31
Jul 2015
von RA Daniel Dingeldey

Michael Berkens verweist in einem Artikel auf thedomains.com auf ein Statement von Frank Schilling, in dem dieser zwischen .com und nTLDs abwägt und die Wertentwicklung von .com-Domains einschätzt. Durch solche Überlegungen zeigen sich Domainer immer wieder entrüstet und beschwören .com. Uns scheint das jedoch kurzsichtig.

Frank Schilling, Domain-Investor und Inhaber von unter anderem Uniregistry, einer der großen nTLD-Registries, hat einen Artikel kommentiert, in dem Michael Berkens über die hohe Anzahl von 5.500 Bewerbungen bei .bank berichtet. Der Vergabe von .bank-Domains geht eine Prüfung voraus, ob der künftige Inhaber als Bank qualifiziert ist, weshalb man sich in einem ersten Schritt nur um eine .bank-Domain bewerben kann. Schilling kommentierte, dass seiner Meinung nach .com weiterhin die meisten Domain-Registrierungen auf sich ziehen werde, allerdings viele rentable alternative Top Level Domains über kurz oder lang die Marktbedeutung von .com marginalisieren würden. Schilling, der selbst Inhaber sehr vieler .com-Domains ist und mit diesen handelt, erklärt weiter, mit inzwischen tausend neuen Domain-Endungen auf dem Markt glaube er nicht mehr daran, dass .com die »eine« rentable Endung ist, sondern er spüre das Potenzial für einen Riss im Weiterverkaufwert von .com-Domains in den kommenden Jahren. Michael Berkens, ebenfalls Domain-Investor und an nTLD-Unternehmen beteiligt, selbst geht darauf ein und stellt seine Meinung dar. Danach würden Ultra-Premium-.com-Domains wie bike.com, hotel.com und cars.com weiter im Wert steigen, doch weniger gute Domains werden den Preisdruck spüren, jetzt wo Konsumenten eine größere Auswahl haben. Genauso werden Domains wie wine.club und payday.loans, ähnlich wie meet.me, besonders hohe Preise erzielen, die etwa ein Zehntel des Preises der entsprechenden .com-Domain betragen werden.

Diese Einschätzungen stoßen auf deutlichen Widerstand bei anderen Domainern. In den Kommentaren zu dem Artikel von Berkens kapriziert man sich gerne darauf, dass Schilling ein begnadeter Verkäufer ist und als jemand, der im nTLD-Geschäft mitmischt, diese Domains anderen schmackhaft machen möchte. Hätte er hingegen keine nTLD-Geschäfte, würde er das Gegenteil predigen. Mit diesen Argumenten gegen die Person tun sie die nTLDs ab und halten an .com-Domains fest. Aber es gibt auch durchaus reflektiertere Einwürfe: Warum sollte sich mit den neuen Endungen etwas ändern, wo es doch bereits seit Jahren Alternativen zu .com gibt, die sich keineswegs signifikant auf die .com-Preise ausgewirkt haben, wie etwa .biz, .info, .me oder .co. Vielmehr werden die neuen Endungen, wie schon die früher eingeführten oder neu gestarteten Endungen, lediglich ein Nischendasein führen, da sie lediglich auf eine Nische verweisen: .com ist das allgemeine Symbol für Geschäfte und wird als solches verstanden und im Internet gesucht. Weiter wirke das Paradoxon der Wahl: zuviel Auswahl führt dazu, dass man am Althergebrachten festhält – also an .com. Die neuen Endungen bieten Potential für kurze Werbekampagnen, aber .com ist die Wahl für das eigentliche Geschäft. Zudem sehe zum Beispiel skin.care gar nicht nach einer URL aus, skincare.net hingegen schon. Ferner erhebt sich auch eine Stimme, die als eigentlichen Feind von .com Apps und Spracheingabe sieht: niemand werde mehr tippen, und die Konsumenten würden sich die gewünschten Informationen über mobile Apps besorgen. Schließlich melden sich auch Realisten zu Wort: David teilt mit, er habe lange mit einer Bank verhandelt, die gerne seine Akronym-Domain von ihm kaufen wollte, die genau ihrem Akronym entsprach. Doch der Preis der .com-Domain im unteren fünfstelligen Dollarbereich war ihr zu hoch, so dass sie sich für eine entsprechende .bank-Domain entschied, deren Registrierung mit lediglich US$ 1.000,– zu Buche schlägt.

