ccTLDs

Die dänische Registry Punktum dk A/S gibt die Domain-Registrierung für .dk-Domains zum 01. Juli 2026 auf

Punktum dk A/S, Registry der dänischen Länderendung .dk, stellt den Direktvertrieb von .dk-Domains an Endkunden ein.

Ab dem 01. Juli 2026 muss jede .dk-Domain über einen akkreditierten Registrar verwaltet werden. Für bereits vergebene .dk-Domains, die direkt bei Punktum dk registriert sind, endet die Frist für einen Wechsel am 30. Juni 2028. Die Registry hat bereits begonnen, die betroffenen Domain-Inhaber zu benachrichtigen. Diese Änderung beendet ein jahrzehntelanges System, in dem dänische Unternehmen und Privatpersonen ihre .dk-Domains direkt bei Punktum dk A/S verwalten konnten; durch die Änderung orientiert man sich an dem Modell, das die meisten anderen ccTLDs anwenden. Man verspricht sich davon, dass mehr international tätige Domain-Registrare an einer Zusammenarbeit interessiert sind und so zu einem anhaltend hohen und gesunden Wettbewerb unter den Registraren von .dk-Domains beitragen; davon wiederum sollen Preise, Qualität und Sicherheit profitieren. Punktum dk wird aber auch weiterhin sicherstellen, dass für alle Domain-Inhaber Identitäts- und Datenprüfungen durchgeführt werden. Dies sei entscheidend für die Sicherheit von .dk-Domains und bleibe für Punktum dk von zentraler Bedeutung, wie die Registry mitteilt. Wer bereits jetzt seine .dk-Domain über einen Domain-Registrar seiner Wahl registriert hält, muss nichts tun; insoweit ändert sich durch die Umstellung nichts.

Cloud-Service

IONOS und BSI erweitern ihre Zusammenarbeit, um die Cyber-Resilienz in Deutschland zu stärken.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Internetdienstanbieter IONOS SE bauen ihre Zusammenarbeit aus: beide Partner haben eine strategische Kooperationsvereinbarung geschlossen, um die Sicherheit und Resilienz souveräner Cloud-Infrastrukturen für die öffentliche Verwaltung und die Wirtschaft zu stärken.

Gemeinsames Ziel der Vereinbarung, die am 13. Januar 2026 in Berlin unterzeichnet wurde, ist es, die Sicherheit und Souveränität der digitalen Infrastruktur in Deutschland zu erhöhen. Die Partnerschaft mit IONOS ermöglicht dem BSI tiefgehende Einblicke in die Architektur und die Betriebsprozesse der Cloud-Plattform von IONOS. Um Cloud-Lösungen detailliert auf ihre Sicherheit prüfen zu können, nutzt das BSI verbindliche Kooperationsvereinbarungen als Basis für den Austausch vertraulicher technischer Informationen. IONOS unterstützt bereits heute im Rahmen eines bestehenden Rahmenvertrags den Aufbau der souveränen Cloud für das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund). Die neue Vereinbarung mit dem BSI hebt diese Zusammenarbeit auf eine übergeordnete Ebene: Durch ein neu eingerichtetes Kooperationsforum zwischen IONOS und dem BSI wird ein kontinuierlicher Austausch zu Bedrohungslagen und Sicherheitsmaßnahmen etabliert.

Ein weiterer Fokus der Kooperation liegt auf der Zukunftsfähigkeit kryptografischer Verfahren. Gemeinsam untersuchen IONOS und das BSI den Einsatz von Post-Quanten-Kryptografie. Ziel ist es, sensible Daten der öffentlichen Verwaltung schon heute so zu schützen, dass sie auch gegenüber künftigen Entschlüsselungstechnologien resilient bleiben. Die Zusammenarbeit mit IONOS ist Teil der Cloud-Strategie des BSI, die darauf abzielt, die Cyber-Resilienz in Deutschland durch Kooperationen mit Schlüsseltechnologie-Partnern zu stärken. Die Vereinbarung wahrt die gesetzliche Neutralität des BSI und begründet keine exklusiven Vorrechte, sondern dient der allgemeinen Förderung hoher Sicherheitsstandards in deutschen Cloud-Ökosystemen.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner teilt mit:

