03
Mrz 2015
von RA Florian Hitzelberger

VeriSign Inc., Registry der beiden generischen Domain-Endungen .com und .net, packt die Klagekeule aus: vor dem Eastern District of Virginia (Alexandria Division) verklagt das US-Unternehmen die .xyz-Registry XYZ.COM LLC sowie deren Gründer Daniel Negari wegen irreführender Werbung.

Seit über 15 Jahren verwaltet VeriSign mit .com und .net die beiden wichtigsten generischen Top Level Domains der Welt. An dieser Vormachtstellung möchten zahlreiche Betreiber neu eingeführter Domain-Endungen rütteln, im Fall von .xyz nach Einschätzung von VeriSign allerdings mit unzulässigen Mitteln. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat VeriSign bereits im Dezember 2014 Klage gegen XYZ.COM LLC und Negari erhoben. In der 15-seitigen Klagebegründung macht VeriSign geltend, dass die Beklagten gegen den »Lanham (Trademark) Act« verstoßen habe. Konkret stört sich VeriSign daran, dass es nach einer Behauptung von XYZ.COM LLC unmöglich sei, den von ihnen gewünschten Domain-Namen unter .com zu finden. Des Weiteren stößt sich VeriSign an der Behauptung, dass .xyz die Nummer 1 im Markt der nTLDs sei und die meisten Registrierungen vorweise. Inakzeptabel ist für VeriSign auch die Behauptung, dass .xyz nach Ansicht von Dritten »die nächste .com« sei, und schließlich für sich reklamiere, .com in Akzeptanz, Reputation, Stabilität und Sicherheit überlegen zu sein. Auslöser dieses Rechtsstreits scheint offenbar ein Werbespot mit dem Titel »Move over .com – .xyz is for the next generation of the internet« zu sein, in dem .com durch einen beinahe schrottreifen Honda Accord, .xyz dagegen durch eine nagelneuen Audi R8 Spyder repräsentiert wird.

XYZ.COM LLC und Negari haben auf die Vorwürfe inzwischen reagiert und weisen in der 10-seitigen Klageerwiderung die erhobenen Vorwürfe von sich. An zahlreichen Stellen des Schriftsatzes beschränkt man sich auf ein »deny«. Dabei sind die erhobenen Vorwürfe nicht gänzlich ohne Substanz. So dürfte unstreitig sein, dass ein Großteil der inzwischen über 800.000 Registrierungen auf eine Marketing-Aktion von Network Solutions zurückgeht; dabei wurden Inhabern zum Beispiel von .com- oder .net-Domains das .xyz-Pendant kostenlos ins Portfolio geschoben, verbunden mit der Hoffnung, dass der Registrierungsvertrag (dann kostenpflichtig) verlängert wird. Nicht ohne Ironie stellt VeriSign fest, selbst davon betroffen zu sein; so ist man nunmehr Inhaber der Domain gtld-servers.xyz, weil man zuvor gtld-servers.com für sich angemeldet hatte. Jedoch liegt auch VeriSign wohl nicht immer ganz richtig; so mag es zwar zutreffen, dass noch 95 Prozent aller .com-Domains mit fünf Zeichen frei und unregistriert sind; der weitaus grösste Teil davon besteht allerdings aus sinnlosen Kombinationen von Buchstaben, Ziffern und Bindestrichen.

Noch unklar ist, welche Motive hinter der Klage von VeriSign stecken. Als weltweit grösste Registry mit allein über 115 Millionen verwalteten .com-Domains dürfte die Handvoll .xyz-Domains kaum eine ernsthafte Konkurrenz darstellen. Im Fall einer Wettbewerbsverletzung wäre der Gang zur Federal Trade Commission (FTC) zudem naheliegender gewesen. Es steht daher zu vermuten, dass VeriSign ein Zeichen setzen möchte, um allen anderen nTLD-Registries zu zeigen, dass .com noch King ist – was zu beweisen wäre.

