16
Sep 2010
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Für US$ 1 Mrd.

steht GoDaddy zum Verkauf?

von RA Florian Hitzelberger

GoDaddy, der größte Domain-Registrar der Welt, steht zum Verkauf: wie das renommierte Wall Street Journal berichtet, wurde das kalifornische Unternehmen Qatalyst Partners mit der Suche nach einem Käufer beauftragt. Er wird tief in die Tasche greifen müssen.

Gegründet im Jahr 1997 von Bob Parsons, ist die in Scottsdale (Arizona) ansässige GoDaddy Group Inc. mit geschätzten 43 Millionen verwalteten Domain-Namen der bei weitem stärkste Registrar der Welt. Mitkonkurrenten wie ENOM oder Tucows führen weniger als 30 Prozent hiervon in ihrem Bestand. Mit aggressivem und teils sexuell anzüglichem Marketing gelang es GoDaddy, die Konkurrenz rasch zu überflügeln. Für Aufsehen sorgte vor allem die TV-Werbung während des Super Bowl, bei dem GoDaddy-Girls wie etwa Danica Patrick oder Candice Michelle in figurbetonter Kleidung auftraten. Doch auch der Firmengründer Parsons scheut keine Gelegenheit, offensiv in der Öffentlichkeit aufzutreten. Angesichts der Entwicklungen schien es nur logisch, dass GoDaddy im Frühjahr 2006 über die Investmentbank Lehman Brothers einen Börsengang vorbereitete; im August 2006 zog Parsons diese Pläne jedoch überraschend wieder zurück.

Doch statt erneuter Börsenpläne scheint sich Parsons nun ganz von GoDaddy trennen zu wollen. Wie das Wall Street Journal am 11. September 2010 in seiner Online-Ausgabe ohne nähere Angabe zur Quelle mitteilte, hat sich die GoDaddy Group Inc. selbst zum Verkauf gestellt und Qatalyst Partners, ein vom Technologie-Banker Frank Quattrone geführtes Unternehmen aus San Francisco, mit der Käufersuche beauftragt. Unter Berufung auf “people familiar with the matter” schreibt das WSJ weiter, dass der Kaufpreis angesichts von Umsätzen zwischen US$ 750 und 800 Millionen im Jahr 2009 in einer Größenordnung von über einer Milliarde Dollar liegen könnte. Erwartet wird, dass Private-Equity-Gesellschaften von den monatlich fließenden Registrierungsgebühren angezogen sind und bieten werden. Des weiteren geistern Google, Amazon und Cisco Systems als potentielle Interessenten durch die Online-Gazetten; auch Oracle, Hewlett-Packard, IBM und Microsoft werden genannt.

Eine offizielle Bestätigung von GoDaddy gibt es bisher nicht, Presseanfragen blieben unbeantwortet. Wie einflussreich GoDaddy inzwischen aber geworden ist, deutet die neue Instant-Suche von Google an: wer dort die Buchstaben “god” eingibt, erhält als Ergebnisvorschlag GoDaddy – Gott wirft Google dagegen erst an zweiter Stelle aus.

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