23
Jul 2014
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von RA Florian Hitzelberger

Die zum US-Wirtschaftsministerium gehörende National Telecommunications and Information Administration (NTIA) will ihre Pläne zur Einführung eines neuen »multi-stakeholder council« für die Länderendung .us konkretisieren.

In einer Pressemitteilung vom 10. Juli 2014 rief die NTIA interessierte Internetnutzer dazu auf, ihre Ideen und Vorstellungen einzubringen; Ziel des Councils ist es, die »user experience« und den Nutzwert des Namensraumes unter .us zu verbessern. Die verschiedenen Interessengruppen sollen im Council möglichst breit gefächert vertreten sein. Beispielhaft werden bisher zehn Gruppen wie .us-Registrare, Städte und Gemeinden, Inhaber von Markenrechten, Strafverfolgungsbehörden, kleine Unternehmen und nicht zuletzt die Domain-Inhaber selbst vertreten sein. Ihre Amtszeit soll anfangs voraussichtlich zwei oder drei Jahre betragen, eine Wiederwahl ist möglich. Den Vorsitz im Council hat ein Vertreter der Registry Neustar. Sie hatte im März 2014 von der NTIA den Zuschlag für die weitere Verwaltung von .us bekommen. Neben der Einführung eines Councils zählt den Vertragsinhalten auch die Wiederbelebung des Namensraums unter .kids.us; weitere Informationen gibt es hierzu bisher aber nicht.

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23
Jul 2014
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von RA Daniel Dingeldey

Die Länderendung für Tokelau, ein kleines Land im Südpazifik, überschritt am vergangenen Wochenende die Marke von 25 Millionen aktiver Domains. Damit ist .tk die erfolgreichste Länderendung und die nach .com stärkste Top Level Domain. Das Geheimnis dieses Erfolgs ist das Tokelau Internet Projekt, ein Joint Venture, dank dem .tk-Domains umsonst angeboten werden.

Tokelau besteht aus drei kleinen Atollen, die nördlich von Samoa mitten im Südpazifischen Ozean gelegen sind. Eine der einsamsten Gegenden der Welt, ohne Infrastruktur, Bildung und medizinische Versorgung. Tokelau unterliegt neuseeländischer Verwaltung. Um aus dieser Situation herauszukommen, startete die Tokelau 2001 ein Joint Venture aus der Verwaltung von Tokelau, dem Telekom-Unternehmen Teletok und BV Dot TK, einer Privatunternehmung aus den Niederlanden. 2007 unterschrieb die niederländische BV Dot TK einen dauerhaften Lizenzvertrag mit Tokelau, aufgrund dessen sie .tk-Domains vertreibt und im Gegenzug mehr als 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leistet und die Insel mit Breitbandinternet versorgt. Ziel ist es, die Bekanntheit von Tokelau zu erhöhen und so Kontakte zu anderen, insbesondere Fortune 500 Unternehmen, zu knüpfen, die die Versorgungslage auf Tokelau verbessern, wie die Kommunikation, Bildung und medizinische Versorgung der Region und ihrer rund 1.500 Inselbewohner.

Das Joint Venture erweist sich hinsichtlich der Domain-Registrierungen als erfolgreich: Ende 2011 überschritt .tk die Sieben-Millionen-Grenze und war ab Ende 2012 die Länderendung mit den meisten registrierten Domains. Seitdem liegt .de nur mehr auf dem zweiten Platz. In den letzten 45 Tagen allein erhöhte sich die Registrierungszahl um 1.100.000 Domains. Anfang Juni verzeichneten wir noch 23.967.924 .tk-Adressen, am 01. Juli betrug die Zahl 24.519.560 und am 22. Juli 2014 sind es schon 25.093.405 Domains. Als sei die Registrierungszahl von 25 Mio. nicht genug, scheint nach Angaben der Anti-Phishing Working Group und von Architelos sich die Kostenlos-Strategie nicht nachteilig auf den Leumund der Domain auszuwirken: .tk ist nicht auf der Liste der 10 Missbrauch gefährdetsten Endungen zu finden und gilt als die 47. sicherste von 72 Top Level Domains. Das verdankt sie der von Dot TK eingerichteten »antiabuse API«, die den vertrauenswürdigen Partnern erlaubt, Missbrauchsdomains kurzerhand zu löschen.

