24
Jul 2014
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von RA Florian Hitzelberger

Die schwedische Domain-Verwaltung Internet Infrastructure Foundation hat angekündigt, eine Vielzahl bisher gesperrter .se-Domains versteigern zu wollen.

Darunter befinden sich vor allem aus zwei Zeichen bestehende Geo-Domains wie zum Beispiel de.se, ch.se oder ro.se. Doch auch Ländernamen-Domains werden versteigert, wie belgien.se, monaco.se und spanien.se. Auf der Sperrliste enthaltene generische Domains wie whois.se, example.se, brand.se, press.se und localhost.se bleiben dagegen weiterhin von der Registrierung ausgeschlossen. Details zur Auktion sollen im Herbst 2014 veröffentlicht werden; der Modus steht also noch nicht fest. Die Erlöse will man in verschiedene Internet-Initiativen investieren. Unternehmen wie die in London ansässige CentralNic Ltd., die ihr Geschäft mit 30 inoffiziellen Subdomains wie .uk.com, .us.com und .com.de macht, dürfte zu den Bietern gehören. Auf das große Schnäppchen sollte man daher nicht hoffen.

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24
Jul 2014
0
von RA Florian Hitzelberger

Rund ein Drittel der 1.930 Bewerbungen um eine neue Top Level Domain gehen auf das Konto von Unternehmen und Organisationen, die mit ihrem guten Namen im Netz vertreten sein wollen. Doch noch sucht man dort die .brands oft vergeblich.

Apple Inc., Bayerische Motoren Werke, Fujitsu Limited, GE GTLD Holdings LLC, HSBC Holdings PLC, Hyatt GTLD L.L.C., Intel Corporation, McDonald’s Corporation, OBI Group Holding GmbH oder Wal-Mart Stores Inc. – die Liste der weltbekannten Marken, die sich um »ihre« Domain-Endung beworben haben, ließe sich lange fortsetzen. Und auch wenn es einige wie .axa, .globo, .neustar oder .spiegel schon zu einem Eintrag in die Root Zone gebracht haben, den regulären Registrierungsbetrieb hat noch kaum eine .brand aufgenommen, so dass sie öffentlich nicht wahrgenommen werden können. Jannik Skou vom schweizer-dänischen Consulting-Unternehmen Thomsen Trampedach, das selbst 25 TLD-Bewerbungen begleitet hat, betont, dass der Ausgangspunkt für .brands der Schutz ihrer Markenrechte war; der defensive Aspekt hat also die Entscheidung, sich um die eigene .brand zu bewerben, klar dominiert. Der zweite Schritt, wie eine Domain-Endung aktiv genutzt werde, unterscheide sich dagegen von Branche zu Branche. So sollen einige Unternehmen derzeit ihre Migration von anderen Endungen wie .com oder .de hin zu .brand vorbereiten, was nicht ganz billig sei und neben Geld vor allem auch Zeit koste.

Skou geht aber davon aus, dass sich .brand zum Standard entwickle. Es sei eine Frage von Kontrolle und Sicherheit, wenn man über die gesamte Versorgungskette verfüge. Die Abhängigkeit von Dritten werde reduziert; gleichzeitig habe man alle Second Level Domains in eigener Hand, um jeglichem Missbrauch vorzubeugen oder im Bedarfsfall rasch abzustellen. Über kurz oder lang müsse man die eigene Marke unter anderen Endungen nicht mehr registriert halten, was Kosten reduziere; die Kosten für die eigenen Domain-Namen wären dagegen verschwindend gering. Es sei auch möglich dass sich dies positiv auf das Listing bei Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo auswirken werde. Skou rechnet sogar damit, dass die nächste Einführungsrunde bereits in zwei bis drei Jahren stattfindet, und dann mit etwa 5.000 zusätzlichen Bewerbungen um .brands zu rechnen ist. Für diesen Fall prognostiziert er auch signifikant geringere Bewerbungsgebühren als in der ersten Runde; damals hatte ICANN eine Zahlung von US$ 185.000,- verlangt. Jenseits aller Argumente kann jedoch auch Skou keine .brand benennen, der eine für die öffentliche Wirkung wichtige Eisbrecher-Funktion zukommt; es wird also weiter Zeit verstreichen.

Mit Nachsicht bei der weiteren Einführung können .brands übrigens bei der Internet-Verwaltung ICANN rechnen. Bisher galt die Grundregel, dass jede neue Domain-Endung binnen neun Monaten nach Erhalt der »Contracting Information Request« ihren Registry-Vertrag abgeschlossen haben muss. In den allermeisten Fällen hätte diese Frist im Oktober 2014 geendet. ICANN soll nun angeboten haben, diese Frist bis Juli 2015 zu verlängern; damit würden erste Registrierungen wohl erst Ende 2015 beginnen. Von den Mühen einer Sunrise Period sind sie nach »Specification 13« ohnehin befreit. Es drängt sich daher der Eindruck auf, dass zahlreiche .brands noch gar nicht recht wissen, was sie mit ihrer Domain-Endung anfangen sollen. Der jahrelange Einführungsprozess und die Schwierigkeiten im Umgang mit ICANN taugt jedenfalls ab sofort nicht mehr als Ausrede.

