17
Mai 2013
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von RA Florian Hitzelberger

Knapp 410 Millionen Domain-Namen bis zum Ende des Jahres 2016, davon etwa 75 Millionen unter einer neuen Domain-Endung – zu dieser Schätzung kommt Pinkard Alan »Pinky« Brand vom Domain-Beratungsunternehmen DomainDiction. Der Blick in die Historie fällt weit ernüchternder aus.

Es dauert zwar noch einige Monate, aber spätestens 2014 erwartet uns eine »kontrollierte Explosion« hunderter neuer globaler Top Level Domains. Pinky Brand, einer der Berater der Gründer und des Board of Directors von .mobi, und von 2006 bis 2012 Director of Global Sales bei dotMobi, hat einen Ausblick gewagt. Er geht davon aus, dass bis Ende 2016 die Zahl der .com-Domains von heute 108 Millionen auf 129,5 Millionen angestiegen ist. Hinzu kommen weitere 41,5 Millionen Domains unter allen anderen generischen Endungen sowie 163,8 Millionen Länderdomains. Für alle neu eingeführten Endungen sieht er ein Potential für einen Marktanteil von 18 Prozent oder umgerechnet 73,6 Millionen Domains. In seinen Berechnungen geht er davon aus, dass nach Abzug internationalisierter Domain-Endungen, den Marken-Endungen und geschlossenen generischen Endungen letztlich 256 Top Level Domains übrig bleiben, die offen und weltweit vermarktet werden können. Im Durchschnitt sieht er so ein Potential von etwa 270.000 Registrierungen für jede dieser 256 neuen Endungen bis ins Jahr 2016.

Doch ob nTLDs halten, was sie versprechen, kann derzeit niemand seriös beantworten. Einen Fingerzeig könnten die Registrierungszahlen jener Domain-Endungen geben, die seit dem Jahr 2000 neu eingeführt wurden und die wir unten zusammengefasst haben. Sämtliche Zahlen stammen aus den »monthly reports«, die jeder Betreiber einer generischen Top Level Domain bei ICANN einreichen muss. Da die Zahlen jedoch stets erst mit mehrmonatiger Verzögerung online verfügbar sind, geben sie hier den Stand Dezember 2012 wider. Das Ergebnis ist ernüchternd: sieht man von .mobi ab, kommt keine Endung auf mehr als einige zehntausend und nur in Ausnahmefällen auf wenige hunderttausend Registrierungen. Selbst die Zahlen für .asia sind enttäuschend: bei einer Bevölkerung von rund 4 Milliarden Menschen in Asien meldet die Registry nur knapp 400.000 Registrierungen. Zum Vergleich: Europa mit seinen gut 750 Millionen Einwohnern kommt auf immerhin 3,7 Millionen .eu-Domains. Die sieben Registrierungen unter .post sind übrigens kein Schreibfehler: über ems.post, postnl.post, posteitaliane.post, postemaroc.post, info.post, ptc.post sowie wnsstamps.post hinaus gibt es derzeit keine Domains unter dieser Endung.

.aero 8.263
.asia 380.945
.cat 61.321
.coop 14.967
.jobs 42.089
.mobi 1.038.217
.museum 435
.name 218.674
.post 7
.pro 156.988
.tel 218.825
.travel 23.388
.xxx 140.121
(Stand Dezember 2012)

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17
Mai 2013
0
von RA Daniel Dingeldey

Das Landgericht in Berlin macht in einer Entscheidung aus dem März 2013 deutlich, dass auch geschäftlich genutzte Google+-Accounts eines Impressums bedürfen (LG Berlin, Beschluss vom 28.03.2013, Az.: 16 O 154/13). Etwas anderes stand auch gar nicht zu erwarten, doch das Landgericht war für Überraschungen gut.

Die Antragstellerin war von der Gegnerin wegen einer vermeintlichen Urheberrechtsverletzung von einer Mitbewerberin abgemahnt worden. Bei Prüfung der Sach- und Rechtslage fiel auf, dass die Antragsgegnerin auf ihrer Google+-Präsenz kein rechtskonformes Impressum (Inhaberkennung) aufwies. Die Antragstellerin ließ die Gegnerin ihrerseits deswegen abmahnen, woraufhin allerdings innerhalb der gesetzten Frist keine Reaktion erfolgte. So beantragte die Antragstellerin durch ihren Anwalt eine einstweilige Verfügung vor dem Landgericht Berlin.