Aber als hätte das nicht doch alles einen Haken, zeigt sich bei einem kleinen, nicht repräsentativen Test, dass .tk-Domains – bei deutschen Begriffen – gerne für vermeintlich wahllose Weiterleitungen um fünf bis zehn Adressen genutzt werden, ehe man auf einer .de- oder .eu-Domain ankommt, die nichts mit dem eingegebenen .tk-Domain-Namen zu tun hat. Gerne stößt man dann auf Nutzerbefragungen. Wirklich erfreulich ist aus unserer Sicht diese Nutzung der kostenlosen .tk-Domains nicht.

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22
Jul 2014
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von RA Florian Hitzelberger

Die Internet-Verwaltung ist ins Visier von Domain-Abzockern geraten: wie ICANN selbst mitteilt, sind Zertifikate aufgetaucht, die zum Schutz von generischen Top Level Domains angeblich notwendig sind. Doch das ist glatt gelogen.

In einer am 15. Juli 2014 versandten Mitteilung warnt ICANN alle Internetnutzer vor einer neuen Betrugsmasche, bei der das Vertrauen in die Integrität der Netzverwaltung ausgenutzt werden soll. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl in englischer als auch chinesischer Sprache verfasste Zertifikate; sie tragen jeweils das ICANN-Logo und haben zumindest in der englischen Fassung folgenden Inhalt: »This certifies that the Domain name – Brand name – Company name has been assigned and created at this address […] The ownership of this domain was registered at our records unter the number […] and all information and statements that we provided with are true and correct.« Unterstrichen wird der offizielle Charakter durch den Aufdruck der ICANN-Adresse und eine Unterschrift, die sich allerdings nicht zuordnen lässt.

Leider lässt ICANN offen, wie genau die Betrugsmasche funktioniert und an welche Zielgruppe sie sich richtet. Auch wer diese Zertifikate unters Volk bringt, lässt sich der Mitteilung nicht entnehmen. ICANN lässt lediglich wissen, dass die Versender die Zertifikate dazu nutzen, um eine der Höhe nach nicht näher spezifizierte Gebühr vom Domain-Inhaber einzutreiben. Weder ICANN noch die Domain-Registrare bestätigen die Registrierung einer Domain jedoch durch ein Zertifikat, noch ist ein solches überhaupt notwendig. Es besteht daher kein Anlass, auf die Forderung der Betrüger einzugehen. Wer eine solche Nachricht erhalten hat, sollte sich per eMail an compliance@icann.org wenden, und wird dort bei Bedarf auch nähere Informationen erhalten. Nicht zu verwechseln ist dieser Vorfall übrigens mit dem Domain-Zertifikat der österreichischen Domain-Verwaltung Nic.at. Nach der Registrierung einer .at-Domain sendet Nic.at dem Inhaber per eMail ein Domain-Zertifikat zu; so kann der Inhaber bequem den Erfolg der Registrierung verfolgen und die Richtigkeit der Daten überprüfen. Diese Serviceleistung von Nic.at ist jedoch kostenlos.