Wir freuen uns, mit IONOS einen starken europäischen Partner an unserer Seite zu haben, der mit seinen Hosting- und Cloudlösungen eine Schlüsselrolle im digitalen Deutschland spielt. Mit dem Aufbau einer souveränen Cloud für den Bund leistet IONOS zudem einen wichtigen Beitrag zur Cybernation Deutschland. Für das BSI als Cybersicherheitsbehörde Deutschlands ist es essentiell, Technologien in der Tiefe zu verstehen, um fundierte Sicherheitsbewertungen durchführen zu können – Basis dafür ist die nun geschlossene Kooperationsvereinbarung.

Markus Noga, Chief Technology Officer von IONOS, ergänzt:

Souveränität braucht Transparenz und technische Belegbarkeit. Durch den direkten Austausch mit dem BSI stellen wir sicher, dass unsere souveräne Cloud-Architektur nicht nur höchste regulatorische Anforderungen erfüllt, sondern diese aktiv mitgestaltet. Wir bieten damit eine technologische Alternative, die Sicherheit ‚Made in Germany‘ mit der Innovationskraft moderner Cloud-Dienste verbindet.

Hinweis: Die united-domains GmbH, deren Projekt domain-recht.de und der Domain-Newsletter sind, ist Teil der IONOS SE Group.

nTLDs

Die Radioendung .radio hat einen neuen Eigentümer

Bei der generischen Top Level Domain .radio zeichnen sich erhebliche Veränderungen ab. Wie sich der ICANN-Website entnehmen lässt, hat die European Broadcasting Union (EBU) ihre Rechte aus dem Registry-Vertrag mit Vereinbarung vom 05. Januar 2026 an die Digity LLC übertragen.

In der Datenbank der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) ist der Wechsel noch nicht vollzogen, auch unter nic.radio findet sich bisher noch der Hinweis »Managed by the European Broadcasting Union«. Die in Chicago (USA) ansässige Digity LLC hatte 2023 die Rechte an der Top Level Domain .case erworben und arbeitet mit der Londoner CentralNic als Backend-Provider zusammen, weitere Domain-Endungen verwaltet sie bisher nicht. Der Registry-Wechsel ist beachtlich, da die EBU bisher stets betont hatte, die Interessen der globalen Radio-Community zu vertreten. In einer Stellungnahme heißt es:

It is not in the public interest to see (dot-radio) managed as a generic TLD by a non-radio stakeholder with commercial interests.

Verlässliche Anzeichen dafür, dass mit dem Registry-Wechsel auch Änderungen in der Vergabe von .radio-Domains einhergehen, gibt es bisher nicht. Den Registrierungszahlen könnte frischer Wind nicht schaden: aktuell vermelden die Statistik-Experten von ntldstats.com lediglich rund 3.250 .radio-Domains.

ai.com-Deal

Der Mitbewerber bot dem Käufer US$ 500 Mio. und mehr

Wie vergangene Woche berichtet, zeigte sich, dass die Domain ai.com im April 2025 für US$ 70 Mio. in Bitcoin den Inhaber wechselte. Das brachte den Domain-Handel wieder einmal in das Wahrnehmungsfeld der allgemeinen Medien. Mittlerweile gibt es weitere Informationen um den Rekord-Deal.

