21
Jun 2007
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von RA Florian Hitzelberger

Die Fusions- und Übernahmewelle im Domain-Business hält unvermindert an: das im kalifornischen Los Angeles ansässige Online-Marketingunternehmen Oversee.net hat sich mit dem AftermarketSpezialisten SnapNames auf eine Übernahme verständigt. Nach unbestätigten Gerüchten liegt der Kaufpreis zwischen US$ 25 und 50 Mio.

In einer eMail wandte sich Sudhir Bhagwan, CEO von Snapnames, Anfang des Monats an seine Kunden und teilte mit, dass die Verhandlungen mit Oversee.net über eine Übernahme abgeschlossen wurden. Letzte Details werden jedoch erst in diesen Tagen abgewickelt. SnapNames Inc., im Jahr 2000 gegründet, zählt zu den Pionieren des Domain-Backordering, bei dem aktuell registrierte Domains für den Fall ihres Freiwerdens “vorbestellt” werden können. Nach Angaben von SnapNames laufen etwa 25% aller weltweit registrierten Domains innerhalb eines Jahres aus und werden so wieder verfügbar; über zehn Millionen dieser Adressen werden allein 2007 über die SnapNames-Plattform angeboten. Bei Oversee.net, einem ebenfalls im Jahr 2000 gegründeten Unternehmen mit über 160 Angestellten, hat man sich dagegen auf Online-Marketing spezialisiert. Aus der Transaktion erhofft man sich eine grössere Bandbreite von Angeboten für seine Kunden. Diese Einschätzung wird in der Branche geteilt, und die Übernahme durchweg begrüsst.

Für die SnapNames-Kunden ergeben sich keine Änderungen, die Geschäfte laufen unverändert weiter. SnapNames beteuert ausdrücklich, dass die Übernahme weder Einfluss auf die Tätigkeit noch den Support oder die Gleichbehandlung aller Kunden hat. Was das Domain-Parking betrifft, empfiehlt SnapNames zwar das zu Oversee.net gehörende Unternehmen DomainSponsor.com, lässt den Kunden jedoch weiterhin freie Wahl. Auch das Management unter Leitung von CEO Sudhir Bhagwan wird weiterhin unverändert die Geschäfte vom Firmensitz in Portland (Oregon) aus führen.

Mit der Übernahme kommt in den so genannten “secondary domain name market”, also den Handel mit bereits registrierten oder wieder frei werdenden, bzw. frei gewordenen Domain-Namen erneut erhebliche Bewegung. So hatte bereits im Dezember 2006 der im US-Bundesstaat Massachusetts ansässige Domain-Registrar Name Media die Domain-Handelsplattform Afternic übernommen und kurz danach eine strategische Partnerschaft mit den Australiern von Faboulus.com bekannt gegeben, die ein Portfolio mit mehr als 500.000 überwiegend generischen und hochkommerziellen Domain-Namen ihr Eigen nennen.

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