30
Jun 2010
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von RA Florian Hitzelberger

Bei der Fussball-WM gilt das Team Nordkoreas als die große Unbekannte, und auch in Sachen Domains scheint man weiterhin auf Geheimhaltung setzen zu wollen. Ganz anders Mexiko, das offen für mehr Registrierungen unter .mx wirbt. Einen Anstieg der Registrierungen verspricht sich auch .jobs von einem Antrag bei ICANN – hier unsere Kurznews.

Die nordkoreanische Landesendung .kp scheint allmählich zum Leben erweckt zu werden: nach Presseberichten wurde in den vergangenen Monaten ein Block mit insgesamt 1.024 IP-Adressen einem Unternehmen namens “Star Joint Venture” zugeteilt, das in Verbindung mit der Regierung in Pjöngjang stehen soll. Zu welchen Zwecken die Registrierung erfolgt ist, ist unklar; man vermutet jedoch einen militärischen Hintergrund. Die Einwohner selbst haben keinen Zugang zum Internet; für sie steht lediglich ein “Kwangmyong” genanntes Netz zur Verfügung, das Einrichtungen wie Universitäten, Bibliotheken und Cybercafes miteinander verbindet. Im Jahr 2007 hat ICANN zwar die Verwaltung der Landesendung .kp an das Korea Computer Center delegiert, für das als technischer Kontakt die in Berlin ansässige Fa. KCC Europe GmbH benannt ist. Eine freie Registrierung unterhalb einer der sieben offiziellen Subdomains ist bisher allerdings nicht möglich.

NIC Mexico, Verwalterin des Länderkürzels .mx, hat eine Imagekampagne gestartet. Unter dem Motto “seamosmas.mx”, frei übersetzt “lasst uns mehr .mx sein”, wirbt das Network Information Center für die Registrierung von Ideen, Projekten, Dienstleistungen oder Geschäften unter .mx. Auf diesem Weg soll .mx präsenter im Internet werden, so CEO Oscar Roble. Damit einher geht ein Preisnachlass für .mx-Domains, die bis 31. Juni 2010 für lediglich US$ 20,- pro Jahr und Domain zu erhalten sind. Mit derzeit rund 420.000 Domains zählt .mx zwar zu den kleineren Endungen; Domains mit spanischen Begriffen versprechen jedoch vor allem im Handel noch erhebliches Potential, so dass eine frühzeitige Registrierung zu empfehlen ist.

EmployMedia LLC, Registry der im Jahr 2005 eingeführten Job-Domain .jobs, hat offiziell bei ICANN um eine Liberalisierung der Vergaberegelungen gebeten. War die Registrierung bisher auf die handelsrechtliche Firma des Arbeitgebers beschränkt, sollen künftig auch Namenstypen wie Berufsbezeichnungen oder geographische Begriffe angemeldet werden dürfen. Für deren Vergabe plant die Registry ein Drei-Phasen-Modell mit einer Ausschreibung (request for proposal), einer Auktion und einer allgemeinen Vergabe nach dem “first come, first served”-Prinzip. ICANN hat den Antrag bis 15. Juli 2010 zur öffentlichen Diskussion ausgelegt; wann eine Entscheidung fällt, ist noch offen. ICANN-Insider George Kirikos warnt jedoch bereits, dass eine Zustimmung einem Sittenverfall gleichkäme, sollte jede TLD, deren Businessplan scheitert, eine Liberalisierung der Vergaberegeln gestattet bekommt. Mit anderen Worten: besteht keine Nachfrage nach einer Endung, darf man nicht die Regelungen aufweichen, sondern muss sie aus dem DNS löschen.

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