Die immer gleichen Argumente werden seit Jahren zwischen Domainern ausgetauscht. Richtig ist: .com-Domains sind die am teuersten gehandelten Domains. Und die Ultra-Premium-.com-Domains werden höchstwahrscheinlich über Jahre noch wertvoller werden. Aber ganz sicher werden auch die neuen Endungen Fuß fassen und ihren Markt finden, am liebsten beim Endkunden, der sein Geschäft zielgerichtet, ob geographisch oder branchenspezifisch, aufbaut. Wenn dieses Feld für Domainer weniger interessant ist, macht es das für den Normalnutzer interessanter. Er wird nicht so oft mit Parking-Seiten konfrontiert. Das macht nTLDs nochmals attraktiver.

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31
Jul 2015
von RA Florian Hitzelberger

Im Wettstreit um den Registry-Vertrag für die neue Top Level Domain .spa ist eine Vorentscheidung gefallen: im Rahmen einer Community Priority Evaluation kam die Asia Spa and Wellness Promotion Council Limited (ASWPC) auf 14 von 16 Punkte und konnte damit eine sonst unvermeidliche Auktion gegen den einzig verbliebenen Mitbewerber, die Donuts-Tochter Foggy Sunset LLC, vermeiden.

Dem in Malaysia ansässigen Unternehmen gelang insbesondere der Nachweis, stellvertretend für die »Spa Community« zu handeln; offenbar kam ASWPC zu Gute, dass man die einzige Bewerberin war, die seit Juni 2013 über eine formale Vereinbarung mit der Stadt Spa verfügt. Dass sich Donuts damit zufrieden gibt, ist allerdings zu bezweifeln. Wie Vizepräsident Mason Cole mitteilte, stehe die Entscheidung in Widerspruch zu den Vorgaben des Bewerberhandbuchs; man werde daher alle Möglichkeiten ausschöpfen, um dagegen vorzugehen. Aktuell wird die Bewerbung von Foggy Sunset LLC in der ICANN-Datenbank jedoch noch mit dem Vermerk »Will Not Proceed« geführt.

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30
Jul 2015
von RA Daniel Dingeldey

Vergangene Woche hatten wir bereits ein UDRP-Verfahren zum Reverse Domain Name Hijacking besprochen, das unschön für den Beschwerdeführer ausging. Dass es auch schlimmer kommen kann, zeigt der Streit um sdt.com, bei dem das UDRP-Verfahren wegen eines Anticybercrime-Verfahrens vor dem United States District Court of Columbia abgebrochen wurde, in dessen Zuge sich die Beschwerdeführerin in einem Vergleich zur Zahlung von satten US$ 50.000,– verpflichtete.