Dass sich ICANN im Kampf gegen Abzocker nicht geschlagen gibt, zeigt ein Schreiben vom 18. Juli 2014. Darin teilt ICANN dem kanadischen Registrar Brandon Gray Internet Services Inc. mit, dass er vorerst keine Domains unter generischer Endung mehr registrieren darf. Das Unternehmen hatte zuvor drei Mal binnen der letzten zwölf Monate gegen den Registry-Vertrag verstoßen. Brandon Gray betreibt das Angebot NameJuice.com, und wem das nichts sagt: dahinter verbirgt sich die berüchtigte Domain Registry of America (DROA), die – ebenso wie ihr europäisches Pendant Domain Registry of Europe (DROE) – bereits kurz nach der Jahrtausendwende auf sich aufmerksam gemacht hatte. In eigens formulierten eMails hatte man Domain-Inhaber zum kostspieligen Wechsel ihres Registrars verleiten wollen. Im April 2004 musste DROA deswegen auf seiner Website einen Hinweis anbringen, dass jeder Kunde das Recht hat, den Registrar zu wechseln und pro Domain-Transfer US$ 6,– erstattet bekommt. Ob ICANN dem Geschäftsgebahren von DROA nun endgültig die Grundlage entzieht, bleibt abzuwarten.

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21
Jul 2014
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von RA Daniel Dingeldey

Der erste World Domains Day 2014 (WDD.2014) findet am 24. August 2014 in der indischen Industrie- und Technologiemetropole Hyderabad statt. Die Veranstaltung legt einen Schwerpunkt auf die neuen Domain-Endungen.

Die Indian Domain Owners Association (IDOA), ein gerade erst gegründetes Konsortium von Domain-Investoren, Internet-Entrepreneuren und indischen Serviceprovidern organisiert den World Domains Day 2014. Die Veranstaltung findet in Hyderabad, dem Zentrum des indischen Subkontinents statt. Hyderabad ist die Hauptstadt zweier indischer Bundesstaaten und als Pharma- und Biologieindustriestadt bekannt.

Zu dem World Domains Day werden zahlreichen Domain-Investoren, Web-Professionals, Startups und Venture Capitalists erwartet. Als Referenten nehmen unter anderem Vikram Ahuja (Google Adsens), Ravi Kanth (CEO, planyourhealth.in), Alok Bansal (CFO, policybazaar.com) und der indische Domainer Sanjeev Goyal (CEO. mitsu.in) teil. Neben zahlreichen Vorträgen über Domains, e-Commerce und den schnell wachsenden indischen Markt wird es auch eine Domain-Auktion von 30 Domains geben. Derzeit können Domains, die einen Indienbezug aufweisen, für die Auktion angemeldet werden.

Der World Domains Day 2014 findet am 24. August 2014 ab 09:30 Uhr im Avasa Hotel, HUDA Techno Enclave, HiTech City, Hyderabad, Telangana (Indien) statt. Die Ticketpreise starten bei US$ 65,– (Early Bird bis 23.07.2014) und reichen bis US$ 340,–, jeweils nebst Gebühren.

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21
Jul 2014
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von RA Daniel Dingeldey

Das Verfahren der Uniform Rapid Suspension (URS) ist mit hohem Aufwand in das nTLD-Programm zum Schutz vor Cybersquatting implementiert worden, doch scheint das schnelle und günstige URS gegenüber der UDRP das Verfahren zweiter Wahl zu sein: Michael Berkins konstatierte am 06. Juli 2014, dass seit dem 15. Juni 2014 insgesamt 26 UDRP-Verfahren und nur 6 URS-Verfahren gegen nTLDs eingeleitet wurden.

