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Jun 2011
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von RA Florian Hitzelberger

Der Pool an IPv4-Adressen ist erschöpft, doch die Rettung ist nah: wie die Internet Society (ISOC) mitteilt, ist der “World IPv6 Day” am vergangenen Mittwoch erfolgreich verlaufen.

Ob Facebook, Google oder Yahoo – zahlreiche Giganten des Internets machten sich vergangene Woche auf, ihr Internetangebot komplett auf IPv6 umzustellen. Internetnutzer, deren Provider das neue Protokoll nicht unterstützt, liefen somit Gefahr, die Webseiten der über 400 teilnehmenden Unternehmen nicht aufrufen zu können. Doch die Umstellung blieb von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, bei genauem Hinsehen das beste Ergebnis, das man sich hätte erhoffen können. Der Verkehr nach den neuen Datenverkehrsregeln sei “in weiten Teilen problemlos verlaufen”, zog der Vorsitzende des deutschen IPv6-Rats, Christoph Meinel, ein erstes Zwischenfazit der deutschen Tests. “Die meisten Internetnutzer dürften praktisch nichts von dem Test mitbekommen haben.”. Wie Messungen am zentralen deutschen Internetknotenpunkt DE-CIX in Frankfurt am Main ergeben haben, hatte sich bis zum Nachmittag doppelt so viel IPv6-Datenverkehr ergeben wie in den Tagen zuvor.

Und damit nicht genug: wie heise.de meldet, begannen einige Teilnehmer ihre Tests nicht nur bereits einen Tag früher, sondern ließen auch nach Ablauf des IPv6-Day ihren Datenverkehr im Doppelbetrieb der Protokolle IPv4 und IPv6 laufen. Dies führte dazu, dass noch am Folgetag beim DE-CIX fast genauso viele IPv6-Daten gemessen wurden wie am eigentlichen IPv6-Day.

Wie dringend der Umstieg ist, belegt der Fakt, dass nunmehr der letzte Block an IPv4-Adressen vergeben ist. Auch wenn deren Zuteilung noch etwas Luft verschafft, ist klar: stehen keine IP-Adressen mehr zur Verfügung, ist eine eindeutige Adressierung gefährdet bis unmöglich, und somit folglich der Datenaustausch über das Internet gefährdet. Dieses Risiko soll das IPv4-Nachfolgeprotokoll IPv6 beseitigen, mit dem theoretisch 3,4 x 10 hoch 38 verschiedenen Adressen zur Verfügung stehen. Zur Verdeutlichung der Möglichkeiten des neuen Protokolls wählte die Internet-Verwaltung ICANN ein plastisches Bild: würden alle IPv4-Adressen in einen Blackberry passen, bräuchte man für IPv6 ein Speichermedium der physischen Größe der Erde; eine ausreichende und dauerhafte Versorgung wäre so sichergestellt. Leider scheuen noch viele Provider technische Probleme und die erheblichen Kosten, die ein Umstieg mit sich bringt. Doch mit Veranstaltungen wie dem IPv6-Day wächst auch für sie der Druck, rasch nachzubessern, um den Anschluss nicht zu verpassen.

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