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02
Mrz 2015
von RA Daniel Dingeldey

Im April 2015 findet der 14. @kit-Kongress in Verbindung mit dem 4. Forum »Kommunikation & Recht« diesmal in Karlsruhe statt. Unter dem Titel »Kollidierende Interessen im Internet: Medienrecht – Datenschutz – IT-Recht – Haftung« werden aktuelle Themen des Internetrechts diskutiert.

Der Bayreuther Arbeitskreis IT/Neue Medien-Recht e.V. lädt zusammen mit der Zeitschrift »Kommunikation & Recht« zum 14. @kit-Kongress verbunden mit dem 4. Forum »Kommunikation & Recht« am 23. und 24. April 2015 nach Karlsruhe ins Medientheater, ZKM – Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe. Auf der Agenda stehen in diesem Jahr unter den aktuellen Entwicklungen im Recht der neuen Medien die Verbraucherrichtlinie, Embedded Content und Fotorecht im öffentlichen Raum. Datenschutzthemen sind die staatliche Datensammlung und der Datenschutz im Internet der Dinge. Die traditionelle öffentliche Podiumsdiskussion zum Ende des ersten Arbeitstages bringt diesmal unter dem Titel »Rechtsschutz gegen geheimdienstliche Überwachung: Nichts sehen, nichts hören, nichts fühlen« unter der Moderation von Dr. Frank Bräutigam (ARD) bekannte Fachleute wie Prof. Dr. Niko Härting (Berlin), Prof. Dr. Andreas Paulus (BVerfG) und Prof. Dr. Heinrich Amadeus Wolff (Uni Bayreuth, @kit) zusammen. Am zweiten Veranstaltungstag geht es weiter mit einem Panel zum Autonomen Fahren, gefolgt von einem Vortrag von Vera von Pentz (BGH) zur Verantwortlichkeit des Website-Betreibers für Persönlichkeitsrechtsverletzungen. Der @kit-Kongress endet mit dem Vortrag von Dr. Wolfgang Bär (BGH) zur Strafverfolgung von Cyberkriminalität und den Schlussworten der Veranstalter.

Der 14. @kit-Kongress und das 4. Forum »Kommunikations & Recht« findet vom 23. April 2015, 09:00 bis zum 24. April 2015 13:30 Uhr im Medientheater, ZKM – Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, Lorenzstr. 19, 76135 Karlsruhe statt. Die Teilnahmekosten betragen je nach Status zwischen EUR 29,– und EUR 490,–. Der Preis schließt Veranstaltungsunterlagen und die Pausenverpflegung mit ein. Eine Teilnahmebestätigung nach § 15 FAO wird erteilt. Ergänzend findet bereits am Vorabend ab 20:00 Uhr ein Get-together im Wirtshaus Wolfbräu in Karlsruhe sowie im 23. April ab 17:00 Uhr eine Besichtigung des Bundesgerichtshofs (nach vorheriger Anmeldung) statt.

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02
Mrz 2015
von RA Daniel Dingeldey

In den letzten Wochen gab es turbulente Domain-Preise: Kaum hatte Rick Schwartz den Verkauf von porno.com zum Preis von US$ 8.888.888,– öffentlich gemacht, hieß es, 360.com sei zu einem exorbitanten Preis verkauft worden. Und jetzt stellt sich heraus, dass auch 50.com verkauft wurde, zu einem Millionenbetrag.

Die Meldung über den Verkauf von 360.com liegt bereits drei Wochen zurück. Die Brancheninformationsseite dnjournal.com teilte mit, dass im chinesischen Raum Meldungen kursieren, wonach die Domain 360.com, deren Inhaberin Vodafone ein Angebot über US$ 14 Mio. abgelehnt habe, nun einen Preis von US$ 17 Mio. (ca. EUR 15 Mio.) erzielte. Neue Inhaberin der Domain ist die chinesische Qihoo Technology, die über die Domain 360.cn operiert. Laut dnjournal.com gibt es sowohl bei der Käuferin wie auch bei der Verkäuferin Quellen, die von diesem horrenden Betrag sprechen. Offiziell bestätigt ist der Preis allerdings noch nicht. Dieser Tage stellte sich heraus, dass die Domain 50.com, die im vergangenen Dezember im Newsletter von MediaOptions.com zum Preis von US$ 3,5 Mio. (ca. EUR 3,1 Mio.) angeboten worden, mittlerweile einen neuen Inhaber mit Sitz in den USA gefunden hat. Sein Name: Wang Yi. Domain-Investoren nehmen an, dass die Domain den geforderten Preis von US$ 3,5 Mio. erzielt hat. Und das sind nicht die einzigen horrenden Preise, für die Zahlendomains derzeit gehandelt werden.