Die Beschwerdeführerin ist das belgische Unternehmen SDT International mit Sitz in Brüssel, ein Hersteller von Ultraschallmessgeräten, das sich über sdt.be und sdt.eu im Internet präsentiert und unter anderem Inhaberin einer am 25. Oktober 2002 angemeldeten und am 01. März 2005 eingetragenen US-Marke ist. Beschwerdegegner ist das Unternehmen Telepathy mit Sitz in Washington DC (USA), das über 10.000 generische und andere Domain-Namen registriert hat und diese vermarktet. Am 11. Juli 2014 meldete sich die Beschwerdeführerin bei der Gegnerin per eMail und bot für die Domain sdt.com die glatte Summe von US$ 1.000,–. Die Gegnerin dankte für das Interesse, nahm das Angebot jedoch nicht an und erklärte allgemein den Wert einer Domain für ein Unternehmen. Schließlich meinte sie, sdt.com sei für US$ 185.000,– zu erringen. Daraufhin gab die Beschwerdeführerin die Sache in die Hände des belgischen Intellectual Property Beratungsunternehmens Novagraaf NV/SA, das bereits mehrfach in UDRP-Verfahren mit Reverse Domain Name Hijacking beteiligt war und das nun das UDRP-Verfahren bei der WIPO einleitete. Der Vortrag umfasste das Übliche: Die Domain sdt.com ist identisch mit der Marke der Beschwerdeführerin, die Gegnerin habe kein Recht an dem Begriff, sie ist nicht unter dem Begriff bekannt und hat von der Beschwerdeführerin nicht die Erlaubnis, die Domain zu nutzen, mithin nutzt sie diese unberechtigt. Zudem bot die Gegnerin die Domain bereits 2003 zum Verkauf an. Die Beschwerdegegnerin hielt gleich als erstes entgegen, dass sie ein Verfahren beim United States District Court of Columbia gegen die Beschwerdeführerin anhängig gemacht habe, in dem sie gegen diese unter anderem wegen Reverse Domain Name Hijacking auf Schadensersatz in Höhe von US$ 100.000,- klage. Sie erklärte, aufgrund dieser Klage möge das UDRP-Verfahren ohne Entscheidung beendet werden.

Mit der Prüfung der Beschwerde wurden die drei Panelisten Tony Willoughby, Geert Glas und Richard G. Lyon beauftragt. Die drei kamen zu keinem einheitlichen Ergebnis (WIPO Case No. D2014-1870, Entscheidung vom 13.01.2015). Geert Glas und Richard G. Lyon stellten als die Mehrheit des Entscheidungspanels das Verfahren ein, weil der Rechtsstreit vor dem United States District Court of Columbia umfangreichere Verfahrensmöglichkeiten bot, wie Zeugeneinvernahme und Schriftwechsel. Die abweichende Ansicht von Tony Willoughby hätte zur Bestätigung des Reverse Domain Name Hijacking geführt: Eine vorzeitige Beendigung des UDRP-Verfahren komme nur in Betracht, wenn das Panel Schwierigkeiten bei der Rechtsfindung hätte; davon könne hier aber keine Rede sein.

So oder so: das Ende oder der Ausgang des UDRP-Verfahrens hätte nichts am Rechtsstreit vor dem United States District Court of Columbia (Case 1:14-cv-01912-BAH) geändert. Denn in dem Streit verglichen sich die Parteien am 15. Juni 2015. Die Klägerin (die Beschwerdegegnerin des UDRP-Verfahrens) hatte US$ 100.000,– Schadensersatz von der Beklagten (der Beschwerdeführerin des UDRP-Verfahrens) gefordert, weil diese mit ihrem Anspruch auf die Domain sdt.com Reverse Domain Name Hijacking begeht und damit gegen den Anticybersquatting Consumer Protection Act verstoße. Im Vergleich einigten sich die Parteien auf eine hälftige Zahlung von US$ 50.000,–, die die Beklagte an die Klägerin zur Abgeltung aller Ansprüche zahlt. Wie Telepathy gegenüber Andrew Alleman erklärt, ist die Zahlung von seiten SDT International bereits erfolgt. Womit jedem klar werden sollte, dass der Versuch, über Reverse Domain Name Hijacking an eine Domain zu gelangen, ein gefährliches und kostspieliges Spiel sein kann.

Auf das Domain-Recht spezialisierte Anwälte findet man auf Domain-Anwalt.de, einem Projekt der united-domains AG.

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29
Jul 2015
von RA Florian Hitzelberger

VeriSign Inc., Registry der generischen Top Level Domain .net, hat angekündigt, die »registry fee« anzuheben. Beginnend ab dem 1. Februar 2016 erhöhen sich dann die Verkaufspreise für .net-Domains von bisher US$ 6,79 auf US$ 7,46.