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23
Jul 2014
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von RA Florian Hitzelberger

Die zum US-Wirtschaftsministerium gehörende National Telecommunications and Information Administration (NTIA) will ihre Pläne zur Einführung eines neuen »multi-stakeholder council« für die Länderendung .us konkretisieren.

In einer Pressemitteilung vom 10. Juli 2014 rief die NTIA interessierte Internetnutzer dazu auf, ihre Ideen und Vorstellungen einzubringen; Ziel des Councils ist es, die »user experience« und den Nutzwert des Namensraumes unter .us zu verbessern. Die verschiedenen Interessengruppen sollen im Council möglichst breit gefächert vertreten sein. Beispielhaft werden bisher zehn Gruppen wie .us-Registrare, Städte und Gemeinden, Inhaber von Markenrechten, Strafverfolgungsbehörden, kleine Unternehmen und nicht zuletzt die Domain-Inhaber selbst vertreten sein. Ihre Amtszeit soll anfangs voraussichtlich zwei oder drei Jahre betragen, eine Wiederwahl ist möglich. Den Vorsitz im Council hat ein Vertreter der Registry Neustar. Sie hatte im März 2014 von der NTIA den Zuschlag für die weitere Verwaltung von .us bekommen. Neben der Einführung eines Councils zählt den Vertragsinhalten auch die Wiederbelebung des Namensraums unter .kids.us; weitere Informationen gibt es hierzu bisher aber nicht.

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23
Jul 2014
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von RA Daniel Dingeldey

Die Länderendung für Tokelau, ein kleines Land im Südpazifik, überschritt am vergangenen Wochenende die Marke von 25 Millionen aktiver Domains. Damit ist .tk die erfolgreichste Länderendung und die nach .com stärkste Top Level Domain. Das Geheimnis dieses Erfolgs ist das Tokelau Internet Projekt, ein Joint Venture, dank dem .tk-Domains umsonst angeboten werden.

Tokelau besteht aus drei kleinen Atollen, die nördlich von Samoa mitten im Südpazifischen Ozean gelegen sind. Eine der einsamsten Gegenden der Welt, ohne Infrastruktur, Bildung und medizinische Versorgung. Tokelau unterliegt neuseeländischer Verwaltung. Um aus dieser Situation herauszukommen, startete die Tokelau 2001 ein Joint Venture aus der Verwaltung von Tokelau, dem Telekom-Unternehmen Teletok und BV Dot TK, einer Privatunternehmung aus den Niederlanden. 2007 unterschrieb die niederländische BV Dot TK einen dauerhaften Lizenzvertrag mit Tokelau, aufgrund dessen sie .tk-Domains vertreibt und im Gegenzug mehr als 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leistet und die Insel mit Breitbandinternet versorgt. Ziel ist es, die Bekanntheit von Tokelau zu erhöhen und so Kontakte zu anderen, insbesondere Fortune 500 Unternehmen, zu knüpfen, die die Versorgungslage auf Tokelau verbessern, wie die Kommunikation, Bildung und medizinische Versorgung der Region und ihrer rund 1.500 Inselbewohner.

Das Joint Venture erweist sich hinsichtlich der Domain-Registrierungen als erfolgreich: Ende 2011 überschritt .tk die Sieben-Millionen-Grenze und war ab Ende 2012 die Länderendung mit den meisten registrierten Domains. Seitdem liegt .de nur mehr auf dem zweiten Platz. In den letzten 45 Tagen allein erhöhte sich die Registrierungszahl um 1.100.000 Domains. Anfang Juni verzeichneten wir noch 23.967.924 .tk-Adressen, am 01. Juli betrug die Zahl 24.519.560 und am 22. Juli 2014 sind es schon 25.093.405 Domains. Als sei die Registrierungszahl von 25 Mio. nicht genug, scheint nach Angaben der Anti-Phishing Working Group und von Architelos sich die Kostenlos-Strategie nicht nachteilig auf den Leumund der Domain auszuwirken: .tk ist nicht auf der Liste der 10 Missbrauch gefährdetsten Endungen zu finden und gilt als die 47. sicherste von 72 Top Level Domains. Das verdankt sie der von Dot TK eingerichteten »antiabuse API«, die den vertrauenswürdigen Partnern erlaubt, Missbrauchsdomains kurzerhand zu löschen.