Bereits im März 2014 erzielte die Domain 37.com CNY 12.000.000,– (ca. EUR 1.958.200,–). Käuferin ist eine chinesische Unternehmung, die drei Gründe für den Kauf nannte: der Domain-Name sei einfacher zu merken als 37wan.com (wobei »wan« Spiel auf chinesisch bedeutet), deren Inhaber sie bereits ist. Man wolle mit dem Geschäft expandieren und globale Märkte erobern, da sei der chinesische Begriff »wan« ein Nachteil. Und schließlich haben andere chinesischen Unternehmen vorgemacht, wie man mit dem Wechsel auf kürzere Domains größeren Erfolg erzielt. Hier reiht sich auch die Domain 100.com, die ebenfalls im März 2014 zum Preis von »lediglich« US$ 950.000,– (ca. EUR 693.431,–) einen neuen Inhaber in der NASTAQ notierten chinesischen YY Inc. fand, die über die Domain ein Lehrangebot für die chinesische Sprache anbietet. Und in den Jahren zuvor zeigte sich auch schon ein reger Handel mit Zifferndomains, die weitestgehend in chinesische Hände kamen:

2014
Chinesische Käufer

99.netUS$ 150.000,– (ca. EUR 113.636,–)
353.netUS$ 10.200,– (ca. EUR 7.907,–)

Nichtchinesiche Käufer

100.orgUS$ 26.500,– (ca. EUR 23.451,–)
13.deEUR 15.000,–

2013
Chinesische Käufer

114.comUS$ 2.100.000,– (ca. EUR 1.600.000,–)
88888.comUS$ 245.000,– (ca. EUR 180.147,–)

Unbekannte Käufer

1001.comUS$ 100.000,– (ca. EUR 72.464,–)
5.co.ukUS$ 67.611,– (ca. EUR 48.993,–)

2012
Chinesischer Käufer

60.comUS$ 310.000,– (ca. EUR 240.310,–)

2011
Chinesische Käufer:

11.comUS$ 525.000,– (ca. EUR 377.698,–)
33.comUS$ 358.000,– (ca. EUR 255.714,–)
45.comUS$ 280.000,– (ca. EUR 213.740,–)

Nichtchinesische Käufer

235.comUS$ 100.000,– (ca. EUR 72.464,–)
2.deEUR 29.000,–

Seit 2011 sind die Preise für .com-Zifferndomains rapide angestiegen. Das dürfte mit der Nachfrage in China zusammenhängen. Die dürfte auf der enormen Kaufkraft in China beruhen, verbunden mit dem hohen Maß an Bedeutung, die Zahlen in China beigemessen wird. In China beschränken sich Zahlenbedeutungen nicht wie im westlichen Raum auf Unglückszahlen wie 13 und 17 und allenfalls noch auf 42, sondern beinahe jede einzelne Zahl genießt eine besondere, mystische Bedeutung. Das hängt oft mit dem Klang der gesprochenen Zahl zusammen, der mit dem eines ähnlich klingenden Wortes verknüpft und dessen Bedeutung der Zahl zugesprochen wird. Und wäre porno.com nicht an ein Unternehmen mit Sitz in Prag, sondern beispielsweise in Peking verkauft worden, könnte man davon ausgehen, dass der Preis von US$ 8.888.888,– dem Käufer der Domain höchstes Glück bescheren würde. Denn die 8 ist die Glückszahl schlechthin in China, die auch für bevorstehenden Reichtum steht.

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27
Feb 2015
von RA Florian Hitzelberger

Der an der Westküste zum Atlantik gelegene afrikanische Staat Guinea-Bissau startet mit seiner offiziellen Länderendung .gw neu durch.

