Nominet

Die .uk-Registry startet die 2. Bewerbungsrunde zur Finanzierung von Open-Source-Projekte im DNS-Bereich

Die .uk-Registry Nominet hat die zweite Bewerbungsrunde ihres »DNS Fund« eröffnet.

Der im letzten Jahr ins Leben gerufene Fonds unterstützt Open-Source-Projekte, welche die kritische Infrastruktur des Domain Name System sicher und stabil halten. Um förderfähig zu sein, müssen die Projektvorschläge von Organisationen und Einzelpersonen dem Gemeinwohl dienen und auf zentrale DNS-Anforderungen eingehen. Sämtlicher mit Unterstützung des Fonds entwickelter oder modifizierter Quellcode muss öffentlich zugänglich gemacht werden, und sämtliche Dokumentation muss unter einer Creative-Commons-ähnlichen Lizenz veröffentlicht werden. Bisher flossen GBP 370.000,– in DNS-Softwarebibliotheken, Testumgebungen und Betriebswerkzeuge, die von Registries weltweit eingesetzt werden; in der zweiten Runde stehen sogar GBP 650.000,– zur Unterstützung von Open-Source-Projekten und deren Entwicklern bereit. Paul Fletcher, CEO von Nominet, erklärt:

The response to the first round of the DNS Fund was incredible and made it clear how fundamental funding for open source developers is for the resilience of the internet. This time round, we have increased the funding and made the fund more flexible to ensure we can support the people keeping the internet running for us

Weitere Informationen zum »DNS Fund« von Nominet finden man bei Nominet.

Markenmonitoring

Die neue Plattform MarkMesh liefert aktuelle Markendaten von 30 Markenämtern an eine API aus

Stets aktuelle Daten zu eingetragenen Marken und eine automatische Nachricht bei jeder Änderung – mit diesem Versprechen tritt die Plattform MarkMesh an, um eine Lücke im Grenzgebiet zwischen Marken und Domains zu schließen.

Rund 190 Ämter weltweit verwalten eingetragene Marken, darunter das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA), das European Union Intellectual Property Office (EUIPO), die World Intellectual Property Organization (WIPO), das United States Patent and Trademark Office (USPTO), das Japan Patent Office (JPO) sowie die China National Intellectual Property Administration (CNIPA). Jedes dieser Ämter hat seine eigenen Regeln, sein eigenes Datenformat, seinen eigenen Aktualisierungsrhythmus und seine eigene Interpretation von Statusmeldungen. Es gibt Amtsblätter, öffentliche Portale und Datenschnittstellen (Application Programming Interfaces, kurz APIs), doch nicht selten gehen die Informationen zu ein und derselben Marke auseinander. Damit ähneln Markenämter TLD-Registries; auch hier gelten oft unterschiedliche Regeln und Anforderungen, die den Anwendern die Arbeit nicht unbedingt erleichtern. Mit diesem Zustand wollten sich Tobias Sattler und Lenz Gschwendtner nicht länger zufriedengeben; ihr Anspruch war es, mit der MarkMesh Ltd. eine Plattform zu entwickeln, die Markendaten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführt, normalisiert und kontinuierlich aktualisiert.

Herausgekommen ist MarkMesh, eine Plattform für Markendaten und Markenmonitoring. Die beiden Gründer betonen, dass es sich nicht um einen Anmeldedienstleister handelt; MarkMesh reicht keine Markenanmeldungen ein, übernimmt keine Verlängerungen und zahlt auch keine amtlichen Gebühren. Das bleibt in der Hand des Markeninhabers und des jeweiligen Markenamts. Die Aufgabe von MarkMesh ist es vielmehr, die Markenämter zu beobachten, die für die Kunden relevanten Marken zu verfolgen und diese zu benachrichtigen, sobald sich etwas ändert. Oder kurz: Welche Marke erfordert die Aufmerksamkeit des Nutzers? Kombiniert wird das Angebot mit einem Pauschalpreismodell, angefangen bei EUR 199,– netto monatlich für Anwaltskanzleien und Rechtsabteilungen in Unternehmen, über EUR 490,– netto monatlich für Plattformen, die Unternehmen und deren Kunden bedienen, bis hin zu EUR 2.500,– netto monatlich für größere Partner mit individuellen Anforderungen. Eingeschlossen sind der Zugang zu allen angeschlossenen Markenämtern, eine unbegrenzte Anzahl von Nutzern sowie eine 30-tägige Testphase. Die beiden Gründer können dabei auf ihre Expertise zurückgreifen. Tobias Sattler war als CTO bei united-domains.de (deren Projekt dieser Newsletter ist) tätig, übernahm später den Vorsitz im Vorstand von PTI (dem Betreiber der IANA-Funktionen), war Mitbegründer der TechOps-Gruppe bei ICANN und verfasste das RFC 9167. Lenz Gschwendtner arbeitete ebenfalls als CTO bei einem Domain-Registrar, wanderte dann nach Neuseeland aus, war Mitgründer von iwantmyname, arbeitete dort mehr als zehn Jahre als CTO und begleitete das Unternehmen bis zu seiner Übernahme durch die Londoner CentralNic, die inzwischen für zahlreiche TLDs als Registry auftritt.