VeriSign macht damit von dem Recht Gebrauch, die Gebühren für .net um bis zu zehn Prozent jährlich zu erhöhen; eine entsprechende Klausel sieht der noch bis zum 30. Juni 2017 laufende Registry-Vertrag mit der Internet-Verwaltung ICANN vor. Bei .com hat VeriSign dagegen eine Klausel akzeptieren müssen, wonach die »registry feeq« bis November 2018 mit US$ 7,85 festgeschrieben ist. Für die Domain-Inhaber hat diese Preiserhöhung unmittelbar keine Auswirkung; mittelbar könnten jedoch die Registrare gezwungen sein, diese bereits wiederholte Erhöhung ihrer Einkaufspreise an die Kunden weiterzugeben. Ob sich VeriSign damit einen Gefallen tut, wird man zudem abwarten müssen; zuletzt waren die Registrierungszahlen von .net monatlich um mehrere zehntausend Domains zurückgegangen.

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29
Jul 2015
von RA Florian Hitzelberger

Haben Sie Lust, der nächste Chief Executive Officer (CEO) der Internet-Verwaltung ICANN zu sein? Seit wenigen Tagen ist das Stellenprofil online – mit Superlativen wird darin nicht gerade gespart.

Ende Mai 2015 hatte Fadi Chehadé bekanntgegeben, im März 2016 und damit ein halbes Jahr vor Vertragsende sein Amt zur Verfügung stellen zu wollen. Mit Unterstützung der weltweit tätigen Personalberatung Odgers Berndtson veröffentlichte ICANN nun die Kriterien, anhand derer ein Nachfolger gesucht und ausgewählt wird. Sie verteilen sich auf die sechs Bereiche »Management and Operational Experience«, »Global Experience«, »Leadership Style«, »Personal Characteristics«, »Understanding of Internet technology and the Domain Name Industry« und »Understanding of the Internet Governance Ecosystem«. In all diesen Bereichen erwartet ICANN vom künftigen CEO nicht weniger als den »highest degree possible«; wer also nachdenken muss, was sich hinter RIRs, IETF, IAB, ISOC oder W3C verbirgt, hat eher geringe Chancen. Mehrsprachigkeit versteht sich von selbst, ebenso Kenntnisse von IPv4 und IPv6. Verständnis für das UN-System und anderer internationaler Organisationen ist ohnehin zwingend. Da mag der erwartete Umzug nach Los Angeles noch das geringste Problem sein.

Dass Führungskräfte mit derartigen Qualifikationen nicht ganz billig zu haben sind, weiss auch ICANN. Selbst wenn sich die Stellenausschreibung über Zahlen vornehm ausschweigt, ist bekannt, dass Chehadé zuletzt etwa US$ 900.000,– jährlich an Grundvergütung und Bonus erhalten hat. Dazu kommt der Ersatz von Spesen für zahlreiche Reisen, die in der Regel nicht zu den unangenehmsten Plätzen der Welt führen. Sollte all dies nun Ihr Interesse geweckt haben, sollten Sie sich bis spätestens zum 20. September 2015 bei Odgers Berndtson melden, idealerweise per eMail an icann-ceo@odgersberndtson.be, und sowohl Ihren Lebenslauf als auch eine kurze Beschreibung Ihres Hintergrundes und Ihrer Fähigkeiten übersenden. Ob Bewerber bevorzugt werden, die Inhaber einer eigenen Domain mit neuer Top Level Domain sind, lässt sich der Ausschreibung leider an keiner Stelle entnehmen.

Sollten Sie Ihre Stärken eher im fussballerischen Bereich sehen, bietet sich übrigens auch ein herausragendes Angebot: der finnische Fußballverband sucht einen neuen Nationaltrainer für seine Herrennationalmannschaft. Neben viel Wissen, Begeisterung und Erfahrung müssen Sie allerdings über eine UEFA PRO-Lizenz verfügen. Im Gegenzug winkt ein zwei- bis vierjähriger Vertrag. Ihre Gehaltsvorstellungen dürfen Sie mitteilen; möglicherweise lässt sich so auch ein Nagelfeilen-Abo herausverhandeln.

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Stand: 01. Juli 2015
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