Aber als hätte das nicht doch alles einen Haken, zeigt sich bei einem kleinen, nicht repräsentativen Test, dass .tk-Domains – bei deutschen Begriffen – gerne für vermeintlich wahllose Weiterleitungen um fünf bis zehn Adressen genutzt werden, ehe man auf einer .de- oder .eu-Domain ankommt, die nichts mit dem eingegebenen .tk-Domain-Namen zu tun hat. Gerne stößt man dann auf Nutzerbefragungen. Wirklich erfreulich ist aus unserer Sicht diese Nutzung der kostenlosen .tk-Domains nicht.

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22
Jul 2014
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von RA Florian Hitzelberger

Die Internet-Verwaltung ist ins Visier von Domain-Abzockern geraten: wie ICANN selbst mitteilt, sind Zertifikate aufgetaucht, die zum Schutz von generischen Top Level Domains angeblich notwendig sind. Doch das ist glatt gelogen.

In einer am 15. Juli 2014 versandten Mitteilung warnt ICANN alle Internetnutzer vor einer neuen Betrugsmasche, bei der das Vertrauen in die Integrität der Netzverwaltung ausgenutzt werden soll. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl in englischer als auch chinesischer Sprache verfasste Zertifikate; sie tragen jeweils das ICANN-Logo und haben zumindest in der englischen Fassung folgenden Inhalt: »This certifies that the Domain name – Brand name – Company name has been assigned and created at this address […] The ownership of this domain was registered at our records unter the number […] and all information and statements that we provided with are true and correct.« Unterstrichen wird der offizielle Charakter durch den Aufdruck der ICANN-Adresse und eine Unterschrift, die sich allerdings nicht zuordnen lässt.

Leider lässt ICANN offen, wie genau die Betrugsmasche funktioniert und an welche Zielgruppe sie sich richtet. Auch wer diese Zertifikate unters Volk bringt, lässt sich der Mitteilung nicht entnehmen. ICANN lässt lediglich wissen, dass die Versender die Zertifikate dazu nutzen, um eine der Höhe nach nicht näher spezifizierte Gebühr vom Domain-Inhaber einzutreiben. Weder ICANN noch die Domain-Registrare bestätigen die Registrierung einer Domain jedoch durch ein Zertifikat, noch ist ein solches überhaupt notwendig. Es besteht daher kein Anlass, auf die Forderung der Betrüger einzugehen. Wer eine solche Nachricht erhalten hat, sollte sich per eMail an compliance@icann.org wenden, und wird dort bei Bedarf auch nähere Informationen erhalten. Nicht zu verwechseln ist dieser Vorfall übrigens mit dem Domain-Zertifikat der österreichischen Domain-Verwaltung Nic.at. Nach der Registrierung einer .at-Domain sendet Nic.at dem Inhaber per eMail ein Domain-Zertifikat zu; so kann der Inhaber bequem den Erfolg der Registrierung verfolgen und die Richtigkeit der Daten überprüfen. Diese Serviceleistung von Nic.at ist jedoch kostenlos.

Dass sich ICANN im Kampf gegen Abzocker nicht geschlagen gibt, zeigt ein Schreiben vom 18. Juli 2014. Darin teilt ICANN dem kanadischen Registrar Brandon Gray Internet Services Inc. mit, dass er vorerst keine Domains unter generischer Endung mehr registrieren darf. Das Unternehmen hatte zuvor drei Mal binnen der letzten zwölf Monate gegen den Registry-Vertrag verstoßen. Brandon Gray betreibt das Angebot NameJuice.com, und wem das nichts sagt: dahinter verbirgt sich die berüchtigte Domain Registry of America (DROA), die – ebenso wie ihr europäisches Pendant Domain Registry of Europe (DROE) – bereits kurz nach der Jahrtausendwende auf sich aufmerksam gemacht hatte. In eigens formulierten eMails hatte man Domain-Inhaber zum kostspieligen Wechsel ihres Registrars verleiten wollen. Im April 2004 musste DROA deswegen auf seiner Website einen Hinweis anbringen, dass jeder Kunde das Recht hat, den Registrar zu wechseln und pro Domain-Transfer US$ 6,– erstattet bekommt. Ob ICANN dem Geschäftsgebahren von DROA nun endgültig die Grundlage entzieht, bleibt abzuwarten.

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Domain-name Jahr Preis
marka.moda201450 $US
yeni.moda201460 $US
tesettur.moda201460 $US
steadfast.capital2014 $US
aktien.kaufen201440 $US
restposten.kaufen201440 $US
gebrauchtwagen.kaufen201440 $US
Domain Statistiken
.com113.515.612
.tk24.519.560
.de15.724.440
.net15.164.621
.cn (31.05.2014)10.576.506
.uk (01.12.2013)10.548.454
.org10.408.538
.info5.717.888
.nl5.479.954
.au2.861.516
.fr2.788.747
.it2.680.298
.biz2.647.106
.ca2.246.067
.us1.822.309
.ch1.885.627
.es1.730.483
.be1.465.892
.jp1.374.460
.se1.314.381
.at1.229.388
.cz1.140.118
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Stand: 01. Juli 2014
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