MarkMesh steht aktuell noch am Anfang. Die Gründer räumen ein, dass es noch viel zu lernen gäbe; aber es gäbe auch unzählige Ideen für die Zukunft, um die Plattform zu verbessern. Gschwendtner erklärt:

We tend to spend less time discussing why something is difficult and more time figuring out how to do it better.

nTLDs

Die neue Endung .vegas erhöht die Sicherheit für Domain-Inhaber mit »registry lock«

Die US-amerikanische Dot Vegas Inc., Verwalterin der am 20. März 2014 delegierten Top Level Domain .vegas, legt in Sachen Sicherheit noch ein Stück drauf.

Ab sofort ist es möglich, .vegas-Domains mit einem »registry lock« zu versehen. Ein »registry lock« sperrt eine Domain über die Registrar-Registry-Schnittstelle und sichert sie so gegen ungewollte Veränderungen und Einwirkungen durch unberechtigte Dritte ab. Änderungen an einer Domain sind nach dessen Einrichtung nur nach einem Authentifizierungsverfahren möglich; weder die Änderung des Domain-Inhabers noch die Aktualisierung der Nameserver sind ohne diese Verifizierung möglich. Mit dem »registry lock« kann der Domain-Inhaber also jederzeit die volle Kontrolle über seine Domain behalten. Im Gegenzug fallen leicht erhöhte Registrierungsgebühren an. Zuständig für die Aktivierung des »registry lock« ist der Domain-Registrar, eine Anfrage bei der Registry hilft also nichts.

Statistik

Die deutsche Endung .de schafft die 18 Millionen Hürde und .com weitere 1 Million Registrierungen

Deutschlands Länderkürzel macht die 18 Millionen voll: zum Monatswechsel Juni auf Juli 2026 knackte .de zum ersten Mal die Marke von 18 Millionen registrierten Domains. Und auch .top gelang es, einen neuen Millionenrekord aufzustellen.

Fünf Jahre ist es her, seit .de mit Registrierung der 17-millionsten Domain letztmals eine Millionenmarke überschritt, doch nun ist es erneut soweit. Wie die .de-Verwalterin DENIC eG bekanntgab, hat .de mit Vergabe der 18-millionsten Domain ihre weltweite Spitzenposition weiter ausgebaut. Das explosive Wachstum der Anfangsjahre ab 2000 hat sich spätestens seit 2014 verlangsamt; dennoch ist die anhaltende Beliebtheit von .de unbestreitbar. Wie in vielen anderen europäischen Ländern ist sie beim lokalen Publikum deutlich beliebter als .com. Tom Keller, Vorstandsmitglied der DENIC eG, erklärt:

18 Millionen .de-Domains sind kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis eines starken Ökosystems aus Genossenschaftsmitgliedern und Partnern. In einer Zeit, in der digitale Identität wichtiger denn je ist, steht .de für Verlässlichkeit und Zugehörigkeit. Wer in Deutschland sichtbar sein will, wählt .de.

Diese Sonderstellung wird durch eine repräsentative Studie der Ipsos GmbH Hamburg aus dem Dezember 2025 unter mehr als 1.000 Befragten untermauert. Die ungestützte Bekanntheit von .de liegt bei 79 Prozent im Gesamtmarkt und damit deutlich vor .com (67 Prozent) und .net (17 Prozent). Die gestützte Bekanntheit erreicht mit 97 Prozent nahezu den Maximalwert. 78 Prozent der Befragten im Gesamtmarkt sind mit .de äußerst oder sehr vertraut. Zum Vergleich: Die Endung .com erzielt einen spürbar niedrigeren Wert von 64 Prozent. Bestnoten erzielt .de vor allem bei den Kriterien Datenschutz, deutschsprachige Inhalte und nationale Relevanz. Müssten sich die Befragten bei freier Wahlmöglichkeit für eine Endung entscheiden, wählen 72 Prozent im Gesamtmarkt die Endung .de; auch hier liegt .com mit 29 Prozent mit deutlichem Abstand dahinter.