Das Landgericht Berlin hatte Anlaufschwierigkeiten, der einstweiligen Verfügung stattzugeben, ließ sich aber durch den Hinweis auf EU-Richtlinien und Rechtsprechung überzeugen. Zunächst aber ergingen zwei Hinweise des Gerichts an die Antragstellerin. Unter anderem ließ das Gericht durchblicken, dass es das fehlende Impressum für eine Bagatelle halte, weil der Google+-Account nur dazu diene, die Aufmerksamkeit von Besuchern auf die offizielle Homepage des Anbieters zu lenken. Dort verweise das Impressum darauf, dass dieses auch für die Auftritte in sozialen Netzwerken gelte. Rechtsanwalt Florian Daniel, Vertreter der Antragstellerin, erinnerte das Landgericht Berlin nun an die Rechtsprechung anderer Gerichte und zwei, die Rechte von Verbrauchern schützende EU-Richtlinien (UGP-Richtlinie 2005/29 /EG und RL 97/7/EG), die unmittelbare Geltung auch in Deutschland entfalten. Die Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken (RL 2005/29/EG) regelt, dass soweit das Gemeinschaftsrecht Informationsanforderungen in Bezug auf Werbung, kommerzielle Kommunikation oder Marketing festschreibt, die betreffenden Informationen im Rahmen dieser Richtlinie als wesentlich angesehen werden (Erwägungsgrund 15 der Richtlinie). Die Richtlinie 97/7/EG widmet sich dem Verbraucherschutz beim Fernabsatz und regelt unter anderem, dass bei Abschluss eines Vertrages die Identität des Lieferers verfügbar (Artikel 4, Absatz 1a), also letztlich ein rechtskonformes Impressum vorhanden sein muss. Von einer Bagatelle kann dann bei einem fehlenden Impressum auf einem geschäftlich genutzten Goggle+-Account nicht mehr die Rede sein. Demgemäß erließ das Landgericht die einstweilige Verfügung antragsgemäß.

Mit der Entscheidung tat sich das Landgericht Berlin aus unerfindlichen Gründen ein wenig schwer. Die Entscheidung an sich war aufgrund der Erfahrungen mit gleichgelagerten Fällen bei Facebook-Accounts nicht anders zu erwarten. Rechtsanwalt Daniel wird die Entscheidungsgründe veröffentlichen, sobald sie den Parteien ordentlich zugestellt wurden.

Rechtsanwalt Thomas Schwenke gibt unter Berücksichtigung des aktuellen Urteils des Landgericht Berlins eine Anleitung, wie Sie Ihr Google+-Profil mit einem Impressum ausstatten,.

Auf das Domain-Recht spezialisierte Anwälte findet man auf Domain-Anwalt.de, einem Projekt der united-domains AG.

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16
Mai 2013
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von RA Florian Hitzelberger

Die ostafrikanische Republik Ruanda hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: wie die Rwanda Information Communication Technology Association (RICTA), seit letztem Jahr offizielle Registry für die Länderendung .rw, mitteilt, will man bis zum Jahr 2016 insgesamt 5.000 Domains vergeben haben.

Aktuell steht .rw bei etwa 1.800 registrierten Domains. Nach einem siebenjährigen Streit mit dem Unternehmer Frederic Gregoire und seiner Fa. NIC Congo Interpoint war es der gemeinnützigen RICTA 2012 gelungen, die Registry-Funktion zu übernehmen. Schon damals hatte RICTA angekündigt, mit günstigeren Preisen und einem schnelleren Service für steigende Registrierungen zu sorgen. Helfen sollen unter anderem Verkaufspreise an Reseller von RWF 30.000,–, umgerechnet etwa EUR 34,50 pro Jahr und Domain. Zudem ist die Einführung von Subdomains wie .co.rw, .org.rw, .net.rw, coop.rw und ac.rw geplant. Gerade Markeninhaber sollten daher auf .rw ein Auge haben, da mit der Zahl der registrierten Internetadressen das Risiko für Rechtsverletzungen steigt.