Woran liegt es, dass Markeninhaber das langwierigere und teurere UDRP-Verfahren dem URS-Verfahren vorziehen? Drei voreilige Gründe lassen sich schnell diagnostizieren: Die UDRP ist bekannt und gewohnt, warum sollte man sich auf ein anderes Verfahren umstellen? Die URS ist einfach noch nicht bekannt. Und das Ergebnis der URS ist unbefriedigend, weil es lediglich zur Sperrung der betroffenen Domain für die Registrierungsperiode führt. Doch schaut man sich die Sache genauer an, erweisen sich die Gründe als komplexer. Wie Gerald M. Levine in einem Blogbeitrag unter udrpsearch.com erklärt, sind die rechtlichen Anforderungen beim URS-Verfahren höher als bei der UDRP. Die URS greift ausschließlich bei eindeutiger und klarer Sachlage. Es darf sich keinerlei Zweifel an dem Anspruch des Markeninhabers ergeben, andernfalls wird sein Antrag auf Suspendierung der rechtsverletzenden Domain zurückgewiesen. So etwa im aktuellen Fall von IBM gegen North Sound Names (eine Frank Schilling Unternehmung) wegen der Domains aix.link und db2.link. IBM ist zwar Inhaberin entsprechender Marken, aber es gibt zahlreiche weitere Inhaber identischer Marken, womit die Sache nicht mehr eindeutig und klar ist. Zudem nutzt der Inhaber die Domains nicht für Bereiche, für die die Marken der Antragstellerin Markenschutz genießen. Anders im URS-Streit um bas.graphics, in dem die Antragstellerin selbst nicht einmal Inhaberin einer Marke »BAS« ist und kein vergleichbares Recht nachzuweisen vermochte. Selbst das Argument geringerer Kosten der URS verhilft ihr nicht zu besseren Zahlen, meint etwa Thomas O’Toole auf bna.com: immerhin liegen die Verfahrensgebühren zwischen US$ 375,– und US$ 500,– gegenüber denen des UDRP-Verfahrens, die bei rund US$ 1.300,- starten und bis US$ 5.000,– reichen. Doch die eigentlichen Kosten dürften die des beauftragten Anwalts sein. In der Tat, die Differenz von knapp US$ 1.000,– zwischen den Verfahren dürften nicht so ins Gewicht fallen, denn es geht um Markenrechte, also um hohe Werte, die eine entsprechende Vergütung der Anwälte mit sich bringen.

Von einem weiteren Aspekt spricht Philip Corwin auf internet commerce.org, nachdem er im Mai 2014 auf dem International Trademark Association-Meeting (INTA) in Hong Kong war. In einem informellen Gespräch unter Markenrechtsanwälten stellte sich heraus, dass die meisten erst jetzt anfangen, ihre Aufmerksamkeit auf das nTLD-Programm zu lenken. Deren Mandanten, die Markeninhaber, zeigten indessen kein großes Interesse, vom Trademark Clearinghouse Gebrauch zu machen und so über markenidentische Registrierungen informiert zu werden oder ihre Marken durch Sunrise-Registrierung zu schützen. Unter den Anwälten hingegen hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass gerade aufgrund des URS-Verfahrens suspendierte Domains verstärkt überwacht werden müssen, da sie nach Ablauf der Registrierungsperiode wieder auf den Markt kommen.

Letztlich ist genau dieses Ergebnis sehr unbefriedigend: Die Domains sind nach einem URS-Verfahren wieder registrierbar. Hier wird ICANN wahrscheinlich nachlegen müssen. Derzeit warten die Markenanwälte allerdings auf den Abschluss der von ICANN initiierten internen Prüfung des RPM, dem Rights Protection Management im Rahmen des nTLD-Progamms, zu dem auch das URS-Verfahren zählt. Ergebnisse zur ICANN-internen Prüfung werden allerdings nicht vor 2015 erwartet.

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Aktuelle Domain-Verkäufe

Der aktuelle Domain-Preisspiegel gibt Ihnen Auskunft über erziehlte Verkaufspreis einzelner Domains:

Domain-name Jahr Preis
pundit.net201489 $US
videomall.com2014199 $US
miniholidays.com201499 $US
dauu.com201489 EUR
geiu.com201489 EUR
characterizer.com201499 $US
nfg.com201410000 EUR
Domain Statistiken
.com113.515.612
.tk24.519.560
.de15.724.440
.net15.164.621
.cn (31.05.2014)10.576.506
.uk (01.12.2013)10.548.454
.org10.408.538
.info5.717.888
.nl5.479.954
.au2.861.516
.fr2.788.747
.it2.680.298
.biz2.647.106
.ca2.246.067
.us1.822.309
.ch1.885.627
.es1.730.483
.be1.465.892
.jp1.374.460
.se1.314.381
.at1.229.388
.cz1.140.118
.hu647.621
.cl470.218
.fi349.087
.hk262.924
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Stand: 01. Juli 2014
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