Am ersten März-Wochenende 2025 war ein Artikel bei TheInformation.com erschienen mit der Überschrift: »AI.com Is for Sale. Asking Price? $100 Million«, und dnjournal.com berichtete wenige Tage danach darüber. Im April 2025 wurde die Domain sodann für US$ 70 Mio. in Bitcoin verkauft. Am 06. Februar 2026 machte der Käufer, Kris Marszalek (crypto.com), den Kaufpreis öffentlich. Grund dafür war, dem unter der Domain laufenden Projekt, für das beim Super Bowl zwei Tage später eine Werbung geschaltet war, frühzeitig Aufmerksamkeit zu bringen. Danach wurde auch der Name des Verkäufers bekannt, der ai.com gekauft hatte, weil die Domain seine Initialen A. I. wiedergibt. Es handelt sich um den 1983 geborenen malayischen »Technopreneur« Arsyan Ismail, der unter anderem sehr stark in Kryptowährungen engagiert ist. Die Abwicklung des Kaufes in Bitcoin zwischen ihm und crypto.com-Gründer Marszalek ist dann schlüssig. Nun gibt es das Gerücht, Arsyan hätte die Domain ai.com 1993 als Zehnjähriger für rund US$ 100,– gekauft. Ritu Singh führt in einem Artikel bei dem indischen Medienunternehmen NDTV (New Delhi Television) aus:

As it turns out, the domain was purchased by Arsyan in 2021 on the domain brokerage site SAW.com for an undisclosed amount. The previous owner of the domain was Future Media Architects, Inc, a holding company for domain names owned by Kuwaiti Thunayan Khalid Al-Ghanim.

Bei dem nicht offengelegten Betrag soll es sich, berichtet wiederum indiatimes.com, um US$ 10 Mio. handeln, die Arsyan 2021 für ai.com zahlte.

In einem am 07. Februar 2026 auf X geführten dreistündigen Gespräch zwischen »Domainer Expo«-Gründer Ish Milly und Domain-King Rick Schwartz fragt letzterer zum Thema ai.com:

How did the other CEOs miss it?

Zumindest gab es einen weiteren Interessenten an der Domain ai.com. Marszalek eröffnete im Gespräch mit John Coogan und Jordi Hays bei der Live-Tech-Talkshow TBPN (The Big Picture Network), nachdem er den Zuschlag für ai.com erhalten hatte, habe ihm der Mitbieter US$ 500 Mio. und mehr für die Domain geboten. Im Gespräch führt Marszalek weiter aus, er glaube, er hätte den Mitbieter auch auf US$ 1 Mrd. hochtreiben können, aber er sei ganz dem Produkt verpflichtet. Andererseits teilt Marszalek zu einem früheren Zeitpunkt im Gespräch mit, dass man bei crypto.com nach dem Kauf von ai.com lange Zeit überhaupt keine klare Produktidee für die Domain hatte. Das alles klingt widersprüchlich. Die Erkenntnis um den vermeintlichen Wert der Domain kam jedenfalls nicht nur dem Mitbieter etwas spät, wie sich der Frage von Schwartz entnehmen lässt. Wenn AI-Unternehmen Mitarbeiter für Milliardensaläre einkaufen können, dann ist auch der Preis von US$ 1 Mrd. für ai.com eigentlich kein Problem für diese Unternehmen. Nur hätten die CEOs früher darauf kommen müssen. Die Domain hat sicher einen hohen Wert, aber US$ 70 Mio. oder gar US$ 1 Mrd.? Ihr Wert ergibt sich nicht daraus, dass man eine »Brand«, eine Marke in Händen hält, sondern eine Zwei-Zeichen-Domain, die eine ganze Branche bezeichnet. Bietet ai.com mit seinem KI-Assistenten zur Unterstützung von Verbrauchern bei eMail, Terminplanung, Buchungen und Kündigungen von Abonnements und anderem das Produkt, das den Kaufpreis tatsächlich refinanzieren kann? Nach der Super Bowl Werbung brach die Website unter ai.com zusammen, aber es reichte für 300.000 Anmeldungen von Neukunden. Möglicherweise rechnet es sich – entgegen unserer früheren Vermutung – doch.

