07
Feb 2012
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von RA Daniel Dingeldey

Das Bewerbungsfenster für new gTLDs ist weit geöffnet, jedoch sieht man nicht, wer sich bewirbt. Inwieweit man daher von einem “Run” auf neue Endungen sprechen kann, bleibt damit zunächst offen. Doch scheinen einige potentielle Bewerber darauf zu spekulieren, sich mit angemeldeten Marken rückzuversichern.

Nach den .bank-Verwirrungen des US-amerikanischen Markenamtes – wie berichtet, wurde sie für kurze Zeit eingetragen, obwohl Marken mit einem Punkt vorweg in USA nicht erlaubt sind – hat Andrew Allemann eine Liste von 115 Markenanmeldungen zusammengestellt, die offensichtlich auf die Einführung neuer Domain-Endungen zielen. Darunter finden sich Begriffe wie ».hawaii«, ».kids« und ».foundation« aber auch ».schott«, den der Glashersteller Schott angemeldet hat. Ob solche Anmeldungen, die mit Sicherheit abgewiesen werden, etwas bringen, zeigt die Zukunft. Sinnvoller ist es da schon, Anmeldungen in Europa durchzuführen, die mit dem Punkt nicht so kleinlich verfahren.

Beim DPMA finden sich 287 Registereinträge auf »Dot«. Nur wenige der Einträge zielen auf new gTLDs. Zahlreiche Anmeldungen stammen aus 2000 und 2001 und sind mittlerweile, wenn sie überhaupt eingetragen wurden, bereits wieder auf Wunsch des Markeninhabers gelöscht. Andere Anmeldungen erfolgten schon 2009 und 2010, wie zum Beispiel »dotgmbh« und ».gmbh« sowie »dotimmobilie« und ».immobilie«. Allerdings finden sich in den vergangenen Tagen verstärkt Markenanmeldungen, beim Deutschen Patentund Markenamt (DPMA) genauso wie beim Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt, das europäischen Pendant des DPMA. Dort begegnen wir nicht nur alten Bekannten wie »dot.berlin«, »dotmuenchen« und »Dot Hotels«, die in Verbindung mit der dotBerlin Projekt GmbH stehen. Zwei bisher im Zusammenhang mit den neuen Domain-Endungen noch nicht in Erscheinung getretene Unternehmungen haben in den letzten Tagen zahlreiche Marken angemeldet. Da sind die Anmeldungen von dotSport, dotMoto, dotAuto, dotVet, dotArchi, dotDesign, dotBio, dotImmo und dotSki, für die StartingDot verantwortlich ist. Zwei Internet-Pioniere, wie sich Gadefroy Jordan und Guillaume Buffet selbst bezeichnen, betreiben diese Registry mit Sitz wohl in Paris. Ein anderer Kandidat ist die »i-content Ltd. Zweigniederlassung Deutschland« mit Sitz in Berlin. Wer den Streit um die Anmeldung der Marke BETWIN verfolgt hat, dem dürfte diese Unternehmung bekannt sein. Sie hat vor wenigen Tagen die new gTLD-relevanten EU-Marken dotWeb und dotOnline, sowie VIP, RICH und ONL beantragt. Dass das Unternehmen als Registry aktiv werden wird, ist bisher nicht ersichtlich.

Der Kampf um neue Endungen wird also nicht nur – unsichtbar – im Bewerbungsfenster geführt, sondern sehr deutlich auch bei den Markenämtern. Wer am Ende Sieger wird, hängt sicher auch von den finanziellen Mitteln ab, die notwendig sind, ein Bewerberunternehmen über einige Extra-Monate zu bringen, in denen um die neue Domain-Endung gestritten wird und so die Eintragung in die Root-Server verzögert.

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