weil man letztlich nicht allgemein bekannt unter einen allgemeinen Begriff sein könne. Anders gesagt: Playboy ist kein Name für eine Person, sondern lediglich eine Bezeichnung. Damit fehlte es am berechtigten Interesse oder Recht zur Nutzung der Domain. Auch die Bösgläubigkeit (bad faith) stellte Panel Smith fest, da Ross die Marke Playboy zum Zeitpunkt, zu dem er die Domain registrierte, kannte, er selbst aber keine Rechte an dem Begriff hatte. Zudem nutzt er die Domain gar nicht und es sei nicht ersichtlich, dass er die Domain je zu irgendeinem Zweck genutzt habe. Dieses passive Halten einer Domain könne aber als Missbrauch verstanden werden. Hier wusste der Domain-Inhaber um die Markeninhaberin und ihre Marke, und Ross habe keine gutgläubige Nutzung der Domain dargelegt. Aus diesen Gründen ging Panelist Smith auch von der Bösgläubigkeit des Domain-Inhabers aus und entschied, die Domain playboy.london sei auf die Playboy Enterprises International Inc. zu übertragen.

Mit dieser am 21. Januar 2015 verkündeten WIPO-Entscheidung will sich aber Michael Ross nicht abfinden. Wie Kit Chellel auf bloomberg.net berichtet, gehe es dem 50-jährigen Immobilienhändler Michael Ross nun ums Prinzip, weshalb er am 12. Februar Klage vor dem High Court of Justice, Chancery Division (Michael Ross v. Playboy Enterprises International Inc., IP-2015-000028), eingereicht hat. Er hat die Domain im April 2014 für GBP 34,99 über den Registrar 123-reg.co.uk registriert und erklärte

If you want to make a point of principle, the court is the place to get a conclusion.”

Ray Young, Sprecher von Playboy, teilte mit, Playboy werde weiter aktiv das wertvolle Branding schützen und eigene Rechte verteidigen.

Fragt sich, ob die Klage von Michael Ross Aussicht auf Erfolg hat. Wir haben keine Erfahrungen mit den britischen Zivilgerichten in Domain-Entscheidungen. Doch diesseits erscheint dieses Verfahren wenig erfolgversprechend. Ross verwechselt Name und Begriff. Das hat WIPO-Panelist Nicholas Smith sehr schön erkannt und dargestellt. Was er allerdings nicht recht bedacht hat, scheint uns die Würdigung der Endung .london als differenzierendes Merkmal: playboy.london ist anders zu beurteilen als beispielsweise playboy.net oder playboy.info. Allerdings versäumte die Playboy Enterprises International Inc. nicht darauf hinzuweisen, dass sie ihrerseits Inhaberin der Domain playboylondon.com ist und auch einen Club in London besitzt, der unter dem Namen »Playboy Club London« bekannt ist.

Auf das Domain-Recht spezialisierte Anwälte findet man auf Domain-Anwalt.de, einem Projekt der united-domains AG.

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24
Feb 2015
von RA Florian Hitzelberger

Mit der politischen Unabhängigkeit Schottlands vom Vereinigten Königreich ist es nach einem Referendum im September 2014 nichts geworden, aber zumindest im Domain Name Space setzt man eigene Akzente.

Seit dem 17. Februar 2015 ist die schottische Regierung von der Domain scotland.gov.uk zum knackig-kurzen gov.scot unter halb der neu eingeführten Endung .scot gewechselt. Die alte Adresse dient lediglich noch der Weiterleitung, so dass bisher eingesetzte Links gültig bleiben. Dem schottischen Finanzminister John Swinney war der Wechsel eine eigene Pressemitteilung wert, verbunden mit der Hoffnung, dass .scot damit einen Schub in der öffentlichen Wahrnehmung erhält. Und der ist nötig: mit bisher gut 8.300 registrierten Domains dürfte .scot die eigenen Erwartungen jedenfalls noch nicht übertroffen haben. Allerdings bleibt .scot auch nur jenen vorbehalten, die (unabhängig von ihrem Wohnsitz) eine kulturelle oder geschäftliche Verbindung zur Gemeinschaft der Schotten vorweisen können oder ihr sonst Gutes tun. Ob und wie ernsthaft dies überprüft wird, bleibt noch abzuwarten.

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Stand: 01. Februar 2015
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