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16
Mai 2013
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von RA Florian Hitzelberger

Das im Zuge des ICANN-Meetings in Peking veröffentlichte Kommuniqué des Governmental Advisory Committee (GAC) sorgt auch noch nach Wochen für Aufregung: Demand Media Inc., Bewerber um dutzende neue Top Level Domains, warnte die Internet-Verwaltung, auf die GAC-Forderungen einzugehen.

Um 26 eigene und 107 gemeinsam mit Donuts betriebene Domain-Endungen hat sich United TLD Holdco Ltd., eine Tochtergesellschaft von Demand Media, bei ICANN beworben. Und ganz offenbar sieht man diese Bewerbungen nun durch das GAC-Kommuniqué vom 23. April 2013 schwer gefährdet: in einem sechsseitigen Schreiben an ICANN wehrt sich das Unternehmen vor allem gegen die vom GAC geforderten Sicherungsmaßnahmen (»safeguards«), die sich auf ganze Kategorien von Bewerbungen stürzen und damit praktisch für alle Top Level Domains mit Ausnahme markenbezogener Endungen klare Regeln fordern, die einen Missbrauch ausschliessen; hierzu zählen insbesondere WHOIS-Verifizierung und -Prüfung, Eindämmung von missbräuchlichen Aktivitäten, Sicherheitsprüfungen und die Verhängung von Sanktionen bei Regelverstössen. Zwar bekenne man sich zu all diesen Zielen; das GAC solle jedoch nicht vorschreiben können, wie sie in jedem Einzelfall für jede TLD umzusetzen sind.

Am kritischsten sieht Demand Media, dass nunmehr nachträglich Anforderungen an eine neue Top Level Domain gestellt werden sollen, die zum Zeitpunkt der Bewerbung gar nicht bekannt waren. Aus generischen Endungen wie .cam, .dance oder .engineer wird so zum Beispiel faktisch eine sponsored TLD, die lediglich einem begrenzten Kreis von Personen offensteht. Solche Regelungen seien auch praktisch nicht umsetzbar, da im Zuge der Registrierung nicht geprüft werden könne, wofür zum Beispiel eine .engineer-Domain genutzt werde, zumal nicht für alle Kategorien eine Aufsichtsbehörde existiere. Geist und Inhalt des Kommuniqués widerspräche schließlich dem basisdemokratischen, auf Einbeziehung verschiedener Interessengruppen und Ausgleich gerichteten Modell von ICANN; würde ICANN diese vom GAC geforderten Maßnahmen umsetzen, würde man sogar selbst jede Legitimation verlieren.

Die Sorge scheint nicht unberechtigt: wie die GAC-Vorsitzende Heather Dryden in einem Interview mit ICANNs Mediendirektor Brad White betonte, erwarte man, dass die Hinweise des GAC vollumfänglich umgesetzt würden. Derzeit sehen die Statuten von ICANN zwar vor, dass die Hinweise des GAC nicht verpflichtend sind; ein bloßes »Dankeschön für Ihre Meinung« werde das GAC aber nicht akzeptieren. Selbst ein Ausscheren einzelner Länder aus dem GAC schloss Dryden für diesen Fall nicht aus. Hatte ICANN bisher angekündigt, die GAC-Thematik bis Anfang Juni 2013 abschließend zu besprechen, sieht der aktualisierte Fahrplan bereits Ende Juni 2013 vor. Ob dann noch genügend Zeit bleibt, um vor dem für 14. bis 18. Juli 2013 angesetzten ICANN-Meeting in Durban praxisnahe Lösungen mit allen anderen Beteiligten zu diskutieren, ist mehr als zweifelhaft. Erneut sieht alles danach aus, dass sich der Zeitplan zur Einführung neuer globaler Top Level Domains verzögert; mit den ersten neuen Domain-Endungen noch in diesem Jahr ist daher zumindest für den Massenmarkt wohl kaum noch zu rechnen.

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15
Mai 2013
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von RA Florian Hitzelberger

Nur etwas mehr als 20.000 Einwohner, aber allein in den letzten drei Wochen mehr als 50.000 registrierte Domains: .pw, das offizielle Länderkürzel von Palau, hat einen blendenden Neustart hingelegt.

