23
Jun 2008
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von RA Florian Hitzelberger

Die Internet-Verwaltung ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) hat die Rahmenpläne zur Verteilung von Ein-Zeichen-Domains vorgestellt: für deren Vergabe favorisiert ICANN eine Auktion. Als Berater hat man sich ein Team von Power Auctions LLC zur Seite geholt.

Angestoßen durch eine Empfehlung der Generic Names Supporting Organization (GNSO) konkretisiert ICANN derzeit die Pläne zur Freigabe sämtlicher Ein-Zeichen-Domains unter allen 16 generischen Top Level Domains; dies umfasst sowohl Domains mit einem Buchstaben wie a.com und i.info, aber auch Domains mit einer Zahl wie 4.mobi und 8.org. Bisher waren sie, neben weiteren Begriffen wie etwa internic, example oder iana seit dem Jahre 1993 auf einer Liste reservierter Namen geführt und somit unter keiner generischen Top Level Domain registrierbar. Doch das soll sich ändern; sowohl Registries als auch die Internet Community haben mehrfach Interesse angemeldet und laut ICANN unverändert starkes Interesse an diesen Adressen. Die kniffligste Frage ist, wie diese Domains neue Inhaber finden; zu diesem Zweck hat ICANN, unter anderem, eine öffentliche Befragung durchgeführt.

Zahlreiche Vorschläge wie das “first come, first served”-Prinzip, Zufallslotterien oder individuelle Vergabe durch die jeweilige Registry wurden unterbreitet; als effizientestes und fairstes Vergabemodell für die knappe Ressource hat man aber Auktionen ausgemacht. Zur Begründung stützt man sich unter anderem auf Aussagen der OECD, wonach Auktionen am besten geeignet sind, den wahren Marktwert zu ermitteln, da der Preis von denen entschieden wird, die den Markt üblicherweise am besten kennen. Doch welches Auktionsmodell zum Zug kommen wird, ist noch offen; im Gespräch sind monatliche oder geheime Auktionen, solche, in denen Zugriffsrechte mit freier Auswahl versteigert werden, solche mit ablaufender Zeit wie bei eBay, aber auch klassische Auktionen bis zum letzten höchsten Gebot. Zusammen mit dem erfahrenen Auktionator Power Auctions LLC sollen die verschiedenen Möglichkeiten zunächst analysiert werden, bevor die endgültige Entscheidung fällt. Schon jetzt steht allerdings fest, dass ICANN die Hinterlegung von Sicherheiten verlangt und die Auktionen per Internet durchführt.

Schließt sich die Frage an, was ICANN mit dem Versteigerungserlös anstellen will; auch dazu hat man sich schon Gedanken gemacht. Vorgeschlagen sind unter anderem Investitionen in die Infrastruktur, eine Senkung der Registrierungsgebühren, Unterstützung für ccTLDs in Entwicklungsländern oder Verbesserungen im Bereich der Partizipation bei ICANN. Letztlich wird der ICANN-Vorstand entscheiden; Gelegenheit hierzu gibt es beim ICANN-Meeting in Paris, das in wenigen Tagen am 22. Juni 2008 beginnt.

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