Am 13. Februar 2015 gab man bekannt, dass die portugiesische Registry DNS.PT mit dem Management, der Pflege sowie der Registrierung von .gw betraut wurde. Dies soll dazu führen, dass der gesamte Registrierungsprozess wesentlich beschleunigt wird. Der erste Eindruck ist positiv: die Registry-Website ist generalüberholt und bietet mit wenigen Klicks alle notwendigen Informationen, um .gw-Domains zu registrieren. Mit einem Preis von umgerechnet etwa EUR 46,– für zwei Jahre halten sich auch die Gebühren in einem üblichen Rahmen. Da Domains unterhalb von .gw weltweit ohne Einschränkung registriert werden können, sind sie auch im deutschsprachigen Raum interessant. Laut Wikipedia zählt Guinea-Bissau zu den am geringsten entwickelten Ländern der Welt; zumindest in Sachen Domains präsentiert man sich ganz fortschrittlich.

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26
Feb 2015
von RA Florian Hitzelberger

Über 500 neue Top Level Domains von ursprünglich 1.930 Bewerbungen sind inzwischen delegiert. Trotz aller Euphorie zeigt sich allerdings der US-amerikanische Suchmaschinengigant Google Inc. bei seinen Wunsch-Endungen auffällig zurückhaltend.

Mit 101 Bewerbungen um eine neue globale Domain-Endung, eingereicht über die Tochtergesellschaft Charleston Road Registry Inc., zählt Google zu den eifrigsten Teilnehmern des nTLD-Programms von ICANN. Allein an Bewerbungsgebühren musste Google hierfür knapp US$ 18,7 Mio. an ICANN zahlen. Für Dave Thomas, Leiter von Sedo UK, war das Google-Engagement ein »PR-Traum« für ICANN, konnte die Internet-Verwaltung doch darauf verweisen, dass sich eine der »Super-Marken« des Internets rege für die eigene Domain interessiert. Nicht wenige gingen sogar davon aus, dass Google aufgrund seiner Finanzkraft praktisch jede TLD bekommen werde, um die man sich beworben hat. Die Praxis widerlegt diese Behauptungen jedoch: mit .and, .are sowie .est zog Google praktisch mit der Veröffentlichung gleich drei Bewerbungen wieder freiwillig zurück.

Somit verblieben 98 Bewerbungen, wovon 39 Bewerbungen »uncontested« waren, also ohne Konkurrenz. Besonders eilig hat es Google aber trotzdem nicht, sie auf den Markt zu bringen: bisher stehen lediglich .how, .soy sowie eine internationalisierte Endung in den Regalen der Registrare. Dagegen harren so attraktive Endungen wie .day, .fly, .gmail, .google, .kid, .new oder .youtube noch ihrer Bestimmung. Bei 34 Bewerbungen musste Google mit anderen Bewerbern in den Ring steigen; trotz eines Milliardenvermögens hat sich Google aber bisher lediglich bei fünf Endungen durchgesetzt, nämlich .play, .dev, .drive, .docs und .moto. Dabei war der Widerstand bei vier dieser Endungen überschaubar – es gab nur einen einzigen Konkurrenten. Bei 28 Endungen hat Google hingegen (zumeist freiwillig) den Kürzeren gezogen, darunter so Schwergewichte wie .blog, .buy, .earth, .cloud, .book, .movie und .store. Da sowohl »Blogger« als auch »Google Earth« zu den Kernprodukten des Unternehmens zählen, hat der Rückzug bei .blog und .earth selbst Brancheninsider überrascht.

Für ein endgültiges Fazit ist es aber noch zu früh. Mit .app, .game, .gmbh, .inc, .llp, .music, .search, .shop oder .tube hat Google noch etliche äusserst begehrte Endungen im Wettrennen, bei denen voraussichtlich erst eine Auktion entscheidet, wer sie künftig verwalten darf. Sollte Google durch die Rückzüge die Kriegskasse gefüllt haben, um bei diesen Endungen an die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren zu gehen, hätte man alles richtig gemacht. Und zur Not bleibt ja noch das Geschäft als Registrar, bei dem Google ebenfalls den Markt von hinten aufrollen könnte.

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.berlin155.144
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