Schauen wir zunächst aber in die Champions League der Top Level Domains, wo sich nur Bescheidenes tut. Ein Zuwachs von lediglich knapp 450.000 Domains im April 2013 sind selbst für .com nur ein durchschnittliches Ergebnis. Sogar unter seinem Durchschnitt bleibt das deutsche Länderkürzel .de, das nach einem Anstieg von 34.735 Domains im März 2013 nunmehr auf gerade einmal 12.304 Domains kommt, und knapp unter der Marke von 15,4 Millionen Adressen bleibt. Doch auch .net, Rivale um Platz zwei der TLD-Weltrangliste, kann davon nicht profitieren: mit einem Nettozuwachs von 11.711 Domains bleibt man sogar hinter .de zurück.

Weiter im statistischen Sinkflug bleibt .info, die im April 2013 einen Verlust von knapp 110.000 Domains netto einstecken muss und deutlich unter der Marke von sieben Millionen Domain-Namen notiert. Immerhin liefert die Registry Afilias nun erstmals eine Erklärung für die drastischen Verluste, die sich im Jahr 2012 auf fast eine Million Domains summierten: eine neue “anti-abuse policy” soll der Grund sein, mit der man unter anderem Spam, Phishing und anderen internetspezifischen Problemen den Kampf angesagt habe. In deren Umsetzung habe Afilias gemeinsam mit den Registraren damit begonnen, aggressiv und ohne Rücksicht auf Marktanteile gegen Verstöße vorzugehen. Unter dem Strich stärke diese Maßnahme die Reputation von .info als “Heimat der Information” im Internet.

Zum Schluss noch eine erfreuliche Nachricht: wie die .PW Registry mitteilt, hat man binnen drei Wochen nach dem Beginn der allgemeinen Registrierung bereits über 50.000 Domain-Namen unter .pw vergeben. Die als Kürzel für das »professional web« vermarktete, offizielle Landesendung von Palau, einem Inselstaat im Pazifischen Ozean, steht seit dem 25. März 2013 jedermann auf Grundlage des »first come, first served«-Prinzips zur Anmeldung offen. Allein in den ersten 30 Minuten des Neustarts seien über 3.000 Registrierungen eingegangen, meldet die Registry. Im ersten Jahr hat man sich vorgenommen, insgesamt über 100.000 Domains zu vergeben. Dazu beitragen könnten auch einige Premium-Domains, die bisher von der Registry gesperrt warten, aber in Kürze per Auktion vergeben werden könnten. Mit zwei Ein-Zeichen-Domains hat man dabei schon gute Erfahrungen gemacht: erst kürzlich wurden sie zu Preisen von je über US$ 8.000,– an den Mann gebracht.

Die aktuellen Domain-Zahlen:

.de 15.397.992 (Vergleich zum Vormonat: + 12.304)
.at 1.211.293 (Vergleich zum Vormonat: + 8.227)
.com 108.374.803 (Vergleich zum Vormonat: + 447.222)
.net 15.019.501 (Vergleich zum Vormonat: + 11.711)
.org 10.287.444 (Vergleich zum Vormonat: + 23.068)
.info 6.870.938 (Vergleich zum Vormonat: - 108.685)
.biz 2.344.802 (Vergleich zum Vormonat: + 13.803)
.us 1.794.481 (Vergleich zum Vormonat: - 443)
(Stand 1. Mai 2013)

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Domain-name Jahr Preis
xn--ko-eka.co201389 EUR
glaced.com201389 $US
haste.net201389 $US
dog.co.uk20131500 EUR
brl.net20131049 $US
upyear.com201389 $US
framecolor.com201389 $US
Domain Statistiken
.com108.374.803
.tk16.814.963
.de15.397.992
.net15.019.501
.uk10.460.115
.org10.287.444
.cn (31.03.2013)7.489.764
.info6.870.938
.nl5.242.073
.au2.658.908
.it2.549.327
.fr2.601.215
.biz2.344.802
.ca2.073.437
.us1.794.481
.ch (31.12.2012)1.752.794
.es1.648.358
.se1.287.907
.at1.211.293
Stand: 01. Mai 2013
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