29
Mai 2006
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von RA Florian Hitzelberger

Im April war es noch ein Gerücht, wenige Wochen später ist es bestätigt: die GoDaddy Group Inc., Mutter des US-Registrars GoDaddy, geht an die Börse. Die drei US-Banken Lehman Brothers, Merrill Lynch & Co. und UBS Investment Bank bereiten derzeit das IPO (“Initial Public Offering”) vor.

Am 12. Mai reichte die GoDaddy Group ein so genanntes Registration Statement bei der Securities and Exchange Commission ein, der Kontrollaufsicht des Wertpapierhandels in den USA. Nur wenn die SEC ihr Einverständnis gibt, kann sich ein Unternehmen an der Wallstreet listen lassen. Nachdem es bereits seit geraumer Zeit Spekulationen um einen Börsengang gegeben hatte, und erst im April 2006 die Diskussion neu entflammt war, stehen jetzt die Börsenpläne offiziell fest. Sowohl die Anzahl der auszugebenden Aktien als auch die Preisspanne ist aber noch nicht bekannt; an der Erstellung des Börsenprospekts wird derzeit gearbeitet. Im Jahr 1997 vom jetzigen CEO Bob Parsons gegründet, verwaltet GoDaddy nach eigenen Angaben inzwischen 13 Millionen Domains, was etwa 20 Prozent aller weltweit registrierten Webadressen entsprechen soll. Allein im vergangenen Jahr sollen 3,5 Mio. Domains über GoDaddy sowie die beiden Tochterunternehmen Blue Razor Domains und Wild West Domains registriert worden sein. Bei GoDaddy selbst spricht man von durchschnittlich einer neuen Domain alle drei Sekunden.

Das US-Wirtschaftsmagazin Forbes schätzt das Branchenumfeld als schwierig ein, zumal Vergleichsdaten fehlen. Die Aktien von Tucows kratzen schon geraume Zeit rund um die Marke von einem US-Dollar. Das Marktforschungsunternehmen Name Intelligence dagegen geht davon aus, dass auch kleinere US-Registrare profitabel arbeiten, wenn sie über mindestens 100.000 Domains verfügen. Kernproblem aller Registrare ist jedoch, dass die Einkaufspreise für .com- und .net-Domains durch die Verträge von ICANN mit Verwalter VeriSign festgelegt sind, sich somit allein über den Preis wenig Wettbewerb machen lässt. Potential sehen Analysten aber beim Domain-Parking und der Weiterleitung ungenutzter Domains auf Werbeangebote dank so genannter Pay-per-Click Angebote, so dass GoDaddy auch in Zukunft auf gute Geschäfte hoffen darf.

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