Regional Internet Registries

AfriNIC legt einen Haushaltsplan vor - die NRO den Entwurf eines RIR-Notverwaltungsplans

Das skandalgebeutelte African Network Information Centre (AfriNIC) ist auf dem Weg der Besserung: nachdem im Herbst 2025 ein Vorstand gewählt wurde, steht jetzt ein Haushaltsplan kurz vor der Verabschiedung. Doch bei der Netzverwaltung traut man dem Braten nicht.

Millionenschwere Klagen, Kontenpfändungen, ein Insolvenzverfahren, Unregelmäßigkeiten bei der Vorstandswahl, ein von der Regierung eingesetzter Sonderermittler und zuletzt ein Antrag auf Liquidierung – keine andere Regional Internet Registry (RIR) hat für eine vergleichbare Welle an Skandalen gesorgt wie AfriNIC. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz gelang es am 12. September 2025, die insgesamt acht Vorstandsmitglieder zu wählen und damit den Weg frei zu machen für eine bessere Zukunft. Anlässlich der »Asia Pacific Regional Internet Conference on Operational Technologies« (APRICOT) im indonesischen Jakarta hatte Mukom Tamon von AfriNIC gleich mehrere freudige Nachrichten. Ein Zeichen für die Tatkraft des neuen Vorstands sei die Ernennung von Interimsmanagern – er selbst für die Bereiche Technologieinfrastruktur und Strategie, ein Finanzvorstand und eine weitere Führungskraft für die Einbindung der Interessengruppen. Zudem habe AfriNIC einen Haushaltsplan und einen Aktionsplan entwickelt, die noch im Februar 2026 veröffentlicht würden. Tamon erklärte:

That is a sign we are out of the quagmire. This year, the phoenix rises from the ashes.

Ab 2027 könne AfriNIC richtig durchstarten; der Vorstand arbeite bereits an einer formalen Strategie für die Jahre 2027 bis 2030. Anlass zur Freude macht, dass AfriNIC über einen Pool von 773.376 nicht zugewiesenen IPv4-Adressen verfüge. Tamon sagte:

Can’t wait for that to be zero, so we can start talking about what really matters: IPv6.

Die Number Resource Organization (NRO), der Dachverband der fünf weltweiten Regional Internet Registries (RIRs), scheint dem allerdings nicht zu trauen. Am 06. Februar 2026 veröffentlichte die NRO einen Status-Report zum Governance Document for the Recognition, Operation, and Derecognition of Regional Internet Registries. Es soll die Nachfolge des »Internet Coordination Policy‑2: Criteria for Establishment of New Regional Internet Registries (ICP‑2)« vom 04. Juni 2001 antreten. Es beschreibt den gesamten Lebenszyklus einer RIR, angefangen von ihrer Einrichtung über den Betrieb bis hin – und das ist die Lehre aus dem AfriNIC-Debakel – zur möglichen Aberkennung, um sicherzustellen, dass das System der Adressvergabe der globalen Internet-Community dient. Die Rolle von ICANN würde damit ausdrücklich gestärkt; die Netzverwaltung wäre künftig berechtigt, ein Verfahren auf Aberkennung des RIR-Status einzuleiten. Außerdem könnte für bis zu 90 Tage eine so genannte »Emergency Continuity« eingerichtet werden:

If an RIR is unable to adequately provide all or any part of its RIR Services to its Service Region, whether due to circumstances within or outside of its control, a temporary arrangement may be initiated to ensure continuity of RIR Services for the affected Service Region (such event, an Emergency Continuity).

In einem solchen Fall können die anderen RIRs und ICANN einen »Emergency Operator« mit der vorübergehenden Bereitstellung der RIR-Dienste beauftragen.

Im nächsten Schritt ist geplant, dass in der ersten Jahreshälfte 2026 das Address Supporting Organization Address Council (ASO AC) alle noch offenen Punkte abarbeitet und dann dem Number Resource Organization Executive Council (NRO EC) zur Entscheidung vorlegt. Die Endfassung des »Governance Document for the Recognition, Operation, and Derecognition of Regional Internet Registries« soll bis Jahresende 2026 verabschiedet werden.

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