Da geht fast unter, dass .com nach einem überragenden Zuwachs von 1,1 Mio. Domains im Mai 2026 im Juni 2026 kaum schlechter dasteht. Es ging in vier Wochen wiederum um fast 1 Mio. Domains netto voran, so dass .com insgesamt bei 166,6 Mio. Domains notiert. Im Übrigen widersetzte sich der Markt den sommerlichen Temperaturen; mit Ausnahme leichter Verluste bei .info ging es zwar insgesamt für alle wichtigen generischen Top Level Domains voran, aber mit teilweise bescheidenen Ergebnissen wie etwa bei .eu, für die es nur um gut 6.200 Domains voranging. Umso beachtlicher wiederum waren die Fortschritte bei den nTLDs, deren Gesamtzahl im Juni von 78.454.059 auf 82.123.395 anstieg. Angetrieben wurde der Markt einmal mehr von starken Zuwächsen bei .xyz, für die es um rund 725.000 Domains voranging, und .top, die mit einem Plus von rund 500.000 Domains als zweite nTLD überhaupt in den zweistelligen Millionenbereich vorrückte.

Bei den Länderendungen verdient die niederländische Landesendung .nl eine Erwähnung. Im ersten Halbjahr 2026 stieg die Anzahl der Registrierungen weiter an. Mitte Juni 2026 lag die Gesamtzahl bei 6.129.000, verglichen mit 6.059.000 zu Jahresbeginn. Das Wachstum vom Jahresbeginn setzte sich also fort und beendete die Phase des Rückgangs in den Jahren 2024 und 2025. Die Registry SIDN führt die gestiegene Nachfrage nach .nl-Domains hauptsächlich auf die steigende Zahl von Unternehmensgründungen und -planungen zurück; Veränderungen der Gründungsrate spiegeln sich üblicherweise in den Daten des Domain-Marktes wider, bevor sie in den Daten der Handelskammer sichtbar werden, da sich Existenzgründer in der Regel drei bis sechs Monate vor der Unternehmensregistrierung ihre Domain sichern. Die aktuellen Zahlen der Handelskammer zeigen daher erst jetzt den positiven Trend, der sich bereits Anfang des Jahres bei den niederländischen Nachbarn abzeichnete: mehr Unternehmensgründungen und weniger Geschäftsaufgaben.

Die aktuellen Domain-Zahlen:

.de 17.998.588 (Vergleich zum Vormonat:+ 30.774)
.at 1.517.196 (Vergleich zum Vormonat:+ 5.267)
.com 166.610.853 (Vergleich zum Vormonat:+ 997.345)
.net 12.491.409 (Vergleich zum Vormonat:+ 34.701)
.org 11.980.715 (Vergleich zum Vormonat:+ 71.219)
.info 5.286.975 (Vergleich zum Vormonat:– 10.606)
.biz 1.252.589 (Vergleich zum Vormonat:+ 25.618)
.eu 3.689.382 (Vergleich zum Vormonat:+ 6.174)
.xyz 11.304.188 (Vergleich zum Vormonat:+ 726.323)
.top 10.400.923 (Vergleich zum Vormonat:+ 499.778)
.shop 6.962.165 (Vergleich zum Vormonat:+ 327.128)

(Stand 01. Juli 2026)

Digitale Transformation

eco e.V. lädt zum 10. Netzpolitischen Forum 2026 nach Berlin

Im Oktober lädt eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. zum »Netzpolitisches Forum 2026« nach Berlin. Thema ist »Digitales Deutschland 2030 – Wie steht es um Deutschlands Digital Readiness?«.

Das Netzpolitische Forum 2026 von eco e.V. jährt sich zum 10. Mal. Seit 2016 findet es jährlich statt. eco e.V. arbeitet damit an der Schnittstelle von Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Zum Termin am 06. Oktober 2026 in Berlin kommen als Referenten unter anderem Dr. Karsten Wildberger (Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung) und Dr. Stefanie Hubig (Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz). Beim Thema »Digitales Deutschland 2030 – Wie steht es um Deutschlands Digital Readiness?« stehen die Internetwirtschaft, Anwender und die Bevölkerung im Mittelpunkt und die Frage, inwieweit Deutschland zu deren Gunsten digital aufgestellt ist. Ausgehend von Deutschlands heutigem Stand bei der digitalen Transformation fragt sich, welche Fortschritte sichtbar sind, wo strukturelle Hürden bestehen und wo gehandelt werden muss, um Digitalisierung in der Breite der Wirtschaft wirksam voranzubringen und die digitale Handlungsfähigkeit des Mittelstands bis 2030 zu stärken. eco e.V. wird anlässlich der Veranstaltung den »eco Digital Readiness Index 2026« vorstellen.

Das Netzpolitische Forum 2026 »Digitales Deutschland 2030 – Wie steht es um Deutschlands Digital Readiness?« findet am 06. Oktober 2026 von 17:30 bis 20:00 Uhr in der Hessischen Landesvertretung, In den Ministergärten 5 in 10117 Berlin statt. Im Anschluss an die Veranstaltung darf genetzwerkt werden. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung Bedingung zur Teilnahme.

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